Konsortium will elektrochrome Bauelemente integrieren

Neue Folien für energiesparende Dächer

Das Dolce Vita Shopping Center in Lissabon mit einem Membrandach aus Ethylentetrafluorethylen. © Hightex

Für große lichtdurchlässige Fassaden- und Dachelemente ist Glas oft nicht flexibel genug und zu schwer. Technologien für die Herstellung einer Membran mit integrierten Solarzellen erforscht deshalb ein neues Projekt des Fraunhofer-Instituts für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP. 

Werkstoffe wie Ethylentetrafluorethylen (ETFE) haben sich wegen ihrer langen Lebensdauer und Witterungsbeständigkeit als Fassaden und Dachelemente bewährt. So ist das Dach des größten Einkaufszentrums Europas, das Dolce Vita in Lissabon, mit fünflagigen Folienkissen aus 200.000 Quadratmetern ETFE überspannt.

Im Gegensatz zu Glas sind Fluorpolymere in Beschichtungsprozessen aber schwierig zu verarbeiten. Aus diesem Grund konnten Membrandächer und -fassaden bisher nur sehr begrenzt mit energieeinsparenden Funktionen wie zum Beispiel einer Wärmeschutzbeschichtung, integrierten Solarmodulen oder einem schaltbaren Gesamtenergiedurchlassgrad ausgestattet werden.

Das Konsortium von neun Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen rund um das Fraunhofer FEP möchte dies nun ändern und die Oberflächen von Membrandächer und Fassaden mit optoelektronischen Bauelementen so ausrüsten, dass sie einen schaltbaren Gesamtenergiedurchlassgrad und die Energieerzeugung mit flexiblen Solarzellen ermöglichen.

"Folienbasierte Dach- und Fassadenelemente sollen mit elektrochromen, schaltbaren Bauelementen ausgestattet werden. So kann die Licht- und Wärmedurchlässigkeit elektrisch gesteuert werden", sagt Verbundkoordinator John Fahlteich. "Die Energie dafür stellen flexible, organische Solarzellen bereit. Wir möchten im Projekt FLEX-G Technologien entwickeln, die sowohl für flexible Membrandach- und Fassadenelemente, als auch für glasbasierte Systeme anwendbar sind."

Um dies zu erreichen, sollen erstmals Verfahren erforscht werden, mit denen das elektrochrome Bauelement – das also Farbveränderungen durch elektrische Ströme bewirkt - direkt auf einer ETFE-Folie aufgebaut wird. Die Flexibilität der Folien ermöglicht die Verwendung von kostengünstigen und produktiven Rolle-zu-Rolle Fertigungsverfahren. Im Rahmen des dreijährigen Vorhabens ist ein 36 Quadratmeter großer Membrandachprototyp geplant, der sowohl mit elektrochromen Bauelementen – zur Schaltung des Gesamtenergiedurchlassgrades – als auch mit flexiblen, organischen Solarzellen ausgestattet ist.

Mit dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Verbundprojekt wird die Integration von Bauelementen in uneben geformte Gebäudehüllen zur Energieeinsparung und -gewinnung erreicht und damit ein Beitrag zur Senkung des Primärenergiebedarfs geleistet. Damit soll das Ziel der Bundesregierung, bis 2050 den Primärenergiebedarf in Deutschland um die Hälfte zu senken, unterstützt werden. Quelle: Fraunhofer FEP / sue

Eine Verwendung dieses Textes ist kostenpflichtig. Eine Lizenzierung ist möglich.
Bitte nehmen Sie bei Fragen Kontakt auf.

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

(wird nicht veröffentlicht)

Bitte tragen Sie hier die im Bild dargestellte Zeichenfolge ("Captcha") ein.
Dies dient der Vermeidung von Spam.

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.