Ruf nach zentralen Fördermitteln ist umstritten

Österreich debattiert Umstiegsszenarien auf Erneuerbare

In Österreich fordern manche Experten mehr Engagement des Staates bei dem Umstieg auf Erneuerbare bei der Wärmeerzeugung.

Im Gespräch mit dem ORF kritisieren Experten, dass die österreichische Regierung beim Umstieg auf Wärmeerzeugung aus Erneuerbaren nicht aktiv genug sei. Das Ziel für 2020, einen Anteil von 34 Prozent des Energieverbrauchs mit regenerativen Wärmequellen zu erzeugen sei zu wenig ambitioniert, kritisierte etwa Roger Hackstock vom Verband für Solarwärme.

Hackstocks Forderung lautet, dass Solarthermie für Warmwasser und Pelletheizungen auch vom Bund gefördert werden sollten und nicht nur von den Ländern. Er schlägt eine Fördersumme von 3.000 Euro pro Anlage vor. Das bleibt nicht unwidersprochen. Energieexperte Stefan Schleicher tritt zwar ebenfalls für einen Ausbau der Erneuerbaren ein, glaubt jedoch, dass diese Technologie ohne staatliche Förderung am Markt bestehen kann.

Das will man beim Verband für Solarwärme nicht gelten lassen. Viele Leute bräuchten einen Impuls, um sich tatsächlich eine Solaranlage zuzulegen, sagt Hackstock: "Wenn man die Förderungen bei Solaranlagen streichen würde, so würde man den Impuls zum Stillstand und nicht zu einer Beschleunigung bringen". Im Wirtschaftsministerium heißt es, man sehe derzeit keine Möglichkeit, Pelletheizungen und Solarwärme zusätzlich zu den Ländern zu unterstützen.

Derzeit deckt Österreich zirka ein Fünftel seines Energiebedarfs mit Erdgas und ein Viertel durch erneuerbare Energieträger. Gas wird dabei zunehmend wichtiger, vor allem bei Niedrigtemperatur-Wärme. Dort hat es aber nach Ansicht Schleichers "nichts verloren", dort müsse man mehr auf erneuerbare Energien zurückgreifen. "Wir brauchen technologische Quantensprünge im Umgang mit Gas, weil wir künftig mit geringeren Mengen auskommen müssen." pgl

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