Holzbau steht auf der Bionale in Hannover im Mittelpunkt

Vereinfachungen für Geschosswohnungsbau angekündigt

In Hannover fand erstmals die Bioökonomie-Aktionswoche "Bionale" statt, in deren Mittelpunkt der Holzbau gestellt wurde. Zeitgleich kündigte Bauminister Horst Seehofer an, die Umsetzung der Holzbauweise bei mehrgeschossigen Gebäuden zu vereinfachen.

Erstmals fand in Hannover die Bioökonomie-Aktionswoche „Bionale“ statt. Sie wurde gemeinsam vom Umwelt- und Landwirtschaftsministerium des Landes ausgerichtet und drehte sich um das Thema Bauen und das Leben mit umweltschonenden Produkten. Im Mittelpunkt stand das Bauen mit dem Rohstoff Holz. In einem Muster-Holzhaus wurde über die Einsatzmöglichkeiten des Baustoffs informiert.

Zeitgleich zur Bionale haben der Bundesbauminister Horst Seehofer und die Bauminister der Länder angekündigt, die bislang rechtlich schwierige Umsetzung von Holzbauweisen in mehrgeschossigen Gebäuden zu vereinfachen. Dazu wollen sie die Musterbauordnung ändern. Sie ist die Grundlage für das Baurecht der Länder. Die Genehmigung höherer Gebäude soll vereinfacht werden. Bislang waren Brandschutzgutachten, Zulassungen im Einzelfall und weiterer höherer Planungsaufwand erforderlich. Enge Absprachen mit den Genehmigungsbehörden im Vorfeld setzten auch hier besonderes Fachwissen voraus.

Auch Aufstockungen von mehrgeschossigen Wohnungsbauten sollten damit interessanter werden, da die Holzbauweise als leicht und von der Statik her einfacher zu realisieren gilt. Niedersachsens Bauminister Olaf Lies hat angekündigt, die nötigen Änderungen in der Niedersächsischen Bauordnung auf den Weg bringen zu wollen. Knapp 20 Prozent der fertiggestellten Wohnhäuser wurden vergangenes Jahr in Deutschland in Holz hergestellt. In Niedersachsen lag die Quote bei 10,6 Prozent, mit zunehmender Tendenz. Bei Ein- bis Zweifamilienhäusern hat sich die Holzbauweise etabliert.

Streit um Holzbauoffensive in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg hat das Kabinett bereits zu Beginn des vergangenen Jahres eine Holzbauoffensive beschlossen. Neu- und Umbauten von Landesgebäuden sollen soweit wie möglich in Holz- oder Holzhybridbauweise entstehen. Das Land will bis zum Jahr 2023 dafür 17 Millionen Euro investieren. Was die Holzwirtschaft in Baden-Württemberg freute ließ die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) auf die Barrikaden gehen, sie drohte mit einer Klage.

Die Holzbauvertreter hielten der DGfM entgegen, dass Holz Kohlenstoff einlagert, der nur beim Verbrennen oder Vermodern in klimaschädliches CO2 umgewandelt wird. Durch die Verwendung als Baustoff werde die Wiederfreisetzung des gebundenen Kohlenstoffs um viele Jahrzehnte verzögert und somit eine Kohlenstoffsenke geschaffen. Im Vergleich zu anderen Baustoffen wird zur Verarbeitung von Holz außerdem wenig Energie benötigt, was die im Gebäude gebundene „graue Energie“ erheblich reduziert, heißt es von Seiten der KEAN. Quelle: KEAN/al

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