Verleihung erfolgt im November

Finalisten beim Nachhaltigkeitspreis stehen fest

Beim Wettbewerb der DGNB werden zukunftsfähige Häuser prämiert, hier das Haus der Baugemeinschaft Z8. © Peter Eichler

Ganz unterschiedliche Gebäude haben es in die Endauswahl beim diesjährigen Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur geschafft: Ein innovativer Verwaltungsbau mit prägnanter Stampflehmfassade, das städtebaulich vorbildliche Holzhaus einer Baugemeinschaft sowie die hochwertige Sanierung einer historischen Scheune zur Dorfbücherei. Der Preis soll am 22. November 2019 in Düsseldorf verliehen werden.

Deutschlands wichtigster Architekturpreis für nachhaltige Gebäude wird zum siebten Mal gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) und der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis verliehen. Der Sieger wird am 22. November 2019 in Düsseldorf bekanntgegeben. „Ob beim Neubau oder im Bestand, ob bei einem Bürokomplex, einem Wohnhaus oder einem öffentlichen Gebäude: Je nach Bauaufgabe ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an die Nachhaltigkeit und die Gestaltung eines Projekts“, sagt DGNB-Präsident Professor Alexander Rudolphi. „Die drei Projekte zeigen alle auf intelligente und vorbildliche Weise, wie sich Innovation, eine hohe architektonische Qualität und die vielfältigen Aspekte der Nachhaltigkeit miteinander verbinden lassen.“

Alnatura Campus – Neubau der Alnatura Arbeitswelt, Darmstadt

Beim Neubau der Alnatura Arbeitswelt in Darmstadt würdigt die Jury das Gesamtkonzept. Es ist das größte Bürogebäude mit Stampflehmfassade und integrierter geothermischer Wandheizung in Europa. In einem gelungenen Prozess mit Bauherrn und Nutzer, dem versammelten Know-how von Architekten, Lehmbauer und Energieingenieuren ist ein natürlich belüftetes Lowtech-Gebäude entstanden. Die ressourcenschonende Bauweise, unter Einsatz natürlicher, wiederverwendbarer Materialien sorgt für eine sehr gute Ökobilanz. Im Inneren bietet das Gebäude den rund 500 Mitarbeitern eine außergewöhnlich helle, anregende Arbeitsumgebung, die Kommunikation fördert und Räume für Kreativität schafft.

Baugemeinschaft Z8 – Holzhaus Leipzig-Lindenau, Leipzig

Üblicherweise entstehen Gebäude als Holzbau in Siedlungsgebieten. Das Projekt der Baugemeinschaft Z8 entwickelt sein architektonisches Konzept dagegen dezidiert aus seinem urbanen Kontext. Durch die Eigeninitiative der privaten Bauherren in einer Baugemeinschaft wird eine bürgerschaftliche Alternative zur Baufinanzierung durch Investoren oder Kommunen gefunden. Da Bauträgererlöse nicht angestrebt werden, kann sich die Konzentration auf die Qualität des Bauens an sich richten. Dies wird sichtbar im gestalterischen Ansatz des Gebäudes, das sich nicht auf eine Herleitung aus der Konstruktion beschränkt, sondern bewusst „städtische“ Differenzierungsformen und Detaillösungen auf den Holzbau überträgt und Holz so zu einem „urbanen Thema“ macht. Die Jury würdigt das Projekt als nachhaltigen, klugen und schönen Beitrag zur aktuellen Wohnungs- und Städtebau-Debatte.

Bücherei Kressbronn am Bodensee

Bei der Bücherei Kressbronn am Bodensee honoriert die Jury, dass das Gebäude vorbildlich zeigt, wie eine vorhandene Substanz angemessen verbessert werden kann. Es stellt ein beispielhaft gutes Gebäude für hochwertige und zugleich nachhaltige Architektur im ländlichen Raum dar. Durch die Sanierung einer historischen Scheune wird der Charakter des Ortsbilds beibehalten. Mit der Umnutzung erfährt das Gebäude eine inhaltliche Aufwertung des ursprünglichen Bautyps und dient fortan als öffentlicher Treffpunkt im Ortskern. Es fügt sich wie selbstverständlich ein und nimmt dabei eine Haltung ein, ohne mit großen Gesten auftrumpfen zu müssen. Bei der Sanierung wurde konsequent ein Lowtech-Ansatz verfolgt, zu dem z.B. die natürliche Belüftung der Räume gehört, wodurch auch die Betriebskosten reduziert werden können. Das filigrane Dachtragwerk wurde restauriert und auf einem Sockelgeschoss aus Dämmbeton mit darüber liegenden Holzständerwänden wieder aufgerichtet.

Hochkarätige Fachjury entscheidet über die Finalisten

Unter den Finalisten entscheidet sich, wer der Nachfolger des Neuen Rathauses in Freiburg wird, das im letzten Jahr die Auszeichnung – damals noch unter dem Titel DGNB Preis „Nachhaltiges Bauen“ – gewinnen konnte. Um eine fundierte und unabhängige Bewertung zu ermöglichen, werden die Sieger und Finalisten in einem zweistufigen Juryprozess ausgewählt, an dem sich namhafte Experten aus den Bereichen Architektur und Bauen, aber auch Fachleute aus Kommunen, Forschung, Zivilgesellschaft und Politik beteiligen. Nachdem eine DGNB Jury über die nominierten Projekte entschied, wurden die Finalisten und der Sieger nun in einer zweiten Auswahlrunde durch die Jury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises bestimmt. Im Expertengremium unter dem Vorsitz von Prof. Günther Bachmann, Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung, befanden sich unter anderem Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer e.V., Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, und DGNB Präsident Prof. Alexander Rudolphi. Die Preisverleihung findet am 22. November 2019 im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitstages in Düsseldorf statt. Die Auszeichnung wird in diesem Jahr durch Caparol, den Bund Deutscher Architekten, die Bundesarchitektenkammer sowie die Bundesstiftung Baukultur unterstützt. Das Ausschreiben soll für effiziente Häuser begeistern. Quelle: DGNB/wh  

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