Banken sehen ein Ende der Talsohle

Wohnungsneubau beginnt sich zu erholen

Passivhäuser haben höheren Anteil am Neubau. © Siedlungswerkstatt

Bausparexperten gehen davon aus, dass die Neubauflaute vorbei ist. Geringere Arbeitslosigkeit und niedrige Zinsen seien die Ursache.

Die KfW Bankengruppe geht davon aus, dass beim Neubau die Talsohle durchschritten ist. Der Wohnungsneubau zeige Anzeichen der Erholung, sagen die Bänker und beziehen sich dabei auf den monatlich erhobenen KfW-Indikator Eigenheimbau. Der stieg im September 2010 um 2 Prozentpunkte gegenüber dem Vergleichsmonat 2009.

Damit bestätigt sich ein Trend, den neben der KfW auch die LBS West seit Mitte 2010 beobachtet. Die extrem niedrigen Neubauraten scheinen vorbei zu sein. Seit Mitte der 90er Jahre waren die Neubauzahlen tendenziell rückläufig und hatten 2009 ein Rekordtief erreicht.

Ein positives makroökonomisches Umfeld mit niedrigem Zinsniveau und rückläufiger Arbeitslosigkeit begünstige Wohnungsbauinvestitionen, sagt die KfW. So planten im September 2010 saisonbereinigt 36,1 Prozent der im Rahmen des KfW-Wohneigentumsprogramms geförderten Kreditnehmer einen Neubau oder den Erwerb eines neu gebauten Eigenheims. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat der Indikator um 2 Prozentpunkte zugelegt. Der solide Anstieg im bisherigen Jahresverlauf spräche dafür, dass die realen Wohnungsbauinvestitionen 2010 insgesamt höher ausfallen werden als 2009, so die KfW.

Die amtlichen Indikatoren deuten ebenfalls auf eine allmähliche Erholung beim Wohnungsneubau hin. Die Anzahl der Baugenehmigungen für neu zu errichtende Wohnungen lag in den ersten sieben Monaten dieses Jahres 6,4  Prozent über der Summe der Baugenehmigungen von Januar bis Juli 2009. Für das Gesamtjahr 2010 rechnet die KfW daher mit einem moderaten Anstieg des Neubauniveaus auf 146.000 Wohnungen.

Dennoch warnt deren Chefvolkswirt Norbert Irsch, dass "das derzeitige Niveau des hiesigen Wohnungsneubaus den auch zukünftig weiter steigenden Bedarf, insbesondere an alters- und energieeffizientem Wohnraum, nicht wird befriedigen können." Komme es langfristig nicht zu einer deutlichen Steigerung der Neubauaktivität, werde sich die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt zunehmend vergrößern. 117pgl

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