Bei der DACH + HOLZ stehen wirtschaftliche Lösungen im Fokus

XXL-Dämmplatten sparen Zeit und Geld

Die Messehallen der DACH + HOLZ 2018 waren gut besucht. © GHM

Die Stimmung unter Dachdeckern, Zimmerern und Bauklempnern ist so gut wie lange nicht. Das ist vergangene Woche auf der Messe DACH + HOLZ International 2018 in Köln deutlich geworden. 73 Prozent der befragten Messebesucher gehen von einem leichten bis starken konjunkturellen Anstieg aus. Vor zwei Jahren, bei der DACH + HOLZ International 2016 in Stuttgart, lag dieser Wert noch bei 64 Prozent. Topthemen auf der Messe waren Produktneuheiten im Bereich Dämmung und Abdichtung sowie Arbeitssicherheit und Digitalisierung.

Die Digitalisierung macht auch vor Dämmstoffen nicht Halt: Isobouw, auf die Herstellung von Dämmstoffen aus expandiertem Polystyrol-Hartschaum spezialisiert, hat in Köln eine Dämmplatte mit einem integrierten Feuchtigkeitssensor vorgestellt. Die dem Anbieter zufolge weltweit erste intelligente Flachdach-Dämmplatte ist durch diesen Sensor in der Lage, Nässe und stehendes Wasser anzuzeigen, ohne dass der Dachaufbau geöffnet werden muss. "Damit ist sie die Basis für eine neue Flachdach-Generation und bietet größere Sicherheit auf dem Dach", so Isobouw.

Isobouw integriert Sensor Humid-ID

Wirklich neu ist das System allerdings nicht. Der Hersteller Humid-ID bietet seinen gleichnamigen Sensor und den dazugehörigen Scanner bereits seit mehreren Jahren an, seit 2015 auch für kleinere Dächer. Die Daten des Sensors werden mittels RFID-Technik batterie- und kabellos übertragen. Zur Ortung von Leckagen muss das Dach lediglich mit dem Sanner abgegangen werden, der in Verbindung mit einer Smartphone-App die Sensordaten ausliest. Auf größeren Dächern reicht ein Sensor alle zwei Meter für die Leckageortung aus, so Humid-ID.

Neu ist, dass Isobouw seine ILOS-Flachdachdämmplatten ab Werk mit den Sensoren ausstattet. Für den Dachhandwerker biete das System den Vorteil, dass die Dichtigkeit einer Flachdach-Abdichtung schon vor der Bauabnahme kontrolliert und dokumentiert werden kann, so der Hersteller. Eventuell später an der Abdichtung durch nachfolgende Gewerke entstandene Schäden, etwa durch die Installation von Solaranlagen oder eine nachträgliche Montage von Klima- oder Lüftungskanälen, ließen sich dann durch eine erneute Kontrolle einfach nachweisen.  Die ILOS Flachdach-Dämmplatte mit integriertenm HUM-ID-Sensor wird im Format 1.000 x 1.000 Millimeter in Schichtdicken von 40 bis 200 Millimeter geliefert.

Neue Lösungen für die Gefälledämmung

Um stehendes Wasser auf einem Flachdach zu vermeiden, das in Verbidung mit wechselnden Temperaturen langfristig zu Undichtigkeiten und Feuchteschäden führen kann, sollten Flachdächer mit einem Gefälle versehen werden. Für die einfache, objektbezogene Gefälledachplanung hat Isobouw das Programm "CAD to go" entwickelt. Damit kann der Verarbeiter auf der Isobouw-Webseite durch die Eingabe objektspezifischer Parameter und Abmessungen einen Gefälledachplan mit Zeichnung und Stückliste erstellen und herunterladen. Das reduziere den Zeitaufwand, so Isobouw.

Eine schnellere Verlegung von Gefälledämmungen hatte auch Bauder bei der Entwicklung der Gefälledämmung "BauderPIR FA Gefälle" vor Augen. Bisher hatte der Hersteller für Gefälledächer lediglich die objekt- und auftragsbezogene Gefälledämmung "BauderPIR T" aus Polyurethan-Hartschaum in verschiedenen Dicken im Angbot. Die allerdings benötigt eine gewisse Planungs- und Lieferzeit. Die neue Gefälledämmung dagegen besteht aus acht standardisierten Gefälleplatten mit zwei Prozent Gefälle. In einlagiger Ausführung ergeben sie eine mögliche Länge von 9,60 Metern. Durch die mehrlagige Verlegung in Verbindung mit den gefällelosen Grundplatten kann diese Länge auf ein Vielfaches ausgedehnt werden.

Besonders zeitsparend am Bauder-System ist, dass die Gefälledämmplatten bis in den Kehl- beziehungsweise Gratbereich verlegt werden können. Für den dort entstehenden Versatz bietet der Hersteller spezielle, patentierte Füllstücke an. Damit entfällt das Sortieren auf der Baustelle, Abfälle und Restplatten werden minimiert.

Große Dämmelemente sparen Zeit

Riesige Dämmplatten zwischen sechs und zwölf Metern Länge sind die Antwort des Dämmstoffherstellers Linzmeier auf die Marktanforderungen nach wirtschaftlichen Dämmlösungen. Die einzelnen Aufsparren-Dämmplatten mit einer Normbreite von 1180 Millimetern werden für jedes Bauvorhaben in der Länge maßgefertigt. Das Satteldach eines Einfamilienhauses wurde mit 9,77 Zentimeter langen Dämmplatten in nur 90 Minuten gedämmt, berichtet der Hersteller. Lediglich vier Platten pro Dachseite mussten mit dem Kran zwischen die Giebelseiten gehievt werden. Für das Hochheben hat das Unternehmen spezielle Vorrichtungen entwickelt, die es dem Verleger leicht machen, die Platten an Ort und Stelle zu bringen.

Laut Linzmeier sind die Dämmplatten ideal für ruhige Dachflächen ohne große Durchdringungen und bei Dachneigungen ab zwölf Grad. Die XXL-Dämmplatten sind mit einem Dämmkern aus PU-Hartschaum ausgestattet und beidseitig mit Alufolie kaschiert. Sie sind in den Dicken von 120 (U-Wert 0,18 W/(m²K))  und 160 Millimeter (U-Wert 0,14 W/(m²K)) lieferbar. Da die Dämmelemente maßgefertigt werden, ist mit etwas längeren Lieferzeiten zu rechnen.

Dämmplatten im XXL-Format präsentierte auch der Spezialist für Holzfaserdämmstoffe und Konstruktionsholz Steico. Für die im Trockenverfahren hergestellten Holzfaser-Dämmplatten stehen zwei Formatvarianten zur Verfügung: 3 x 2,5 und 6 x 2,5 Meter. Diese eignen sich Steico zufolge optimal für die Vorfertigung im Holzbau. Mit der Breite von 2,5 Metern sind sie auf das gängige Holzbauraster angepasst und erlauben die komplette Beplankung von Wand- oder Dachelementen ohne horizontale Plattenstöße. Auf diese Weise ließen sich Arbeitszeiten und Verschnitt deutlich reduzieren, so der Hersteller. von Silke Thole

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