Soprema eröffnet innovatives Recyclingwerk

Soprema recycelt PET zu Dämmstoffplatten

Zunächst wird das PET gewaschen und zu Granulat zerkleinert. © Soprema / Bartosch Salmanski

Der Hersteller von Abdichtungs- und Dämmprodukten Soprema hat in Staßburg ein Recyclingwerk eingeweiht, in dem Verpackungsabfälle aus komplexem PET wieder aufbereitet und somit erneut in der Industrie genutzt werden können. Im ersten Schritt setzt Soprema das Endprodukt des Recycling-Prozesses Polyol als einen Hauptbestandteil in der Produktion von Polyurethan-Dämmstoffplatten ein.

Komplexe PET sind Kunststoffe, die derart mit anderen Kunststoffen verbunden sind, dass sie bisher nicht wiederverwertet werden konnten. Mit der von Soprema neu entwickelten Technologie ist es jetzt erstmals möglich, gebrauchte PET-Verpackungen wie undurchsichtige, mehrschichtige oder vollverschweißte PET-Flaschen und -Schalen so zu verarbeiten, dass sie erneut dem Produktionskreislauf zugeführt werden können. Dafür werden die PET-Kunststoffe in einer Kombination von mechanischen und chemischen Prozessen zu Polyol recycelt. Dieses kann daraufhin als Rohstoff in der Industrie genutzt werden.

Mit dem Verfahren begegnet Soprema zwei aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen: der Einschränkung der Umweltbelastung durch Plastikabfälle sowie der Entwicklung von
qualitativ hochwertigen recycelten Rohstoffen für industrielle Fertigungsprozesse. Die zu Polyol recycelten Kunststoffe wird das Unternehmen im ersten Schritt als einen Hauptbestandteil in der Produktion von Polyurethan-Dämmstoffplatten einsetzen. Zunächst werden die eigenen Polyurethan-Werke im französischen Saint-Julien-du-Sault und in Hof/Oberroßbach (Westerwald) beliefert, die beide in etwa gleicher Entfernung zu Straßburg liegen. Zukünftig ist die Ausweitung des Sopraloop getauften Prozesses auf andere Länder in Europa und in Nordamerika vorgesehen.

7 Millionen Euro hat Soprema in das Werk investiert, im Einführungsjahr wird eine Produktions- beziehungsweise Recyclingkapazität von 3.000 Tonnen komplexer PET-Verpackungen angestrebt. Daraus werden in der Startphase voraussichtlich 5.500 Tonnen und bald darauf 10.000 Tonnen Polyole pro Jahr erzeugt. Innerhalb von 5 Jahren, so das Ziel, soll die Produktion verdoppelt oder sogar verdreifacht werden. Momentan lassen sich bis zu 50 Prozent des eingesetzten Polyols durch recyceltes Material substituieren. Mit wachsender Erfahrung im Recyclingprozess soll eine weitaus höhere Rate erreicht werden.

Das Sammeln, Vorsortieren und der Transport der PET-Abfälle erfolgt in Frankreich in enger Kooperation mit dem Recycling-Unternehmen Citeo, zunächst auf Pilotstrecken. Ziel der Zusammenarbeit ist die Schaffung eines – noch nicht existierenden – französischen Transportsystems zur Annahme und Verarbeitung von PET-Verpackungen in Sortierzentren.

Die Soprema-Gruppe setzt eigenen Angaben zufolge bereits seit über zwanzig Jahren auf Ressourcenschonung und den sukzessiven Ersatz erdölbasierter Rohstoffe durch nachwachsende bziehungsweise recycelte Materialien. Mit zahlreichen Maßnahmen im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie will das Unternehmen kontinuierlich die Auswirkungen seiner Produkte und seiner Aktivitäten auf die Umwelt reduzieren, und zwar während der gesamten Lebensdauer von Bauwerken vom Neubau bis zum Abriss.

Das Sopraloop-Verfahren wurde als eine von mehreren Soprema-Lösungen von der Solar-Impulse-Stiftung mit dem Label „Efficient Solution" ausgezeichnet. Mit diesem Nachhaltigkeitslabel will die Stiftung der Öffentlichkeit 1.000 von Experten geprüfte industrielle Lösungen vorstellen, die konkret zeigen, dass Umweltschutz und Rentabilität miteinander
vereinbar sind. Weitere mit dem Label ausgezeichnete Lösungen sind das Soprema-Werk in Hof mit seinem intelligenten Konzept zur Kälteenergiespeicherung, kombiniert mit selbst
erzeugter Energie aus regenerativen Quellen, sowie die zu 100 Prozent ökologischen Pavatex-Holzfaserdämmstoffe. Quelle: Soprema /sth

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