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KIT: Preis-Leistungs-Verhältnis ist völlig intransparent

Speichermarkt wird immer unübersichtlicher

04.06.2015, 07:30

Speichersystem "MyReserve" von Solarwatt
Nach dem Sicherheitsleitfaden geprüft: Der für den EES-Award nominierte Speicher "MyReserve". © Solarwatt

Das Angebot an Speichersystemen für Solarstrom wächst rasant, das wird gerade in diesen Tagen deutlich. Zahlreiche Anbieter von Solartechnik haben angekündigt, dass sie auf der Branchenmesse Intersolar nächste Woche in München neue Speicherprodukte zeigen werden. Mit der Produktvielfalt wächst auch die Unübersichtlichkeit des Marktes. Längst nicht jedes Produkt ist gut, manches sogar gefährlich, warnte das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) bereits im Vorfeld der Intersolar 2014 und sorgte damit für Unruhe in der Branche. Inzwischen ist Vieles besser geworden, berichtet Olaf Wollersheim, der am KIT zusammen mit Andreas Gutsch das Projekt Competence E leitet. Gerade was die Preisbildung anbelangt sei aber nach wie vor "viel Nebel im Gelände".

"Wir haben den Eindruck, dass der Aspekt Sicherheit seit der vergangenen Intersolar bei den Herstellern deutlich an Bedeutung gewonnen hat", sagte Wollersheim im Gespräch mit EnBauSa.de. 2014 hatte das KIT die Branche mit Berichten über die mangelnde Qualität vieler auf dem Markt erhältlicher Lithium-Ionen-Akkus aufgeschreckt. Inzwischen hätten mehrere Branchenverbände und Prüforganisationen gemeinsam einen Sicherheitsleitfaden entwickelt, der klare Schutzziele enthält und Prüfinstituten als Grundlage für eine Zertifizierung dient. Der Leitfaden wurde im Herbst 2014 veröffentlicht. Zu den Anbietern, denen die Einhaltung der darin enthaltenen Vorgaben bereits von einem unabhängigen Prüfinstitut bescheinigt wurde, gehört etwa Sonnenbatterie. 

Auch der für den EES-Award nominierte Batteriespeicher "MyReserve" von Solarwatt wurde nach dem neuen Sicherheitsleitfaden für Lithium-Ionen-Hausspeicher getestet. "MyReserve" ist mit 4,4 kWh, 6,6 kWh, 8,8 kWh und 11 kWh Speicherkapazität erhältlich und basiert dem Hersteller zufolge auf der Lithium-Ionen-Technologie mit komplett neuartiger Leistungselektronik. Der Bruttoendkundenpreis des kleinsten Stromspeichers (4,4 kWh)  liegt bei UVP 5.499 Euro. "Das System ist damit deutlich günstiger als vergleichbare Batteriespeicher", sagt der kaufmännische Geschäftsführer von Solarwatt, Carsten Bovenschen. "MyReserve" wird direkt zwischen PV-Anlage und PV-Wechselrichter an den Gleichstromkreis (DC) angeschlossen und ist gleichzeitig kompatibel zu gängigen Fotovoltaik-Wechselrichtern, ohne mit diesen kommunikativ gekoppelt zu sein. Der Stromspeicher erreicht so einen Roundtrip-Wirkungsgrad von 93 Prozent.

"Die Prüfkriterien, die auf Basis des Sicherheitsleitfadens entwickelt worden sind, sind sehr streng. Ein so zertifiziertes Gerät würde ich mir ohne Bedenken in den Keller hängen", sagt KIT-Forscher Wollersheim. Ein sicheres System ist aber noch lange nicht wirtschaftlich, die Preistransparenz im Markt lässt nach wie vor sehr zu wünschen übrig. "Tesla ist das beste Beispiel", erläutert Wollersheim. Der US-Anbieter – eigentlich für seine schnittigen Elektro-Sportwagen bekannt – hatte vor einigen Wochen angekündigt, in Deutschland sein Speichersystem Powerwall auf den Markt zu bringen. Kooperationspartner ist Lichtblick. 3.000 Dollar soll die 7 kWh-Variante des Speichers kosten – das sind etwa 2.700 Euro und wäre somit sensationell billig.

"Bei genauerem Hinsehen haben wir festgestellt, dass das der Großhandelspreis ist, netto. Da sind noch keine Steuern, keine Margen für Fachhändler oder Installateure drin, geschweige denn von den Installationskosten", stellt Wollersheim fest. Somit würden die tatsächlichen Kosten des Systems für den Endkunden verschleiert. Außerdem, so merkt der Fachmann an, werden für den Endkunden höchstwahrscheinlich nicht die vollen sieben Kilowattstunden Speicherkapazität zur Verfügung stehen. "Sonst würden sie die Zyklenfestigkeit, die sie versprechen, nicht erreichen."

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