"Deutschland sollte aktuelle Gebäudestandards setzen"

Experten empfehlen mehr Nachhaltigkeit

Helen Clark (rechts) mit der Vorsitzenden des Rats für Nachhaltige Entwicklung, Marlehn Thieme. © Ehlerding

"Deutschland sollte seine Vorschriften zur Gebäudeeffizienz immer auf dem neuesten Stand halten", empfiehlt die Vorsitzende einer Expertengruppe zur deutschen Nachhaltigkeitsstrategie. Helen Clark, die ehemalige Premierministerin Neuseelands, hat die Strategie im Auftrag der Bundesregierung mit zehn weitere Experten unter die Lupe genommen.

Höflich im Ton, aber hart in der Sache beurteilt die Expertenkommission die Nachhaltigkeitspolitik der Bundesregierung. Zunächst die gute Nachricht: "Deutschland hat durch seinen Reichtum, seine Technologien und die Tradition des Dialogs zwischen gesellschaftlichen Gruppen gute Chancen, seine Nachhaltigkeitsziele zu erreichen“, sagte Clark bei der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung. „Allerdings ist noch viel zu tun, um einen erfolgreichen deutschen Weg hin zu Nachhaltigkeit zu gestalten", heißt es im Peer Review 2018 zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie.

Zum Thema "nachhaltiges Bauen", empfiehlt Helen Clark, die Zahl der energetischen Gebäudesanierungen zu verdoppeln und so den Energieverbrauch zu reduzieren. Ihre Kommission empfiehlt den Ausstieg aus der fossilen und nuklearen Energieerzeugung und das stärkere Vorantreiben eines globalen Wandels hin zu einer nachhaltigeren Energieerzeugung für alle. Außerdem sollte Deutschland seine Ziele ehrgeiziger setzen: "Der Klimawandel schreitet mit besorgniserregender Geschwindigkeit fort, weil weltweit – auch in Deutschland – zu wenig dafür getan wird, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren."

Angesichts der großen Herausforderungen – unter anderem spekulative Preisblasen im Immobilienmark – sei es nicht einfach, an Inklusion, Vorsorge und Innovation festzuhalten. "Aber es ist notwendig", stellt die Kommission klar. Jetzt müssten die zuständigen Minister verantwortlich gemacht werden und detaillierte Aktionspläne in den Bereichen vorlegen, in denen Deutschland hinterhinkt, forderte Helen Clark.

In ihrer Rede nach der Übergabe des Berichts kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel nur wenige konkrete Schritte an. Einer davon steht bereits im Koalitionsvertrag: Ein Klimaschutzgesetz, das 2019 verbindlich festlegen soll, wie die Klimaziele bis 2030 erreicht werden sollen. "Das wird noch ein harter Kampf", ist sich Merkel im Klaren, denn die Klimaziele für 2030 sind ehrgeizig. Um mehr 65 Prozent sollen die Emissionen im Vergleich zu 1990 bis dahin sinken. Laut dem Sektorziel für den Gebäudebereich muss dieser im Vergleich zu heute noch 40 Prozent einsparen. sue

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