BAFA verzeichnet 2016 knapp 5 Prozent mehr Anträge als 2015

70.000 Förderanträge für Erneuerbare gestellt

Biomasseanlagen liegen bei Förderung nur noch knapp vorn. © Ökofen

2016 gingen beim BAFA fünf Prozent mehr Anträge auf Förderung Erneuerbarer Energien im Heizungsumfeld ein als im Vorjahr. Profitieren konnten vor allem Wärmepumpen im Neubau, für die es vorher keine Förderung gab.

„Die Bilanz fällt bei näherem Hinsehen aber trotz des Zuwachses durchwachsen aus“, konstatiert Harald Uphoff, kommissarischer Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energien.

Einerseits liegt sie weit von dem bislang besten Jahr 2008 entfernt, in dem über 250.000 Anträge eingingen. Andererseits basiert die Zunahme fast ausschließlich auf einem Anstieg der Anträge für Wärmepumpen in Neubauten, die erst seit vergangenem Jahr gefördert werden. Hier wuchs der Anteil um 6.000 auf 22.000 Anträge, was einem Anstieg von 38 Prozent entspricht und dafür gesorgt hat, dass Wärmepumpen bei den geförderten Anlagen mit den anderen Erneuerbaren fast gleichziehen.

Während Holzheizungen auf niedrigem Niveau fast stagnierten (geringe Zunahme um 400 beziehungsweise 1,7 Prozent auf gut 25.000 Anträge), setzten die Solaranlagen ihre Talfahrt weiter fort. Insgesamt sank die Anzahl der Anträge für Solarthermieanlagen im MAP deutlich um 12,5 Prozent auf nur noch 23.000 Anlagen.

Die Verteilung zwischen den einzelnen Technologien ist ausgeglichener, Wärmepumpen haben jetzt einen Anteil von gut 31 Prozent (Vorjahr 22,8), Biomasseanlagen liegen bei knapp 36 Prozent (Vorjahr 38,6) und Solaranlagen bei knapp 33 Prozent (Vorjahr 37,6) der vom BAFA geförderten Anlagen.

Der Impuls, den die Optimierung der Förderkonditionen im April 2015 auslösen konnte hat nur kurz angehalten. In den Monaten April bis Dezember 2015 und 2016, die sich aufgrund der geänderten Konditionen vergleichen lassen, gab es 2016 meist weniger Anfragen als 2015, nur in drei Monaten konnte die Zahl übertroffen werden. Es gab zwar einen Jahresendspurt, aber deutlich weniger ausgeprägt als im Vorjahr.

Der DESAX zeigt für 2016 ein etwas gesteigertes Interesse an Heizungen. Das spiegelt sich auch bei den Erneuerbaren wider, dürfte jedoch erneut vor allem Gas- und Ölheizungen zugute kommen, auch durch neue Förderpakete für den Heizungstausch. pgl

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Kommentare (1)

  1. spiegel wohnbauforschung am 25.01.2017
    Industriewirtschaftlich orientierte Ministerien können den den Vorrang für regionale Bau- und Energieeffizienz nicht verstehen. Wärmepumpen sind ein ineffizientes, teueres Nullsummenspiel für die Umwelt- und Energiewende. Besser wäre, Waldwirtschaft und Holzbau (Graue Energie) im Passivhaus-Standard massiv zu fördern (siehe Wahlprogramm DIE GRÜNEN). - Dietmar Spiegel - Wohnbauforschung Aachen

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