ift Rosenheim untersucht Widerstandsfähigkeit moderner Ziegel

Dämmendes Mauerwerk kann Einbruch standhalten

Halten Fenster trotz modernem Mauerwerk in niedrigen Rohdichte- und Druckfertigkeitsklassen einem Einbruch stand? Das untersuchte das Ift Rosenheim und kam zu dem Schluss: Es kommt auf Befestigung und Montage an.

Die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) an die Gebäudehülle und die damit einhergehende wärmeleittechnische Optimierung moderner Ziegelbaustoffe sind stetig gestiegen. Also wird Mauerwerk in niedrigen Rohdichte- und Druckfestigkeitsklassen hergestellt, die aktuell in der "Einbruchnorm" DIN EN 1627 (Prüfnorm für Fenster, Türen, Vorhangfassaden, Gitterelemente, Abschlüsse) nicht erfasst sind. Daher sind diese Ziegel mit Druckfestigkeiten der Klassen kleiner 12 derzeit als Befestigungsgrund für einbruchhemmende Bauelemente normativ nicht nachgewiesen. Bauherren fordern aber Sicherheit genauso wie Energieeinsparung. Das ift Rosenheim bearbeitete daher das Forschungsvorhaben "Einbruchhemmung mit hochwärmedämmendem Ziegelmauerwerk – Analyse des Ist-Zustandes, Erarbeitung von Konstruktions- sowie Nachweiskriterien", gefördert vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Rahmen der Forschungsinitiative Zukunft Bau.

Kernstück der praktischen Untersuchung war die Prüfung nach DIN EN 1627 von bereits klassifizierten einbruchhemmenden Bauelementen der Widerstandsklassen RC2 und RC3 in unterschiedlichen Wänden aus wärmedämmendem Ziegelmauerwerk. Die untersuchten Ziegel repräsentieren den Großteil der hochwärmedämmenden Ziegel auf dem deutschen Markt. Auf Grundlage der Prüfungen an 19 Wandaufbauten mit insgesamt 41 Fenstereinbauten ließen sich allgemeingültige Aussagen zur Befestigung einbruchhemmender Bauelemente in hochwärmedämmendem Ziegelmauerwerk ableiten. Es hat sich gezeigt, dass nicht nur die Ziegel und die Elemente selbst Einfluss auf die Einbruchhemmung haben, auch die Art der Montage und die verwendeten Befestigungsmittel spielen eine wichtige Rolle. Allerdings muss zum Beispiel, abhängig von der Widerstandsklasse des Bauelementes, noch ein entsprechender Standard-Außenputz ausgeführt werden. Dieser verlängert die Widerstandszeit gegen Angriffe auf die Befestigungsmittel und den Ziegel selbst.

Allgemein gilt, dass mit steigender Anzahl der Befestigungsmittel die Widerstandszeit beim Angriff auf die Befestigungsmittel zunimmt. Zudem hat sich unter anderem herausgestellt, dass es vorteilhaft ist, das Befestigungsmittel durch die druckfeste Hinterfütterung hindurchzuführen. So konnte ein Vorschlag für die Erweiterung der Tabelle NA.2 (Zuordnung der Widerstandsklassen von einbruchhemmenden Bauteilen zu Massivwänden) in den zuständigen Normausschuss eingebracht werden. Nach derzeitigem Diskussionsstand soll er bei der anstehenden Überarbeitung des nationalen Anhangs 2019 umgesetzt werden. Damit ist dann auch die Verwendung einbruchhemmender Bauelemente (RC2/RC3) in hochwärmedämmendem Ziegelmauerwerk normativ zulässig.

Der vollständige Bericht ist hier zu finden. Quelle: ift / al

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