Zubaudeckel für Windkraft und Solarenergie nicht mehr zeitgemäß

BDEW: Erneuerbare müssen massiv ausgebaut werden

Der Zubaukorridor bei Solarenergie ist nicht mehr zeitgemäß, meint der BDEW. © Pixelio/Rainer Sturm

Eine Analyse des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zeigt, dass zur Erreichung des 2030er Ziels von 65 Prozent Erneuerbaren Energien im Strombereich insgesamt 215 bis 237 GW installierte Leistung erneuerbare Energien notwendig sind. Die derzeitigen Ausbaukorridore sind nicht ausreichend und würden bis 2030 lediglich zu einem Anteil der Erneuerbaren an der deutschen Gesamtstromerzeugung von 54 Prozent führen.

"Die vorliegende Analyse zeigt deutlich, dass wir mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien derzeit nicht schnell genug vorankommen und auf ein deutliches Ausbaudelta zusteuern. Hinsichtlich der zukünftigen Strombedarfe legt der BDEW sogar eine unrealistisch konservative Schätzung an", kommentiert Simone Peter, Präsidentin Bundesverband Erneuerbare Energie, kommentiert die Analyseergebnisse. Der tatsächliche Zubaubedarf erneuerbarer Energien könne angesichts der großen Nachfrage nach CO2-freiem Strom aus der deutschen Industrie sowie perspektivisch aus den Sektoren Verkehr und Wärme noch deutlich stärker steigen.

Vor dem Hintergrund dieser Strombedarfe seien Zubaudeckel für die Bereiche Offshore-Wind und Photovoltaik nicht mehr zeitgemäß, so Peter weiter. Die CDU-Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer habe gerade erst davon gesprochen, dass beim Klimaschutz "einiges liegen geblieben" sei und die Regierungskoalition nun "über den Sommer nachsitzen" müsse. Die ersten Pflichtaufgaben während dieser Überstunden bestehen aus der Sicht des BDEW in der Anhebung des 15-GW-Deckels für Wind auf See auf 20 GW bis 2030 sowie in der Abschaffung des 52-GW-Deckels für PV-Anlagen außerhalb des Ausschreibungsregimes. Zudem müsse eine Stärkung des gewerblichen solaren Eigenverbrauchs angereizt werden, damit die Energiewende auch in den Städten Fortschritte machen kann.

Klar muss aus Sicht des Verbandes auch sein, dass nur solche Szenarien zur Erreichung des 65-Prozent-Ziels führen können, in denen die Erneuerbaren in einem breiten Mix aus Wind Onshore und Offshore, Photovoltaik und Bioenergie ausgebaut werden. Die verschiedenen Energieträger dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden. Quelle: BDEW / sth

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