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Services unterstützen Verbreitung von Solarthermie und Fotovoltaik

Städte bauen vermehrt Solarkataster auf

29.07.2010, 11:00

Solarkataster Wuppertal
Vogelperspektive zeigt solare Potentiale. Bild: Stadt Wuppertal

Städte und Bundesländer bieten mittlerweile sehr konkrete Services, um den Umstieg auf Fotovoltaik oder Solarthermie zu unterstützen. Sie bauen Solarkataster aus und ermitteln die solaren Erträge für komplette Regionen. In Nordrhein-Westfalen sind sogar speziell ausgebildete "Solarchecker" unterwegs, die eine Ausbildung durch die Energieagentur erhalten haben.

Die meisten städtischen Kataster erfassen sowohl Solarthermie als auch Fotovoltaik, mit Ausnahme älterer Verzeichnisse wie der in Osnabrück oder Rudolstadt. Einen Schwerpunkt bilden derzeit Kommunen in Hessen und Nordrhein-Westfalen. Erstaunlich zurückhaltend sind im Moment noch die südlichen Bundesländer.

So gibt es in Bayern gar keine Kommunen mit Solarkataster. In Baden-Württemberg bietet die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz eine Solarkarte des Bundeslandes. In einigen Städten können die Benutzerinnen und Benutzer darin bereits bis auf die Ebene einzelner Häuser herunterzoomen und schauen, ob diese sich für Fotovoltaik oder Solarthermie eignen. In einer groben Klassifizierung werden die über ein Rechenmodell ermittelten potenziellen Solarerträge auf Hausdächern dargestellt. Daraus wird erkennbar, ob ein Hausdach aufgrund von Lage, Ausrichtung und Dachneigung für die solare Nutzung besonders geeignet ist. Komplett erfasst ist auch der Neckar-Odenwald-Kreis. Einige der wenigen Kommunen, die sich in Baden-Württemberg ein eigenes Solarkataster leisten ist die Stadt Rottweil.

Die Bundeshauptstadt musste die Pläne zum Ausbau ihres Solarkatasters strecken. Bislang sind nur zwei Stadtteile online, obwohl beim Start 2009 die Ausweitung schon für das Frühjahr 2010 angekündigt wurden ist. "Wir planen den Solaratlas ab Anfang Oktober flächendeckend anzubieten - zumindest Berlin innerhalb des S-Bahnrings", verspricht Christoph Lang vom Betreiber Berlin Partner auf Nachfrage des Online-Magazins EnBauSa.de. Für diesen Zeitpunkt sei auch die Verknüpfung mit der Denkmalliste angedacht, sagt Lang. Das ist wichtig, denn Gebäude aus der Denkmalliste dürfen unter Umständen nicht mit Solaranlagen oder Fotovoltaik bestückt werden.

In einigen Städten wie Leipzig sind entsprechende Verzeichnisse derzeit im Aufbau, andere wie Flensburg haben sich aus Kostengründen mittlerweile von entsprechenden Plänen verabschiedet. In Hamburg wird der Aufbau des Solarkatasters mit Services gekoppelt, die Hamburg Energie Solar anbietet.

Ab einer Dachfläche von 1.000 Quadratmetern übernimmt das Tochterunternehmen der Hamburg Energie auf Wunsch Investition, Bau und Betrieb der Fotovoltaikanlage und zahlt eine Dachmiete an die Eigentümer. Ziel ist, zehn Megawatt zusätzliche Solarleistung auf Hamburgs Dächer zu bauen. Dazu werden knapp 25 Millionen Euro investiert werden. Ein Teil der Investitionen wird über eine Anleihe eingebracht.

"Mit der Bürgeranleihe bieten wir den Hamburgerinnen und Hamburgern die Möglichkeit, direkt vom Ausbau der Solarenergie zu profitieren", erklärt Michael Beckereit, Geschäftsführer von Hamburg Energie. Die Anleihe zu 2.500 Euro wird mit sechs Prozent verzinst. Die Laufzeit beträgt zehn Jahre. Exklusiver Anleihenpartner ist die Hamburger Volksbank.

Die Energieagentur Nordrhein-Westfalen hat vor kurzem einen Rechner online gestellt, der es erlaubt, die Rentabilität einer Fotovoltaik-Anlage zu berechnen. Er ist nicht mit einer konkreten Dachfläche verknüpft. Die Benutzer müssen also die Daten wie Dachneigung und Ausrichtung selbst eingeben. Ähnliche Werkzeuge gibt es bereits von anderen Anbietern, das Tool der Nordrhein-Westfalen ist aber vergleichsweise einfach zu bedienen.

Die Möglichkeit, konkrete Berechnungen der Rentabilität zu erstellen bietet auch der Solaratlas der Stadt Wuppertal. Ein Vorteil des Wuppertaler Katasters ist zudem, dass die Dachflächen sehr kleinteilig erfasst sind. Sowohl bei Solarthermie als auch bei Fotovoltaik steht jeweils eine flächendeckende Darstellung des Solarpotenzials in Kacheln von 0,5 auf 0,5 Meter zur Verfügung. Auf der Grundlage dieser Daten wird die Eignung jeder Dachteilfläche für die Strom- oder Wärmeerzeugung von "ungeeignet" bis "sehr gut" eingestuft.

In Nordrhein-Westfalen gibt es zudem die Möglichkeit, auf sogenannte Solarchecker zurückzugreifen. 1.800 Handwerker haben dort in den letzen acht Jahren diese Ausbildung absolviert und 17.700 Checks durchgeführt, berichtet Projektleiter Jochen Krause. Beim Solar-Check prüft der Berater vor Ort die Möglichkeiten der Solarenergienutzung. Informationen von der Ausrichtung und Eignung der Dachflächen, über Leitungsführung bis hin zur Einbindung und Platzierung der notwendigen Anlagenkomponenten werden erhoben, alle relevanten Daten geprüft und anschließend vom Computer ausgewertet. Für den Endkunden kostet das 25 Euro. Weitere 52 Euro erhalten die durchführenden Handwerkern aus Fördermitteln des progres.nrw -Programms. pgl

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