ZSW-Methan erreicht Erdgasqualität

Neue Fortschritte beim Power-to-Gas-Verfahren

Die Power-to-Gas-Anlage am ZSW in Stuttgart wandelt Ökostrom in Gas. © ZSW Stuttgart

Den Forschern des Stuttgarter Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) ist es gelungen, Gas mit einem 99-prozentigen Methan-Anteil zu erzeugen.

Neue Erfolgsmeldung der Power-to-Gas-Experten im Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW): Erstmals ist es ihnen gelungen, in ihrer Power-to-Gas-Anlage ein besonders reines Methanin zu erzeugen, das den Gaseinspeise-Richtlinien mehr als Genüge tut. "Das regenerative Methan aus unserer Anlage ist so hochwertig wie russisches Erdgas", erklärt Dr. Michael Specht vom ZSW.

Damit sei das maßgeblich vom ZSW entwickelte Power-to-Gas-Verfahren einen Schritt näher an die Marktreife gerückt, so die Stuttgarter Forscher. Die 250-Kilowatt-Forschungsanlage in Stuttgart wurde Ende Oktober 2012 fertig gestellt. Das nun damit erzeugte Gas hat einen 99-prozentigen Methan-Anteil. Das verbleibende Prozent setzt sich aus Wasserstoff und Kohlendioxid zusammen. Der Wirkungsgrad des Power-to-gas-Speichers beträgt 60 Prozent, das heißt 60 Prozent des zu speichernden Stroms können in Form von erneuerbarem Methan in das Erdgasnetz eingespeist werden. Erfolgt eine Rückverstromung, zum Beispiel über ein Gas-und-Dampf-Kraftwerk, so resultiert ein Strom-zu-Strom-Wirkungsgrad von 35 Prozent.

Möglich wurde die jetzt erreichte hervorragende Gasqualität laut ZSW durch eine Membran-Technologie. Mithilfe der Membran wird das Gas nach der Methanisierung im Reaktor aufbereitet. "Unser nachgeschaltetes Membran-Modul hat sich bewährt. Es verhilft uns zu einer Gasqualität, mit der wir schon jetzt ein wichtiges Projektziel der P2G-Forschungsanlage verwirklichen konnten", so Specht, Leiter des ZSW-Fachgebiets Regenerative Energieträger und Verfahren.

Bei P2G® handelt es sich um ein Stromspeicherverfahren. Dabei wird aus überschüssigem Sonnen- sowie Windstrom zunächst per Elektrolyse Wasserstoff erzeugt und in einem zweiten Schritt zusammen mit Kohlendioxid methanisiert. Das so entstandene Methan beziehungsweise synthetische Erdgas lässt sich über Monate verlustfrei im Erdgasnetz speichern, um bei Stromknappheit wieder zurück verstromt zu werden. Es kann aber auch direkt genutzt werden, etwa in Blockheizkraftwerken, in der Industrie oder als Kraftstoff für den CO2-neutralen Antrieb von Erdgasautos. Quelle: ZSW / sth

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