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Strafzölle gegen Chinas Solarunternehmen bleiben umstritten

Speicher für Solarstrom sind Intersolar-Topthema

14.05.2013, 06:00

Besucher Intersolar
Batteriesysteme werden Besuchermagnete der Intersolar 2013 sein. © Solar Promotion

Die Intersolar 2013 findet unter schwierigen Vorzeichen statt: die Preise für PV-Module sind im Tiefflug, es droht ein Handelskrieg mit China nach der Einreichung der Klage gegen staatliche Hilfen für die chinesischen Unternehmen bei der EU-Kommission. Ein Lichtblick: Kurz vor Messebeginn startet das Förderprogramm für PV-Speicher. Das könnte zumindest bei den Batteriespeichern für Marktbelebung sorgen.

Die deutsche Solarbranche ist sich nicht einig, ob die jetzt angestrebten Strafmaßnahmen gegen Importe aus China den Solarunternehmen nutzt oder nicht. Hersteller wie Solarworld haben sich in der Initiative EU ProSun zusammengeschlossen und fordern Strafzölle. In den USA gibt es diese bereits.

Die Vereinigung wirft chinesischen Firmen vor, mit Dumpingpreisen zu arbeiten und dadurch europäische Unternehmen zu ruinieren. Allerdings leiden nicht nur die europäischen Hersteller unter dem Preisverfall, auch große chinesische Anbieter wie Yingli oder Suntech sind ins Trudeln geraten. Einen ersten Schritt in Richtung Sanktionen hat die EU-Kommission bereits getan. Seit März 2013 müssen Produkte aus chinesischer Produktion registriert werden.

Unternehmen, die ihr Geld mit der Installation von Solaranlagen verdienen wie IBC Solar laufen dagegen Sturm. IBC-Vorstandschef Udo Möhrstedt warnte: "Durch die Zölle sind mehr als 70.000 gesunde Arbeitsplätze im Mittelstand in Gefahr." Die Gegner der Strafzölle haben sich organisiert und betreiben unter dem Mantel der Allianz für bezahlbare Solarenergie AFASE Lobbyarbeit. Zölle in Höhe von 15 Prozent würden 85 Prozent der Fotovoltaik-Nachfrage in der EU vernichten, sagt der Verband.

In der Politik bilden sich bei dieser Frage seltsame Allianzen. Solarpionier Hans-Joachim Fell hat sich vehement dagegen ausgesprochen. Er findet Unterstützung von Joachim Pfeiffer, dem wirtschaftspolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion: "Handelsrechtliche Strafmaßnahmen können zu massiven Schäden für die deutsche Solarindustrie und den Industrie- und Exportstandort Deutschland insgesamt führen." Pfeiffer hat dabei außerdem den Wirtschaftsrat der CDU hinter sich.

Die (ehemaligen) Solarstandorte in den ostdeutschen Bundesländern hoffen dagegen darauf, mit diesen Maßnahmen die noch bestehenden Reste industrieller Solarinfrastruktur halten zu können. Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) sagte, der Rückenwind aus Brüssel sei für die deutsche Solarindustrie dringend nötig: "Es wird höchste Zeit, dass die politischen Institutionen ihre Hebel nutzen, die europäischen und damit auch die deutschen Solarunternehmen vor unfairen Wettbewerbsbedingungen zu schützen." Er hofft, so dazu beizutragen, einen Käufer für die Standorte von Bosch Solar in Thüringen zu finden.

Eines der Argumente, mit dem Kunden auf der Intersolar von der Anschaffung einer PV-Anlage überzeugt werden sollen, ist die teilweise Unabhängigkeit von Schwankungen der Strompreise. Angesichts fallender Einspeisevergütungen sollen sich die PV-Anlagen über einen höheren Anteil eigenverbrauchten Stroms rechnen. Dazu gibt es seit 1. Mai 2013 Zuschüsse des Bafa für die Anschaffung von Batteriespeichern. Die sollen damit die Schwelle zur Rentabilität schaffen. 6.000 bis 8.000 Speichersysteme können insgesamt gefördert werden.

Unterschieden werden zwei Arten: Zum einen werden Speichersysteme gefördert, die für die Nachrüstung einer bereits installierten Solaranlage gedacht sind. Zum anderen haben Speicher Anspruch auf Förderung, die gemeinsam mit einer PV-Anlage als Komplettsystem neu installiert werden. So ergibt sich beispielsweise bei der Neuinstallation einer 5 kWp großen Anlage samt Speichersystem, die insgesamt 25.000 Euro kosten soll, eine Speicherförderung von 3.000 Euro.

In diesem Jahr haben sich 170 Aussteller in der Produktgruppe Energiespeicher zur Intersolar angemeldet. Die meisten davon präsentieren sich in Halle B5. In Expertenvorträgen werden außerdem Themen wie der Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Solarstrom, Speicherlösungen für Privathaushalte und Industrie- und Gewerbebauten behandelt sowie über kommunale Energiekonzepte und Modelle von Energiegenossenschaften diskutiert.

Auch die Hersteller haben reagiert. Kyocera vertreibt nun in Kooperation mit Prosol Invest Deutschland sein Lithium-Speichersystem mit mehr Nachdruck. Die Batterie für Solarstrom gibt es in sechs Versionen – je nach Haus- und Haushaltsgröße. Während die "Basic"-Variante eine Speicherkapazität von 4,6 kWh bietet und sich für Haushalte mit einem Stromverbrauch ab 3.000 kWh empfiehlt, kann die "XXL"-Batterie 41 kWh Strom speichern und eignet sich für Gebäude mit einem jährlichen Durchschnittsverbrauch ab 12.000 kWh. Die Sonnenbatterie wurde Anfang 2011 im deutschen Markt eingeführt. Centrosolar hat ein neues Speichersystem für Solarstrom auf Lithium-Ionen-Basis. Auf der Intersolar zeigt IBC SOLAR mit einer Neuheit aus der SolGuard Produktfamilie, wie Systeme zur Erzeugung und Speicherung von Sonnenstrom mittels intelligenter Steuerung und weiterer Komponenten noch mehr Energie bereitstellen und den Stromverbrauch im Haus gezielt anhand von Prognosedaten steuern können. von Pia Grund-Ludwig

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Kommentare zur Meldung

Kommentare 1 - 1 von 1.

Tengri Lethos - 14.05.2013, 10:48

Lustig, 170 Aussteller und maximal Fördergeld für 6000-8000 Anlagen. Macht 35-47 Speicher pro Aussteller. Das ist immerhin mal ein Anfang und die richtige Richtung. Viebrockhaus verkauft alleine dreistellige Anzahlen an Hausspeichern pro Jahr, ich schätze daher das SPÄTESTENS im August der Fördertopf leer ist. Hoffentlich wird das Förderprogramm nicht erneut aufgelegt. Wenn es in 2014 nicht kommt, werden die Speicherpreise um 30% sinken, und das kurbelt dann den riesigen "Nachrüstmarkt" der Bestandsanlagen an.
Gruß

 

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