Auch Wasserkraft ist Teil des Konzepts

Energieautarkes Quartier erhält integrierte Steuerung

System koppelt viele Energiequellen. © Ecocoach

Das Schweizer Unternehmen Ecocoach stattet drei energieautarke Mehrfamilienhäuser mit seiner integrierten Energiemanagement- und Smart-Home-Lösung aus. Das Projekt koppelt erstmals Photovoltaik mit Stromspeichern und Wasserkraft sowie einer Methanolbrennstoffzelle als zusätzlicher Energiequelle.

In dem Konzept werden die Gebäude sowie zehn geplante Ladestationen für Elektrofahrzeuge komplett CO2-frei mit Energie versorgt. In den Stromspeichern integrierte Industrie-PCs steuern die Energie- und Gebäudetechnik und sorgen für die zentrale Erfassung und Abrechnung aller Energieflüsse. Bauherr ist die Sani Immobilien AG aus Buochs. Die Wohnanlage mit insgesamt 26 Mietwohnungen verfügt über eine Wohnfläche von insgesamt 2700 qm, eine autofreie Begegnungszone mit Kinderspielplatz und einen Gemeinschaftsraum für die Mieter. Sie entsteht im schweizerischen Ort Buochs, entworfen wurde sie vom Buochser Architekturbüro Architektur 3. Der Spatenstich erfolgte Mitte Januar 2019,

Mit Hilfe des Systems können die Mieter sowohl Heizung und Lüftung als auch das Licht und weitere Funktionen ihrer Wohnung über eine zentrale, intuitiv bedienbare App bedienen. Beheizt wird das Quartier über eine Grundwasser-Wärmepumpe mit einer Leistung von 100 kW. Auch die  Hausverwaltung steuert alle Funktionen bis hin zur Erfassung der Energie- und Wasserströme über die ecocoach-Lösung. Der Stromverbrauch der Ladesäulen wird automatisch den jeweiligen Wohnungen zugerechnet. Die Speicher, das gesamte Energiemanagement und die intelligente Steuerung der Gebäudetechnik sind serienmäßig Teil des Systems.

Die vollständig autarke und CO2-freie Energieversorgung baut einerseits auf einer Photovoltaik-Gesamtleistung von 100 kWp auf. Das Energiemanagement maximiert den Solarstrom-Eigenverbrauch und speichert Strom-Überschüsse in fünf Speichern mit jeweils 65 kWh Kapazität. Sind die Speicherkapazitäten ausgeschöpft, wird der Strom eingespeist.

Mit diesen Komponenten decken die Häuser rund 50 Prozent ihres Strombedarfs. Den übrigen Strom liefert ein Wasserkraftwerk, dass unmittelbar an die Wohnbebauung angrenzt. Mit Hilfe von 70 Millionen Kubikmetern Wasser, dass jährlich durch die Turbine fließt – das entspricht 465 Millionen Badewannen – erzeugt es eine Jahresproduktion von 380 Megawattstunden Strom. Die Gesamtleistung des Kraftwerks genügt für rund 100 Haushalte, die CO2-Einsparung gegenüber einem Erdgaskraftwerk liegt bei 162 Tonnen pro Jahr. Der nicht unmittelbar vor Ort verbrauchte Strom wird ins Netz eingespeist.

Auch die Ladesäulen werden mit Strom aus Photovoltaik und Wasserkraft gespeist. Damit fahren die Anwohner der Häuser mit Elektroautos komplett CO2-frei. Die Brennstoffzelle mit einer Leistung von 10 kW bietet zusätzliche Versorgungssicherheit, wenn das Wasserkraftwerk ausfallen sollte und PV sowie Speicher nicht ausreichend Energie liefern können. Quelle: Ecocoach / pgl

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