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Evaluierung der Qualität steht im Vordergrund

TÜV Rheinland erweitert Prüfung von PV-Anlagen

20.06.2016, 09:30

Die Zahl der weltweit installierten Photovoltaikanlagen ist nach Angaben von Solar Power Europe bis Ende 2015 auf etwa 233 Gigawatt gestiegen. Dieser positive Trend wird sich in den kommenden Jahrzehnten verstärkt fortsetzen. "Damit die Risiken einer solchen Investition begrenzt bleiben, ist eine umfassende Prüfung aller Komponenten im Vorfeld, aber auch nach der Installation einer Photovoltaikanlage notwendig", weiß Guido Volberg, Experte für Photovoltaikkomponenten bei TÜV Rheinland.

Da die gängigen Normen für Photovoltaikkomponenten zwar die Mindestanforderungen an Sicherheit, jedoch keine detaillierten Methoden zur Evaluierung der Qualität beinhalten, hat TÜV Rheinland ein Prüfkonzept entwickelt, das erhöhte Qualitätsanforderungen an die Komponenten stellt.

Das Programm ist gleichermaßen interessant für Projektentwickler, Betreiber, Versicherer, Investoren sowie für Hersteller und gliedert sich in drei Teilbereiche auf: Maintenance-Programm, Pre-Installationsprogramm und Qualifikationsprogramm. Beim Maintenance-Programm unterstützt TÜV Rheinland Investoren und Projektentwickler bereits in der Planungsphase der Photovoltaikanlage. "Ein wichtiger Gesichtspunkt ist hierbei der Standort der Anlage und die daraus resultierenden Anforderungen an die Komponenten", so Volberg. "Beispielsweise sollten Photovoltaikkomponenten in landwirtschaftlicher Umgebung gegen Korrosion durch Ammoniak oder in Meeresnähe gegen salzhaltige Luft beständig sein. Das Programm sieht zudem eine Bewertung der Komponenten vor Ablauf einer üblichen Garantiezeit vor. Diese Bewertung erfolgt durch Vorort-Prüfungen sowie Prüfungen im Labor mit aus dem Feld entnommenen Mustern."

Das Pre-Installationsprogramm richtet sich an die Hersteller, aber auch an Installateure von Photovoltaikkomponenten. Hier soll sichergestellt werden, dass die gelieferten Komponenten die spezifizierten und/oder zertifizierten Eigenschaften tatsächlich vorweisen.

Das Qualifikationsprogramm besteht aus drei Unterbausteinen: erstens aus erweiterten Stresstests sowie Eignungstests für besondere Einsatzorte wie zum Beispiel Wüste (hohe Temperaturen, Beeinflussung durch Sand, etc.), zweitens aus regelmäßigen, wiederkehrenden Prüfungen der Qualität und drittens aus regelmäßigen Fertigungsaudits mit erhöhter Frequenz und unter Beachtung besonderer Anforderungen. Diese sich ergänzenden Bausteine sollen die Anforderungen an die Komponenten über den kompletten Fertigungszeitraum sicherstellen und dem Photovoltaikmodulhersteller anhand eines Benchmarkings die besondere Eignung der entsprechenden Komponente transparent darstellen. Quelle: TÜV Rheinland / pgl

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