10.000-Häuser-Programm wird überrannt

Bayern verärgert Bauherren durch Stopp- and Go-Förderung

Die Nutzung solarer Energien ist Schwerpunkt des 10.000-Häuser-Programms. © Sonnenhaus Institut

Im Topf für das 10.000-Häuser-Programm in Bayern ist schon seit Wochen kein Geld mehr. Bauherren und Berater sind sauer.

Vor gut einem Jahr ist in Bayern das 10.000-Häuser-Programm angelaufen. Es soll im Land Impulse setzen und Sanierungsprojekte voranbringen. Die Nachfrage war so gut, dass nun erstmal Förderstopp ist. Bereits Anfang November war die Höchstzahl der förderbaren Heizungen erreicht, nun gibt es auch kein Geld mehr für das Energiesystemhaus.

Für die Erhöhung der Energieeffizienz gibt es einen "EnergieeffizienzBonus". Der "HeizanlagenBonus" beträgt 1.000 Euro. Bei der Kombination der neuen Heizung mit einer Solarthermieanlage für die Warmwasserbereitung steigt die Förderung um 500 Euro, bei einem erweiterten Einsatz der Solarwärme zur Heizungsunterstützung sogar um weitere 500 Euro auf insgesamt bis zu 2.000 Euro.

Im Rahmen des Bereichs Energiesystemhaus geht es um Heizungen und Speicher mit intelligenter Steuerung. Dort gibt es für Heiz-/Speicher-Systeme einen Technik-Bonus für Wärmepumpensysteme mit Wärmespeicher oder Energiemanagementsystem ("Smart-Grid-Ready") in Höhe von 2.000 bis 2.500 Euro, für Kraft-Wärme-Kopplung und Eigenstromerzeugung mit KWK, Wärmespeicher oder Energiemanagementsystem ("Smart-Grid-Ready") in Höhe von 3.000 Euro, für netzdienliche PV-Speichersysteme mit Energiemanagementsystem ("Smart-Grid-Ready") 2.000 bis 8.000 Euro, für Solarwärmespeicherung in einer Solarthermieanlage mit Wärmespeicher von 1.000 bis 9.000 Euro und für eine Holzheizung mit Wärmespeicher 1.500 Euro.

Seit dem Programmstart im September 2015 wurden im Programmteil EnergieSystemHaus 3.000 Anträge, im Programmteil Heizungstausch 8.000 Anträge gestellt. Bereits Anfang November war im Programmteil Heizungstausch die maximal mögliche Anzahl von 5.000 Anträgen erreicht. "Auch für den Programmteil EnergieSystemHaus können aufgrund der hohen Nachfrage 2016 keine Förderungen mehr beantragt werden", so ein Sprecher des Bayrischen Staatsministeriums gegenüber EnBauSa.de.

Für jeden Förderfall werden zwischen 1.000 und 18.000 Euro zur Verfügung gestellt. Insgesamt sind beim 10.000-Häuser-Programm 90 Millionen Euro für vier Jahre eingeplant.

Die Energieberater sind wenig begeistert vom Stopp und Go. "Der Zeitpunkt für den nicht vorhersehbaren Förderstopp im Programmteil EnergieSystemHaus trifft uns Energieberater wiederholt zur Unzeit. Der Winter ist der Planungszeitraum in der die Bürger bereits konkrete Weichen für Neubau oder Sanierung ihrer Gebäude für das nächste Jahr stellen", moniert Jürgen Leppig, Bundesvorsitzender des GIH. Viele sahen in dem Programm Chancen, weil es Bereiche fördert, die mit anderen Programmen nicht abgedeckt werden. Viele Bauherren, die entsprechend geplant hatten, schauen nun in die Röhre. "Wir Energieberater können das Förderprogramm nicht mehr verlässlich in die Planung integrieren und appellieren an die Politik, alles Erdenkliche in die Wege zu leiten, um im 10.000-Häuser-Programm schnellstmöglich wieder Planungssicherheit herzustellen", so Leppig. Wann es weitergeht ist im Moment noch nicht klar. pgl

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