Premiere im Saarland / Bundesweites Angebot geplant

Solarmaps ermittelt Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen

Im Saarland können sich Hausbesitzer und Mieter Informationen zur Wirtschaftlichkeit von PV anfordern. © Solarmaps

Die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit von PV auf dem eigenen Dach soll mit Solarmaps einfacher werden.

Solarkataster bieten Städten und Kommunen die Möglichkeit, ihren Bürgern Informationen dazu zur Verfügung zu stellen, wie hoch die solaren Potentiale ihrer Dachflächen sind. Dies bieten immer mehr Städte und einige Regionen an, um den Umstieg auf Erneuerbare zu fördern. Für das Saarland gibt es jetzt erstmals ein Verzeichnis, das nicht nur die Potentiale erfasst, sondern auch Aussagen zur Wirtschaftlichkeit trifft. Außerdem sei die Recherche einfacher als in bisherigen Anwendungen, so der Anbieter. Man müsse das Haus nicht auf einer Karte suchen, sondern kann eine Adresse eingeben.

Entwickelt wurde es von Solarmaps. Eine der Gesellschafterinnen des Start-ups ist die Solarkataster-Pionierin Martina Klärle. Sie hat mit dem Solakataster-Verfahren Sun Area schon einige Innovationspreise erhalten. Es ist die Basis zahlreicher Kataster in Deutschland. Klärle hat auch Verfahren entwickelt, um Windkataster zu erstellen.

Neben Martina Klärle sind Stefan Ritter und Manuel Kreutz weitere Gesellschafter. Die erste Anwendung des Untenehmens, die vor kurzem online ging, ist eine Potential- und Wirtschaflichkeitsanalyse für PV auf Gebäuden in vier Landkreisen des Saarlands, zwei weitere sollen folgen. Unterstützt wurde die Entwicklung dort vom Landesministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr. Hausbesitzer oder Mieter können auf der Online-Karte eine erste Einschätzung erhalten, wie hoch die solaren Erträge auf ihrem Hausdach sind. Genauere Informationen erhalten sie nur, wenn sie sich registrieren.

Der Grund für die Pflicht zur Registrierung ist der Datenschutz. Die Betreiber wollen sicher sein, dass nur Berechtigte die Daten erhalten. Deshalb wird per Post ein Code an die abgefragte Postadresse verschickt, mit dem die ausführliche Analyse abgerufen werden kann. Dieses Verfahren sei gemeinsam mit dem Landesbeauftragten für den Datenschutz im Saarland entwickelt worden, so Manuel Kreutz.

Möglich wäre auch gewesen, sich die Informationen unter Vorlage eines Personalausweises persönlich abzuholen. Das schien aber zu wenig bernutzerfreundlich. Die Ansichten dazu, ob es sich bei den Daten zu solaren Erträgen um schützenswerte Daten handelt, die nur Hausbesitzern oder Mietern zugehen dürfen, sind aber auch von Land zu Land zu unterschiedlich. Die Entscheidung liegt bei den Datenschutzbeauftragten der Länder.

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Spannend bei dem neuen Angebot ist auch, dass es eine Verknüpfung zu lokalen Anbietern geben soll, die PV-Anlagen installieren sowie eine Plattform, auf der Kunden diese Anbieter bewerten können. Daran gebe es auf Seiten der Installateure durchaus Interesse, man habe erste Gespräche geführt, betont Kreutz gegenüber EnBauSa.de. Das Angebot solle auf jeden Fall über einen reinen Preisvergleich hinausgehen, der sei bei PV ohnehin nicht so relevant.

Es soll aber keine Weitergabe der Daten derjenigen, die eine Potentialanalyse erfragt haben an ausführende Unternehmen geben. Hausbesitzer können die Plattform aber nutzen, um selbst Kontakt zu Handwerkern aufzunehmen.

Derzeit gibt es das Angebot der wirtschaftlichen Solarporentialanalyse nur für PV, nicht für Solarthermie, eine Erweiterung sei zwar möglich, aber derzeit kein Thema, so Kreutz. Vor allem die Berechnung der Wirtschaftlichkeit dürfte bei Solarthermie aber kaum möglich sein, da es dabei unter anderem auf die komplette bestehende oder geplante neue Heizung und den Baustandard der Heizung ankommt.

Eine Erweiterung des Angebots auf das Bundesgebiet sei geplant, berichtet Kreutz weiter. Gespräche mit zwei anderen Ländern laufen, auch in Baden-Württemberg wolle man nochmal anklopfen. Der Zeitplan ist ambitioniert: bis 2017 soll der Dienst bundesweit angeboten werden, bis 2019 international. Die Methode von Sun Area zur Dachpotentialanalyse wird bereits heute international eingesetzt.

Man werde den Ausbau des Dienstes durch entsprechende Projekte mit Investoren umsetzen. Diese stammen sowohl aus der Industrie, etwa der Energiewirtschaft, als auch den Gebietskörperschaften der Länder, Landkreise und Kommunen", sagt Kreutz. Bestehende Kataster würden integriert, sofern sie in ihrer Bedienbarkeit unseren Ansprüchen genügten, so Kreutz weiter. von Pia Grund-Ludwig

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