Degewo-Zukunftshaus kann letztmalig besichtigt werden

Altbau versorgt sich selbst mit Energie

Nach dem Umbau steckt im Zukunftshaus jede Menge neue Technik. © Tina Merkau/Degewo

Berlins größtes kommunales Wohnungsunternehmen hat ein achtstöckige Wohnhaus aus den 50er Jahren so umgerüstet, dass es sich zu nahezu 100 Prozent selbst mit Wärme und Strom versorgen kann. Für die Aktionswoche "Berlin spart Energie" öffnet die im "Zukunftshaus" der Degewo eingerichtete Musterwohnung am 19. Oktober letztmalig ihre Tür für das Fachpublikum.

Die 64 Wohnungen sind nach dem Umbau im April alle wieder vermietet. Das Pilotprojekt für die Energiewende wurde nach 16 Monaten Bauzeit abgeschlossen. Erstmals wurde ein achtstöckiges Mehrfamilienhaus aus den 50er-Jahren so umgebaut, dass es sich zu nahezu 100 Prozent mit Wärme und Strom selbst versorgen kann.

Das Haus im Berliner Stadtteil Lankwitz wurde von der Degewo nach mit dreifachverglasten Fenstern und einer Dämmung nach Energieeinsparverordnung saniert. Heute versorgt sich das Haus fast komplett selbst mit klimafreundlich erzeugter Energie.

Das Zukunftshaus stellt 100 Prozent der Wärmeenergie selbst bereit. Dafür werden 120 Photovoltaik-Solarthermie-Module eingesetzt. Die aus Solarthermie gewonnene Wärme wird zum bedarfsorientieren Verbrauch unterirdisch gespeichert. In einem sogenannten Erdtank - die Leitungen werden wie bei einer Fußbodenheizung neben dem Haus verlegt - kann die Wärme über Monate hinweg aufbewahrt werden. Der Tank fasst Größe 950 Kubikmeter warmes Wasser und hat eine Speicherkapazität von 62 Megawattstunden. Bei Bedarf wird die Wärme über zwei Wärmepumpen ins Heizsystem zurückgeführt.

Lüftungen mit Wärmerückgewinnung saugen im Haus die Wärme wieder ein. Die in den Decken verbauten Heizungen aus Kapillarrohrmatten verteilen die Wärme gleichmäßig im Raum. Heizkörper an den Wänden gibt es nicht mehr, sodass die Raumgestaltung deutlich flexibler wird.

Für die Mieterinnen und Mieter degewo- Zukunftshauses bringt die Sanierung um bis zu zwei Drittel niedrigere Betriebskosten. Der Wärmebedarf der Wohnungen sank um bis zu 85 Prozent.

Auch die Wärmepumpen zur Wärmerückgewinnung werden klimafreundlich betrieben und nutzen den Strom aus den gut 200 Photovoltaikmodulen. Produzieren sie einen Überschuss, wird er in einen Redox-Flow-Batteriespeicher vor dem Haus geleitet. So kann der Sonnenstrom zeitversetzt genutzt werden. Insgesamt produziert die Anlage fast 50 Prozent des im Haus verbrauchten Stroms selbst. Quelle: Degewo / sue

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