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Forschungstopf für Erneuerbare wird auf 128 Millionen aufgestockt

Wärmekonzepte bei der Forschung unterversorgt

12.01.2011, 09:10

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Für die Weiterentwicklung Erneuerbarer gibt es zu wenig Forschungsförderung. Bild: BSW

Das Bundesumweltministerium (BMU) gibt 2011 mehr Geld zur Forschungsförderung für erneuerbare Energien aus, bleibt allerdings bei der Förderung neuer Ideen für die Wärmeerzeugung mit Erneuerbaren hinter dem zurück, was Wissenschaftler für notwendig halten.

Im Jahr 2010 sind knapp 120 Millionen Euro für die Forschungsförderung im Bereich der Erneuerbaren vergeben worden. Für 2011 stehen 128 Millionen Euro bereit. Zu den wichtigsten Schwerpunkten der insgesamt 184 geförderten Projekte gehören die Windenergieforschung, gefolgt von Vorhaben, die Kosten für Fotovoltaik senken und deren Wirkungsgrad erhöhen sollen. Erste Projekte im Rahmen der gemeinsam mit dem Bundesforschungsministerium aufgelegten "Innovationsallianz Fotovoltaik" wurden für die Förderung ausgewählt und werden Anfang 2011 bewilligt.

In den kommenden Jahren komme es darauf an, die Infrastruktur zur Energieversorgung auf einen Hauptanteil erneuerbarer Energien auszurichten. Dazu wird das Bundesumweltministerium den Förderschwerpunkt "Optimierung der Energieversorgungssysteme", in dem unter anderem die Forschung zu Speichertechnologien und der Weiterentwicklung der Netze gefördert werden kann, weiter ausbauen. Auch die Forschung für Geothermie, solarthermische Kraftwerke und der Niedertemperatur-Solarthermie solle intensiviert werden, heißt es aus Berlin.

Experten, die sich mit erneuerbarer Wärme beschäftigen, ist das aber zu wenig: "Ich begrüße es, dass die Forschungsförderung für erneuerbare Energien fortgeführt und leicht ausgebaut wird. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien wird dadurch wesentliche Impulse bekommen. Ich vermisse allerdings einen Akzent im Bereich der Wärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien. Innovative und kostengünstigere Sonnenkollektoren, Prozesswärme aus Erneuerbaren, neue thermische Speicher, biogene Kraft-Wärme-Kopplung oder Quartierskonzepte mit erneuerbaren Energien", mahnt etwa Martin Pehnt, Wissenschaftlicher Vorstand und Fachbereichsleiter Energie des Instituts für Energie- und Umweltforschung.

Das seien Themen, die im 6. Energieforschungsprogramm verstärkt auftauchen müssten, fordert Pehnt Nachbesserungen. Im April 2011 will die Bundesregierung dieses Programms auf Basis des Energiekonzepts verabschieden. Erneuerbare Energien werden einen Schwerpunkt bilden, so das BMU.

Der Forschungsverbund Erneuerbare Energien oder die Solarthermie-Technologieplattform haben in den vergangenen Jahren eine Reihe von Vorschläge gemacht und aufgezeigt, wo Forschungsbedarf besteht. Die finden aber bislang kaum Beachtung.

Auch Gerhard Stryi-Hipp, Gruppenleiter Thermische Kollektoren und Anwendungen am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg kritisiert den fehlenden Zuspruch für Ideen, die Solarthermie kostengünstiger und effizienter machen: "Wir finden es unbefriedigend, dass die Forschungsförderung generell steigt, für die Solarthermie bislang aber nur unwesentliche Erhöhungen resultierten."

Relative Steigerungen machten aufgrund der niedrigen Ausgangsbasis in den letzten Jahren einen guten Eindruck, doch die Absolutzahlen seien nach wie vor nicht zufriedenstellend, so der Freiburger Forscher. Zum Vergleich: 128 Millionen Euro umfasst der gesamte Fördertopf für Erneuerbare für 2011. Allein 50 Millionen hält Stryi-Hipp für den Bereich Solarthermie notwendig, damit die Technologie bis zum Jahr 2030 50 Prozent der Wärmeversorgung übernehmen kann. Dazu müssten aber jetzt die Anstrengungen in Forschung und Entwicklung deutlich erhöht werden.

von unserer Redakteurin Pia Grund-Ludwig

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