Quelle: DEUTSCHE ROCKWOOL

Dämmung der Kellerdecke

Sanieren in Eigenregie

Ist die Kellerdecke unterhalb des Erdgeschosses gedämmt, spart das Heizkosten und erhöht den Wohnkomfort. Foto: Zukunft Altbau

Die steigenden Öl- und Erdgaspreise treiben die Heizkosten für viele Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer nach oben. Eine besonders effiziente Maßnahme, um die Heizrechnung zu senken, ist die nachträgliche Dämmung der Kellerdecke. Sie ist eine der wenigen Sanierungsmaßnahmen, die selbst und ohne professionelle Unterstützung umgesetzt werden kann.

Heizkosteneinsparungen bis zu zehn Prozent sind möglich. Darauf weist das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau hin. Praktische Tipps und Kniffe, wie Sanierungswillige mit fachlichem Grundverständnis, aber ohne genaue technische Vorkenntnisse das Projekt Kellerdeckendämmung professionell angehen, zeigen nun ein neues Video und die Internetseite von Zukunft Altbau unter www.zukunftaltbau.de/kellerdecke. Übrigens: Auch die – oft gesetzlich verpflichtende – Dämmung der Decke zum Dachboden kann in vielen Fällen in Eigenregie erfolgen.

Neutrale Informationen gibt es auch kostenfrei am Beratungstelefon von Zukunft Altbau unter 08000 12 33 33 (Montag bis Freitag von 9 bis 13 Uhr) oder per E-Mail an beratungstelefon@zukunftaltbau.de.

Beim Energieträger Erdgas könnte die Versorgung im nächsten Winter gefährdet sein. Um dem zu begegnen, möchte eine zunehmende Anzahl an Eigentümerinnen und Eigentümer ihr Haus energetisch sanieren und auf erneuerbare Energien umsteigen. Für die Umsetzung der meisten Vorhaben benötigt man Fachleute aus der Energieberatung und dem Handwerk. Sie sind aktuell aber meist ausgebucht. Einzelne Maßnahmen können Sanierungswillige dennoch sofort in Eigenregie umsetzen.

Besonders effizient ist die nachträgliche Dämmung der Decke unbeheizter Keller in älteren Häusern. Diese häufig vergessene Maßnahme ist fast immer sinnvoll. Die Dämmung sorgt für einen warmen Fußboden im Erdgeschoss, da die Wärme nicht mehr in den kühleren Keller abfließt – das verhindert kalte Füße. Die Maßnahme spart bis zu zehn Prozent der Heizkosten ein. Da sie relativ einfach umzusetzen ist, gilt sie als eine der profitabelsten energetischen Maßnahmen.

Kellerdecke dämmen: So geht‘s

Wer ein Haus besitzt, muss bei der Dämmung der Kellerdecke sorgfältig und Schritt für Schritt vorgehen. Das Anbringen der Dämmplatten selbst ist einfach, falls keine oder wenige Leitungen unterhalb der Kellerdecke vorhanden sind. Mit oder ohne Leitungen gilt: nach der Dämmung muss noch ausreichend Kopfhöhe vorhanden sein.

„Zur Vorbereitung sollten Eigentümerinnen oder Eigentümer die Kellerdecke und die Wände von Staub befreien und losen Putz entfernen“, sagt Frank Hettler von Zukunft Altbau. Dann werden, falls bestehend, ungedämmte oder schlecht gedämmte Heizleitungen an der Kellerdecke deutlich dicker als der Rohrdurchmesser eingepackt; dies spart zusätzlich Heizenergie. Für die anschließende Anbringung der Dämmplatten an der Kellerdecke gibt es verschiedene Montagesysteme: Sie werden geklebt, gedübelt oder mit einem Schienensystem befestigt.

Von der Dicke des Dämmstoffs und der Oberfläche der Kellerdecke hängt es ab, ob – zusätzlich – gedübelt werden muss. Die Faustregel lautet: Je dicker die Dämmplatte und schlechter haftend die Decke, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Platten mit Dübeln befestigt werden müssen. Informationen dazu stehen in den Herstellerangaben.

Hartschaum, Mineralfasern oder Naturdämmstoffe zur Auswahl

Als Dämmstoff für die Kellerdeckendämmung eignen sich unter anderem Hartschaumplatten aus Polystyrol oder Polyurethan, Mineralwolleplatten sowie Naturdämmstoffe, beispielsweise Holzweichfaserplatten oder Zelluloseplatten. Die Dämmung der Kellerdecke sollte bei den meisten Materialien mindestens zwölf Zentimeter dick sein, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Manchmal schränkt jedoch die Deckenhöhe die mögliche Dämmstoffdicke ein oder zwingt dazu besser dämmende Materialien zu nutzen. Besonders gut ist ein Dämmwert, genannt U-Wert, von unter 0,2 Watt pro Quadratmeter und Kelvin. „Bei dem Material Polyurethan braucht man dafür eine Dicke von rund zwölf Zentimetern, bei Holzweichfaser mindestens 20 Zentimeter. Ein guter U-Wert und sorgfältige, fugenfreie Anbringung lohnen sich, denn so können die Platten weit über dreißig Jahre ihren Dienst tun, ohne nachgerüstet oder gar ausgetauscht werden zu müssen“, so Hettler.

Am Ende können die Dämmplatten nach Wunsch verputzt, gestrichen oder mit einer Gipskartonplatte versehen werden. Manchmal ist die Oberfläche der Platten bereits gestrichen oder mit einem beschichteten Gewebe versehen, dann entfällt dieser Schritt. Die äußeren Wände sollten von der Innenseite im oberen Bereich, unterhalb der Decke, zusätzlich gedämmt werden. Rund eine Plattenbreite mit etwa 50 Zentimeter reicht dafür aus. Dieser sogenannte Dämmkragen reduziert Wärmebrücken und spart zusätzliche Heizenergie. Bei Ausführung in Eigenleistung gibt es im Gegensatz zur Durchführung über einen Handwerksbetrieb keine staatliche Förderung für die Dämmung der Kellerdecke. Dafür spart man sich die Handwerkerkosten und kann gleich loslegen.

Bewohnte Keller kann man auch dämmen, nur anders

Ist der Keller bewohnt und beheizt, lohnt sich die Dämmung des Kellerbodens und der Kelleraußenwand von innen. Auch Innenwände zu unbeheizten Kellerräumen sollten dann komplett gedämmt werden. Das alles richtig zu machen, ist deutlich komplizierter. Hier sollte im Vorfeld eine Energieberaterin oder ein Energieberater hinzugezogen werden, um sicher zu stellen, dass keine Luftfeuchtigkeit hinter oder in der Dämmung kondensiert und dadurch Schäden verursacht.

Auch die oberste Geschossdecke dämmen

Bei nicht ausgebauten Dachböden sollte auch die oberste Geschossdecke mit einer möglichst dicken Dämmschicht versehen werden. Oft ist die Maßnahme sogar gesetzlich verpflichtend. Die Maßnahme kann prinzipiell ebenfalls gut in Eigenregie erfolgen, da sie einfacher ist als eine vollständige Dachdämmung. Damit die Wärmeverluste auf den geforderten Wert sinken können, wird eine Dämmdicke von zwölf bis 18 Zentimetern benötigt, je nachdem, welches Material eingesetzt wird. Experten empfehlen, gleich etwa bis zu zehn Zentimeter mehr Dämmstoff einzubauen, als der Gesetzgeber fordert. Denn jeder zusätzliche Zentimeter spart dauerhaft Heizkosten, während für die dickere Dämmung nur einmalig geringe Mehrkosten anfallen.

Wird die verbesserte Dämmung von Fachleuten eingebaut, gibt es staatliche Fördermittel. Handelt es sich bei der obersten Geschossdecke um eine Holzbalkendecke, sollte mit dem Energieberater geprüft werden, ob und wo eine Dampfbremse erforderlich ist. Sie verringert den Eintrag feuchter Luft aus dem Zimmer in die Dämmschicht und das Bauteil, denn der Wasserdampf kann zu Schäden an der Baukonstruktion führen. Weitere Unterstützung zur Umsetzung gibt es beim Fachhandwerk der Stuckateure und Zimmerer sowie bei Gebäudeenergieberaterinnen und Gebäudeenergieberatern.

Quelle: Zukunft Altbau / Wolfram Hülscher

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