TGA-Award und Deutscher Kältepreis für Innovationen vergeben

Energietage zeigen neue Lösungen am Bau

Umweltministerin Svenja Schulze bei ihrer Eröffnungs-Keynote. © Energietage/Rolf Schulten

Nach 400 Stunden Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops mit tausenden Teilnehmern gingen am Mittwoch die Berliner Energietage zu Ende. Die Leitveranstaltung der Energiewende in Deutschland zeigte unter anderem Lösungen für energieeffizientes Bauen.

Zu Beginn der Energietage streifte Umweltministerin Svenja Schulze in ihrem Grußwort auch die Gebäudeeffizienz. Sie sagte: "Dieser Sektor macht allein rund 35 Prozent unseres Endenergiebedarfs und ein Drittel der Treibhausgasemissionen aus. Der Klimaschutzplan beschreibt einen Pfad, mit dem wir langfristig einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand bekommen: Wir brauchen anspruchsvolle Neubaustandards, einen Umstieg bei den Heizungssystemen von fossil auf erneuerbar und langfristige Sanierungsstrategien für Bestandsbauten. Auch die Beratung kann noch besser werden, um mehr Eigentümer zum Sanieren zu motivieren."

Preise für energieeffiziente Kühlung

Am Abend vergab Schulze den Deutschen Kältepreis. Epta Deutschland aus Mannheim gewann in der Kategorie "Kälte- oder klimatechnische Innovation". Das Unternehmen hat ein Kühlsystem entwickelt, mit dem das Kältemittel CO2 mit geringerem Druck und damit energieeffizienter genutzt werden kann. In der Kategorie "Energieeffiziente Kälte- und Klimaanlagen mit indirekter Kühlung" gewann Menerga aus Mühlheim an der Ruhr. Die Firma macht eine sogenannte adiabate Kühlung ohne den Einsatz von Kompressionskälteanlagen möglich. Dafür wurde eine zweite Kühlstufe für Spitzenlasten an heißen und schwülen Tagen ergänzt. In der Kategorie "Intelligentes Monitoring von Kälte- und Klimaanlagen" gewann CoolTool Technology aus Duisburg mit einem interaktiven Überwachungssystem für thermodynamische Berechnungen im laufenden Betrieb. Es erkennt und meldet Mängel im Kälteprozess, lange bevor Temperaturen in Kühlräumen ansteigen.

Nachhaltige Quartiere von Malmö bis München

Eon als Lieferant von fossil erzeugtem Strom muss sich neu erfinden und tut das unter anderem, indem das Unternehmen Quartierslösungen entwickelt. Gemeinsam mit Experten aus Schweden, Dänemark, Berlin und München stellte Eon Best-Practice-Beispiele vor. Die Projekte zeigen, dass städtische Quartiere schon heute zeigen können, was morgen bei Dezentralisierung, Dekarbonisierung und Digitalisierung umgesetzt werden soll. Nirgends sonst ist das Potential für intelligente Sektorenkoppelung so groß wie im städtischen Raum, waren sich die Experten einig. Vorgestellt wurden nachhaltige und innovative Projekte aus Malmö, Kopenhagen, München und Berlin.

Engie Deutschland forciert intelligente Fassaden

Unter dem Motto "Intelligente Fassade – das unterschätzte Energiewendepotenzial" veranstaltete der Energieversorger Engie ein Expertenpanel. "Wir sehen große Chancen, die Energieeffizienz von Gebäuden durch innovative Fassadenkonzepte in Verbindung mit einer intelligenten Gebäudeautomation zu steigern", sagte Steffen Haller, Niederlassungsleiter Energiemanagement bei Engie. So hat Engie an am Standort des Tochterunternehmens Laborelec im belgischen Linkebeek Solarfolien des deutschen Unternehmens Heliatek installiert. Die organischen Solarfolien wurden in Fassade und Fenster integriert und ermöglichen die Erprobung der neuen Solartechnologie.

Wärme auf Berliner Art

In Berlin laufen derzeit die Vorbereitungen für einen Kohleausstieg der Stadt bis 2030. Eine Machbarkeitsstudie von Umweltverwaltung und Vattenfall soll zeigen, wie dies gelingen kann. Aber auch dezentrale Versorgungslösungen sowie der flächendeckende Einsatz von Smart Metern sind wichtige Bausteine auf dem Weg zur Klimaneutralität. Die drei Themen standen im Zentrum der Diskussionsrunden unter der Überschrift "Wärme auf Berliner Art". Weitere Bausteine: Das Mieterstromgesetz und das Zusammenspiel von erneuerbaren Energien mit Gas als Brückentechnologie.

TGA-Award für Neu- und Bestandsbauten

Am zweiten Tag der Berliner Energietage wurde dann noch ein Preis vergeben: Der TGA-Award. Hier gab es Nominierte in acht Kategorien. Im Bereich Wohnungsneubau gewann das Unternehmen BuroHappold Engineering aus Berlin mit der Planung für die Villa M im Grunewald. Das markante dreistöckige Gebäude mit seinen schrägen Wänden wird geothermisch geheizt, der Energieverbrauch automatisch gesteuert.

In der Kategorie Bestandsbau gewannen die Planer von Laudeley Betriebstechnik aus Ritterhude mit der technischen und energetischen Sanierung eines Wohn- und Geschäftshauses in Oldenburg. Das nach seinem Eigentümer benannte Henne-Haus 2 aus den 60er Jahren braucht nach seiner Sanierung auf den Standard KfW 40+ nur noch einen Bruchteil der Energie. Das Besondere: Durch die installierte Photovoltaik und Kraft-Wärme-Kopplung kombiniert mit Speichern wird der Vermieter zum Energieversorger.

Unter telegramm.energietage.de sollen weitere ausgewählte Veranstaltungen der Energietage demnächst dokumentiert werden. von Susanne Ehlerding

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