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Leistungsdifferenz im zweistelligen Gigawattbereich erwartet

Stromnetz für Sonnenfinsternis gewappnet

19.03.2015, 12:23

Photovoltaikanlage auf Mehrfamilienhaus
Die Stromproduktion von Solaranlagen wird während der Sonnenfinsternis einbrechen. © P. Grund-Ludwig

Nur noch wenige Stunden, dann schiebt sich der Neumond vor die Sonne und verdeckt in Mitteleuropa bis zu 82 Prozent von ihr. In der Folge wird die Erzeugungsleistung der Fotovoltaikanlagen in Deutschland morgen ab 9:30 Uhr schlagartig sinken – vorausgesetzt es scheint die Sonne. Gegen 12:00 Uhr wird das Spektakel vorüber sein und die Leistung der PV-Anlagen wieder ansteigen.

"Die partielle Sonnenfinsternis über Mitteleuropa ist eine Herausforderung für unser Stromnetz. Innerhalb kürzester Zeit muss eine Leistungsdifferenz im zweistelligen Gigawattbereich ausgeglichen werden. Dank innovativer Technologien und langjähriger Erfahrungen mit Schwankungen der Windstromerzeugung bei Stürmen spricht jedoch alles dafür, dass das Netz auch am Freitag stabil bleiben wird", prognostiziert Hermann Falk, Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE).

Deutschland verfüge im Gegensatz etwa zu den USA über ein sehr robustes Stromnetz und verarbeite bereits heute einen Anteil von knapp 30 Prozent Strom aus Sonne, Wind, Wasser und Bioenergie. "Zugleich macht die Sonnenfinsternis deutlich, dass der Strommarkt der Zukunft bei einem steigenden Anteil schwankender Erneuerbarer Energien auch an normalen Tagen immer flexibler reagieren muss", so Falk. Der BEE setzt sich daher für eine Kapazitätsreserve und für marktwirtschaftliche Flexibilisierungselemente ein, die den Strommarkt absichern.

Regelbare Erneuerbare Energien sind bereits heute in der Lage, die Schwankungen bei Wind und Sonne in gewissem Umfang auszugleichen, wie Dr. Claudius da Costa Gomez, Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Biogas, unterstreicht: "Biogas stellt schon heute 1.200 Megawatt flexibler elektrischer Leistung bereit, die vor der Sonnenfinsternis abgeschaltet und bei Wegfall der Sonneneinstrahlung nach Bedarf zugeschaltet werden kann. So gleichen wir die variierende Einspeisung aus Sonne und Wind aus."

Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft, betont zudem die wachsende Bedeutung von Stromspeichern für die Energiewende: "Für eine erfolgreiche Energiewende bei gleichbleibender Versorgungssicherheit sind Speicher unverzichtbar." Bis 2048, wenn die nächste große Sonnenfinsternis ansteht, will die Bundesregierung mindestens 80 Prozent der Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien decken. Die KfW fördert seit zwei Jahren den Einbau stationärer Batteriespeicher bei der Errichtung einer Solarstromanlage. Nach einem Preisrutsch im letzten Jahr sei die Nachfrage nach Speichern in Deutschland sprunghaft gestiegen, so der BSW.

Der BEE hat kürzlich eine Studie von Fraunhofer IWES und Energy Brainpool präsentiert, in der eine Reihe von Vorschlägen erarbeitet wurden, wie der Strommarkt flexibilisiert werden kann. Quelle: BEE / sth

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