Viessmann führt Kollektorbeschichtung ab Herbst ein

Solarthermie: Beschichtung sorgt für Überhitzungsschutz

Klassische Solarkollektoren erreichen im Sommer Temperaturen von über 200 Grad Celsius. © BSW Solar

Das Institut für Solarenergieforschung Hameln (ISFH) hat in Zusammenarbeit mit dem Systemanbieter Viessmann eine Beschichtung für Solarkollektoren entwickelt, die hohe Stillstandstemperaturen bei Solarthermieanlagen verhindert.

Das Institut für Solarenergieforschung Hameln (ISFH) hat in Zusammenarbeit mit dem Systemanbieter Viessmann eine Beschichtung für Solarkollektoren entwickelt, die hohe Stillstandstemperaturen bei Solarthermieanlagen verhindert. Viessmann wird die Beschichtung ab Herbst 2015 schrittweise in den Markt einführen.

Die neue, Solarstrahlung absorbierende Beschichtung hat unter normalen Betriebsbedingungen nahezu die gleichen technischen Eigenschaften wie die aktuell eingesetzten hochselektiven "blauen" Absorber. Sobald jedoch eine kritische Temperatur überschritten wird, verändert sich die Schicht und gibt überschüssige Energie als Wärmestrahlung an die Umgebung ab. Mit dieser Technologie wird das seit über zehn Jahren für hochselektive "blaue" Absorber bekannte Problem hoher Stillstandstemperaturen gelöst.

Besteht im Sommer kein Wärmebedarf, erreichen handelsübliche Flachkollektoren Temperaturen von über 200°C. Damit hat der Solarkreis wegen der in solchen Fällen eintretenden Dampfbildung sehr große Volumenänderungen aufzufangen und ist hohen Temperaturbelastungen ausgesetzt. In der Regel sind kostspielige Maßnahmen nötig, um die Dampfbildung bei Stagnation zu beherrschen. Ferner muss das Frostschutzmittel im Wärmeträger regelmäßig überprüft oder ausgetauscht werden, da es bei Temperaturen über 180°C merklich altert.

Mit der neuen Technologie wird die Stillstandstemperatur auf 150°C gesenkt, ohne die Leistungsfähigkeit im üblichen Arbeitsbereich einer Solaranlage nennenswert zu beeinträchtigen. Das Herstellungsverfahren der neuen Absorberschicht, die auf Vanadium basiert, unterscheidet sich nicht grundsätzlich von den Verfahren anderer selektiver Schichten. Die Anlagenkosten bewegen sich in der gleichen heute üblichen Größenordnung. Der höhere Materialpreis von Vanadium gegenüber dem verbreiteten Chrom führt zu Mehrkosten im Material von weniger als 1 €/m². Vanadium wird wie Chrom bei der Legierung von Stahl in großen Mengen eingesetzt. Mit einer Verknappung des Metalls durch die Verwendung in Solarkollektoren ist daher nicht zu rechnen. Quelle: ISFH / sth

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