Mineralwoll-WDVS im Neubau immer noch 15 Prozent teurer

Kosten für Dämmung aus EPS und Mineralwolle nähern sich

In der Sanierung ist Dämmung aus EPS 7 Prozent günstiger als Mineralwolle. © I. Lizarazo

Im Neubau ist eine Dämmung aus Mineralwolle noch 15 Prozent teurer als ein konkurrierendes System aus EPS. In der Sanierung liegt der Kostenunterschied bei zirka 7 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der ARGE Kiel im Auftrag des Fachverbands der Mineralwolleindustrie.

Auf Basis des Typengebäudes für ein Mehrfamilienhaus mit 12 Wohnungen im mittleren Qualitätssegment wurden jeweils die Kosten eines WDVS aus EPS und Mineralwolle miteinander verglichen. Dabei wurden die seit 1. Januar 2016 zusätzlich erforderlichen Brandschutzmaßnahmen gesondert erfasst und bewertet.

Aufgrund der seit dem 1. Januar 2016 geltenden Ergänzungen zu bauaufsichtlichen Zulassungen für schwerentflammbare WDVS können bei Systemen mit EPS-Dämmstoff zusätzliche bauliche Maßnahmen zur Vermeidung einer Ausbreitung von Bränden erforderlich sein. "Da diese Maßnahmen bei zugelassenen Systemen aus Mineralwolle nicht zusätzlich anfallen, verschiebt sich die Kostendifferenz zwischen den unterschiedlichen Systemen" so die Studie.

Für Neubauten ohne die zusätzlichen Brandschutzanforderungen liegen die Kosten eines WDVS mit EPS um zirka 22 Prozent unter denen eines vergleichbaren Systems aus Mineralwolle. Durch die zusätzlich notwendigen Brandschutzmaßnahmen verringere sich diese Differenz auf zirka 15 Prozent, so die Studie.

Die Untersuchung wurde auch für Sanierungsvorhaben durchgeführt. Dabei wurde, so die Autoren, ein baulicher Ausgangszustand gewählt, der einem Gebäude von vor 1979 entspricht. Es werde von einer geputzten, monolithischen Außenwand ausgegangen. Der U-Wert dieser Außenwand solle sich durch die Maßnahme auf 0,2 W/m²K verbessern und den energetischen Standard Effizienzhaus 100 ermöglichen. Im Ergebnis zeige sich, dass die Kosten für das System aus EPS Dämmstoff um 16 Prozent und für das System aus Mineralwolle Dämmstoff um knapp 10 Prozent oberhalb der Neubaukosten des jeweiligen Systems liegen.

Gründe für die Mehrkosten fallen durch Arbeiten wie das Reinigen des Untergrunds und einen Zuschlag für das Bauen im Bestand ab. "Die Möglichkeit einer homogenen Ausführung der Dämmebene aus Mineralwolle wird gegenüber der durch die zusätzlichen Brandriegel aufwendigeren und fehlerträchtigeren Ausführung einer Dämmung aus EPS Dämmstoffen als Vorteil bewertet", so die Autoren. Im Bereich der Sanierung reduzierten sich die Mehrkosten für Mineralwolle unter Berücksichtigung der aktuellen Brandschutzanforderungen auf knapp 7 Prozent. pgl

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