Studie ermittelt Potenzial von 215.000 neuen Arbeitsplätzen

Energetische Sanierung könnte Jobmotor sein

Jan-Peter Hinrichs, Geschäftsführer des Buveg. © Julia Nimke

Rund 215.000 zusätzliche Arbeitsplätze können im Bauhandwerk entstehen, wenn zur Erreichung der Klimaziele der Gebäudebestand bis 2050 energetisch modernisiert wird. Das hat erstmals das Forschungsinstitut für Wärmeschutz München (FIW) im Auftrag des Bundesverbandes energieeffiziente Gebäudehülle (Buveg) errechnet. 

Öffentliche und private Gebäude in Deutschland stehen für 40 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs. "Hier Energie und damit CO2 einzusparen ist deshalb möglich und notwendig", erklärt der Buveg. Dabei ist es das erklärte Ziel der Bundesregierung, bis 2050 einen klimaneutralen Gebäudebestand zu schaffen.

Bei einer dazu erforderlichen Erhöhung der Sanierungsquote auf rund 1,6 Prozent jährlich, was einer Verdoppelung der aktuellen Quote entspricht, würden rund 215.000 Arbeitsplätze im Bereich der energetischen Sanierung und weitere 67.000 Arbeitsplätze im Neubau von energiesparsamen Gebäuden entstehen. Damit können insgesamt zur Erreichung der Klimaziele bis 2050 über 280.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, heißt es in der Studie.

Jan Peter Hinrichs, Geschäftsführer des Buveg: "Längst ist klar, dass durch Automation und Digitalisierung viele Arbeits- und Ausbildungsplätze in klassischen Berufen verschwinden. Mit der Umsetzung der energetischen Sanierung hat Deutschland jedoch langfristig ein großes, zukunftssicheres Beschäftigungsreservoir in der Bauwirtschaft. Dieses Potential durch eine inkonsequente Politik brach liegen zu lassen, wäre ein arbeitsmarktpolitischer und volkswirtschaftlicher Fehler."

Der Ausbau werde ganz überwiegend von kleinen und mittleren Betrieben gestemmt. Besonders diese Betriebe stellen aber nur dann zusätzliche Mitarbeiter ein, wenn die wirtschaftliche Entwicklung planbar ist. Deshalb sei es wichtig, dass die politischen Rahmenbedingungen stimmen.

"Seit Jahren vernachlässigt die Bundesregierung die Förderung der energetischen Sanierung. Zudem verhindert eine Vielzahl von unterschiedlichen und sich überschneidenden Kompetenzen eine planvolle und konsequente Politik", kritisiert der Verband. "Um einen starken Impuls für die energetische Sanierung zu setzen, muss die Bundesregierung nun zügig die steuerliche Förderung verbessern und Fördermaßnahmen vereinfachen", fordert er. Quelle: BuVEG / sue

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