Reduktion zwischen 10 und 20 Prozent pro Jahr

Monitoring zeigt Preisverfall bei PV-Speichern

Der Preis für Solarstromspeicher sinkt derzeit jährlich zwischen 10 und 20 Prozent. © BYD

Ein Monitoring von PV-Speichern geht davon aus, dass Batterien für Solarstrom jährlich zwischen 10 und 20 Prozent billiger werden.

Das Institut für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe der RWTH Aachen hat ein Monitoring zu Batteriespeichern durchgeführt und erste Ergebnisse dazu vorgestellt.

Die Forscher konstatieren seit 2013 einen besonders starken Zuwachs bei größeren Leistungsklassen ab 15 kW und einen anhaltenden Preisverfall vor allem bei Lithium-Ionen-Speichern. Bis Ende März 2015 ermittelten die Aachener Forscher ein kumuliertes Gesamtvolumen von etwas mehr als 110.000 kWh nutzbarer dezentraler Speicher mit stark steigender Tendenz dank fallender Preise. Schwerpunkte sind Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, ähnlich wie bei PV-Anlagen. Fast zwei Drittel der 2014 neu gebauten PV-Speichersysteme stehen in diesen drei Bundesländern.

Blei-Batterien fallen meist etwas leistungsstärker aus

Bei den verkauften Systemen fanden die Forscher heraus, dass es kaum Systeme gibt, die weniger als 2 kWh Kapazität, zwischen 5 und 7 kWh und mehr als 8 kWh haben. Bei kleineren Systemen mit bis zu 2 kWh sind die Fixkosten für Elektronik, Energiemanagement und weitere Komponenten zu hoch, um sich aus Ersparnissen beim Strombezug zu refinanzieren.

Zum Vergleich: Bei einem Vier-Personen-Haushalt mit einer PV-Anlage von 5 kWp lässt sich nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft der Strombezug aus dem Netz mit einem Speicher von 4 kWh um 60 Prozent auf noch 1800 kWh/a reduzieren. Der Strompreis liegt bei zirka 28 Cent pro kWh. Das wären dann pro Jahr zirka 500 Euro Ersparnis, bei einem kleineren Speicher entsprechend weniger bei nicht deutlich reduzierten Systemkosten. Das sind natürlich Durchschnittswerte, die sich nach je nach individuellem Lastprofil ändern können.

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Auch Systeme in den Größen zwischen 5 und 7 kWh wurden nur in kleiner Stückzahl abgesetzt. Es gab zur Zeit der Untersuchung schlicht keinen Hersteller, der integrierte Systeme dieser Größenordnung angeboten hat. So mussten die Käufer auf kleinere oder größere Systeme ausweichen. Auf der Intersolar 2015 wurden aber zahlreiche System in diesem Segment vorgestellt, so dass sich die Gewichtung hier verändern dürfte.

Eine besonders große Zunahme stellt die Studie bis März 2015 im Bereich der Leistungsklasse über 15 kW fest, die nicht nur von Privatleuten, sondern auch von Betrieben mit hohen Strombedarf eingesetzt werden.

Interessanterweise weicht die Kapazität der installierten Blei- und Lithium-Ionen-Systeme voneinander ab. Lithium-Ionen-Anlagen sind in der Regel kleiner und liegen im Durschnitt bei 5,55 kWh, Bleibatterien bei 7,06 kWh.

Die Forscher führen das auf das niedrigere Investitionsvolumen pro Kilowattstunde bei Bleibatterien zurück. Ein weiterer Grund könnte sein, dass Bleibatterien in der Regel nur zwischen 50 und 60 Prozent der Kapazität nutzen, um Alterungsprozesse zu vermeiden. "Die meisten Lithium-Ionen-basierten Speichertechnologien dagegen ermöglichen ein Ausnutzen von 80 bis 100 Prozent ihrer installierten Speicherkapazität", schreiben die Forscher im Bericht.

Preisreduktion zwischen 10 und 20 Prozent pro Jahr

Bei den Preisen sehen die Experten, dass der Verfall der typischen Lernkurve folgt, die sich bei der PV gezeigt hat: Eine Verdoppelung des Produktionsvolumens führt zu einer Kostenreduktion bei Batteriespeichern zwischen 10 und 20 Prozent. Die Endverbraucherpreise für Speichersysteme mit Bleibatterien sinken nach den Ergebnissen der Analyse derzeit jährlich um 11 Prozent, bei Lithium-Ionen-Batterien sogar um 18 Prozent. Das KfW-Förderprogramm für Batteriespeicher, das es seit Mai 2013 gibt, unterstützt diesen Preisrutsch, in dem es für höhere Produktionszahlen sorgt.

Die Autoren gehen davon aus, dass die angekündigten Kooperationen zwischen Autoherstellern und Batterieanbietern für einen weiteren Preisrutsch sorgen. Als wichtigste Kundengruppe sehen sie derzeit noch die Innovatoren, die nicht unbedingt auf die schnelle Rendite schauen, sondern sich langfristig gegen steigende Preise absichern und an der Energiewende teilhaben wollen. So nehmen zwischen 6 und 10 Prozent der Betreiber geförderter PV-Speicher laut der Befragung sogar monetäre Verluste in Kauf. von Pia Grund-Ludwig

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