Solarspeicher aus Kunststoff bieten viele Vorteile
20 bis 30 Prozent der benötigten Energie für Heizung und Warmwasser lassen sich heute in einem normalen Einfamilienhaus durch eine Solarthermie-Kombianlage decken. Vielen potenziellen Kunden ist das nicht genug, sie wollen eine echte Alternative zu Gas und Öl. Gerhard Stryi-Hipp, Leiter der Gruppe Thermische Kollektoren und Anwendungen am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, sieht daher eine besondere Herausforderung für Solarthermie-Anbieter darin, den solaren Deckungsgrad ihrer Systeme zu erhöhen. Dabei kommt den Wärmespeichern als Puffer zwischen Energieangebot und Energiebedarf besondere Bedeutung zu.
Bislang dominieren auf dem Markt in das Drucksystem von Heizungs- und Warmwasseranlage eingebundene Stahlspeicher. Kunststoffspeicher, die bereits seit einigen Jahren auf dem Markt sind, konnten sich trotz vieler Vorteile nicht durchsetzen. Das will die Arbeitsgemeinschaft Druckspeicher mit ihrem Druckspeicher aus Glasfaserverstärktem Polyester (GfK) ändern. Dieser vereine die Vorteile der bekannten Systeme, gaben sich die Arge-Mitglieder ed Energie Depot GmbH, VKA Verbundwerkstoff- und Kunststoffanwendungstechnik GmbH, ZS Systemtechnik für Erneuerbare Energien sowie die Fakultät Maschinenbau der TU Ilmenau auf dem 21. OTTI-Symposium Thermische Solarenergie im Kloster Banz selbstbewußt. Mit Erfolg: Beim Innovationspreis 2011 belegte der neue Speicher Platz 3.
Kunststoffspeicher bieten gegenüber Stahl viele Vorteile: Sie sind deutlich leichter, rosten nicht und haben eine längere Lebensdauer. "Die Heizungsbauer sind mit Stahl groß geworden und sie sind mit Drucksystemen groß geworden", nennt Thomas Eckert, Bereichsleiter Thermische Energiespeicher bei der Haase GFK-Technik GmbH Gründe dafür, dass sich die drucklosen GfK-Speicher in den vergangenen Jahren dennoch nicht durchsetzen konnten. Haase bietet bereits seit Jahren GfK-Speicher an, die in kleinen Teilen angeliefert und vor Ort montiert werden. So kommt die Behälterwand als Rolle und wird vor Ort geklebt. Auf diese Weise lassen sich auch im Bestand größere Speicher realisieren. Ein Beispiel ist die Effenberger Vollkorn Bäckerei, bei der in einem nur durch eine 70 mal 70 Zentimeter große Luke zugänglichen Raum drei Tanks mit einem Gesamtspeichervolumen von über 22.000 Litern installiert wurden.
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