Auditoren können individuellen Anforderungskatalog vorschlagen

DGNB macht Nachhaltigkeitszertifizierung flexibler

DGNB-Zertifizierung wird flexibler. © DGNB

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat mit "DGNB Flex" ein neues Verfahren entwickelt, das die Anwendbarkeit ihres Zertifizierungssystems für nahezu alle Nutzungsformen möglich macht. Damit haben auch Bauherren von Kirchen, Rechenzentren und vielen weiteren Gebäudearten die Möglichkeit, ihre Projekte unter Nachhaltigkeitsaspekten zu optimieren, dies unabhängig prüfen und die erreichte Gebäudequalität über ein Zertifikat vergleichbar dokumentieren zu lassen. Anwendbar ist die Systematik laut DGNB auch bei der Zertifizierung von Quartieren, Innenräumen und Gebäuden im Betrieb.

Um den spezifischen Eigenschaften einer bestimmten Gebäudenutzung gerecht zu werden, gibt es bei der Zertifizierung der DGNB sogenannte Nutzungsprofile. Dies sind jeweils eigene Varianten des Kriterienkatalogs, die auf die individuellen Anforderungen eines Gebäudetyps abgestimmt sind. Diese bestehenden, praxiserprobten Nutzungsprofile des DGNB-Systems mit den darin formulierten Grundsätzen, Kriterien und Bewertungsmaßstäben bilden die Basis des neuen Verfahrens.

Darauf aufbauend hat der Auditor, der die Zertifizierung auf Projektseite begleitet, die Möglichkeit, einen individuellen Anforderungskatalog für die spezifische Nutzung vorzuschlagen. In diesem müssen die Zertifizierungsinhalte, die Bedeutungsfaktoren der einzelnen Kriterien sowie die generelle Bewertungssystematik definiert sein. Soll ein Kriterium entfallen oder nutzungsspezifisch ein neues ergänzt werden, ist eine ausführliche Begründung notwendig. Von Seiten der DGNB wird anschließend geprüft, ob beziehungsweise mit welchen Änderungen der vorgelegte Auditoren-Entwurf tatsächlich als Zertifizierungsgrundlage verwendet werden kann.

"Unser Anspruch ist es, dass jeder, der sein Gebäude oder Quartier unter den vielfältigen Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit planen, bauen und betreiben möchte, die Inhalte der DGNB nutzen kann, um dies systematisch umzusetzen und sich in Form eines Zertifikats bestätigen zu lassen", sagt Johannes Kreißig, Geschäftsführer der DGNB. Aus diesem Grund sei die Einführung von DGNB Flex ein konsequenter Entwicklungsschritt.

Von dem Verfahren ausgeschlossen sind Projekte, die beispielsweise aufgrund von ethischen Gründen im Widerspruch zu den Vereinszielen der DGNB stehen. Erste Projekte, bei denen DGNB Flex zum Einsatz kommt, sind bereits angemeldet. Ein über das neue Verfahren erreichtes DGNB Zertifikat in Platin, Gold oder Silber besitzt dieselbe Wertigkeit wie eine Auszeichnung in den bestehenden Nutzungsprofilen. Quelle: DGNB / sth

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