RSS | Newsletter | Über uns | Kontakt | Sitemap

Sie sind hier: Home » Solar & Geothermie » Aktuelles » Artikel » Speicher puffert Energie im Wohnquartier

Energy Neighbor in Betrieb genommen

Speicher puffert Energie im Wohnquartier

19.10.2015, 10:55

Batteriespeicher für Wohnquartier
Eine Speicherlösung für ein Wohnquartier ging in Moosham in Betrieb. © TUM München

Transportverluste und Schwankungen im Stromnetz ließen sich reduzieren, wenn erneuerbare Energien lokal gespeichert werden könnten. Forscher der Technischen Universität München (TUM), der Kraftwerke Haag, der Varta Storage und des Bayerischen Zentrums für Angewandte Energieforschung haben daher einen stationären Zwischenspeicher entwickelt, den Energy Neighbor. Er ging im Ortsteil Moosham der oberbayerischen Gemeinde Kirchdorf in Betrieb.

In vielen Gemeinden im Süden Deutschlands liefern die auf den Dächern montierten Solaranlagen zu Spitzenzeiten mehr Energie als vor Ort verbraucht werden kann. Zu anderen Zeiten müssen die Bewohner Strom aus dem überregionalen Netz beziehen. Forscher des vom bayerischen Wirtschaftsministerium geförderten Projekts EEBatt (Dezentrale stationäre Batteriespeicher zur effizienten Nutzung erneuerbarer Energien und Unterstützung der Netzstabilität) entwickelten daher den stationären Batteriespeicher "Energy Neighbor". Er speichert lokal erzeugten Strom für die lokale Nutzung vor Ort. Verluste durch lange Transportwege und Netzschwankungen werden damit vermieden.

Mit 200 Kilowattstunden Speicherkapazität und 250 Kilowatt Leistung kann der Speicher Leistungsspitzen der Solaranlagen und Verbrauchsspitzen der angeschlossenen Haushalte ausgleichen. "In unserem Feldtest wollen wir Erkenntnisse aus dem täglichen Einsatz gewinnen und diese für die Weiterentwicklung von Speichersystemen einsetzen," sagt Andreas Jossen, Projektleiter und Professor für Elektrische Energiespeichertechnik der TU München.

Das acht Tonnen schwere, vollintegrierte Speichersystem beinhaltet derzeit acht Racks mit jeweils 13 Batteriemodulen zu je 192 Batteriezellen sowie Leistungselektronik und Batteriemanagement-Systeme. "Bei Bedarf kann es durch die Ergänzung weiterer Racks in 25-Kilowatt-Schritten weiter aufgestockt werden. Mit einem zusätzlichen Trafo könnte es sogar netzunabhängig als Insellösung genutzt werden", sagt Herbert Schein, Geschäftsführer Varta Storage.

Zu den großen Stärken des Energy Neighbor zählt seine Langlebigkeit. Die Zyklenfestigkeit der Zellen liegt bei wesentlich mehr als 10.000 Vollzyklen. "Zur Verlängerung der Lebensdauer wurde eigens ein spezielles Thermomanagement-System entwickelt, das die Batteriezellen möglichst immer in einem optimalen Arbeitsbereich hält", sagt Andreas Hauer, Bereichsleiter "Energiespeicherung" des Bayerischen Zentrums für Angewandte Energieforschung (ZAE). "Viele Ortstransformatoren kommen bei den bereits vorhandenen Solaranlagen an ihre Belastungsgrenzen", sagt Ulrich Schwarz, Geschäftsführer der Kraftwerke Haag GmbH. "Wir erwarten uns wichtige Erkenntnisse dazu, wie sich ein solcher Speicher auf die Stabilisierung des Niederspannungsnetzes auswirkt.

Die Technische Universität München wird für das Projekt EEBatt durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie mit rund 30 Millionen Euro gefördert. Neben den forschenden Wissenschaftlern aus 13 Professuren der TUM sind im Unterauftrag die Kraftwerke Haag GmbH, Varta Storage GmbH und das ZAE beteiligt. Quelle: TUM / pgl

Eine Verwendung dieses Textes durch Dritte ist kostenpflichtig. Eine Lizenzierung ist möglich. Bitte nehmen Sie bei Fragen Kontakt auf.

 

Kommentar schreiben

(wird nicht veröffentlicht)
Bitte geben Sie die angezeigte Zeichenfolge (Captcha) ein. Dies dient zur Vermeidung von unerwünschtem Spam.

Zurück

Premiumpartner