Studie: Fenstermarkt in diesem Jahr entgegen den Erwartungen im Plus

Geringes Minus wird für 2021 erwartet

Der Fenstermarkt im Wohnbau wächst 2020 um 2,2 Prozent. © Pixabay

Entgegen der Prognose vom Mai 2020 von minus 5,5 Prozent wird der Fenstermarkt dieses Jahr im Blick auf die Absatzzahlen steigen. Ein Plus von 0,5 Prozent auf 14,8 Millionen Fenstereinheiten macht die „Update“-Studie zur Fenstermarktentwicklung aus. Sie wurde auf der Fachtagung „Statistik und Markt“ des Verbandes Fenster und Fassade (VFF) präsentiert.

Auch für das kommende Jahr wird nicht mit einem Markteinbruch gerechnet. Es wird nur ein geringes Minus von 0,6 Prozent erwartet. „Die befürchteten Auswirkungen der Corona-Pandemie sind – Stand heute – nicht eingetreten“, erklärte Frank Lange, Geschäftsführer des VFF, und stellt fest: „Allerdings hat es deutliche Verschiebungen innerhalb der einzelnen Segmente gegeben.“

Wie bei dem Plus von 0,5 Prozent FE im Fenstermarkt wird 2020 auch im deutschen Außentürenmarkt entgegen der bisherigen Prognose (minus 4,0 Prozent) ein Wachstum um 1,3 Prozent auf 1,48 Millionen Stück erwartet, führte Christian Blanke von der Heinze GmbH das „Herbst-Update“ der Fenster- und Außentürenmarktzahlen aus. Für das Jahr 2021 bleiben die Außentüren gegenüber dem leichten Minus von 0,6 Prozent im Fenstermarkt weiterhin im Plus mit 1,2 Prozent Wachstum.

Verschiebungen in einzelnen Marktsegmenten

Die Stabilität im Gesamtmarkt ist laut Studie mit deutlichen Verschiebungen in den einzelnen Marktsegmenten verbunden. Der Fenstermarkt im Wohnbau wächst 2020 um 2,2 Prozent, während der Fenstermarkt im Nichtwohnbau im gleichen Jahr um 2,6 Prozent zurückgeht. Die Diskrepanz ist für 2021 noch deutlicher mit einem erwarteten Zuwachs von 3,3, Prozent im Wohnbau und einem voraussichtlichen Rückgang um 8,1 Prozent im Nichtwohnbau. Differenziert nach Neubau und Sanierung, wächst 2020 der Fenstermarkt Wohnbau im Neubau mit 2,0 Prozent und in der Sanierung mit 2,3 Prozent, während der Fenstermarkt Nichtwohnbau im Neubau mit 4,2 Prozent deutlich nachlässt. Der Nichtwohnbau in der Sanierung bleibt dagegen mit 0,5 Prozent minus stabil.

Das starke Minus im Nichtwohnbau wirkt sich auch im Rückgang beim Rahmenmaterial Metall im Vergleich zu den anderen Rahmenmaterialien wie Kunststoff, Holz und Holz-Aluminium aus. Gründe für die Gesamtmarktentwicklung sind die niedrigen Zinsen, die fehlende gewerbliche Investitionsbereitschaft aufgrund der Pandemie, der hohe Bedarf an Wohnraum, der historisch große Baugenehmigungsüberhang im Wohnbau und vor allem die Sanierungsbereitschaft durch die Anforderungen aus dem Klimaschutz mit den unterstützenden Förderprogrammen

Genehmigungen im Wohnbau steigen weiter

In Übereinstimmung mit den Fenstermarktzahlen verdeutlichte Holger Lipp, Obmann des Statistischen Ausschusses, dass der Wohnungsbau im Gegensatz zum Nichtwohnbau praktisch nicht von der gesamtwirtschaftlichen Rezession betroffen ist. Dies verdeutlichte er unter anderem mit dem Überhang von genehmigten, noch nicht fertiggestellten Wohnungen im Jahr 2019, der sich mit 740.400 Wohnungen auf dem höchsten Stand seit 1998 befunden hat. Auch 2020 werden die Genehmigungen im Wohnbau weiter mit 1,8 Prozent sowie 2021 mit 8,9 Prozent steigen. Der Einbruch bei den Baugenehmigungen im Nichtwohnbau verschiebt sich entgegen der Prognose aus dem Frühjahr 2020 ins kommende Jahr mit einem Einbruch von 19,2 Prozent.

„Wir wissen das gerade in den unsicheren Zeiten der Pandemie solch ein breites Marktzahlenangebot großen Nutzen für die Branchenunternehmen hat“, betonte Frank Lange. „Aber natürlich stehen alle diese Zahlen unter dem Vorbehalt, dass sie durch unvorhergesehene Entwicklungen, wie wir sie derzeit regelmäßig erleben, wieder fraglich werden können.“ Quelle: VFF / al

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