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Pilotprojekte zu Solarthermie müssen in die Breite kommen

Solarhaus soll bis 2030 Baustandard werden

16.01.2010, 08:00

Solarkollektoren
Solare Wärme soll bald höheren Stellenwert haben Bild: Zewotherm

Auf der Konferenz der Deutschen Solarthermie-Technologieplattform am 26. und 27. Januar 2010 in Berlin wird debattiert, welche Schritte notwendig sind, um einen höheren Anteil von Wärme mit Solarthermie zu erzeugen. Derzeit deckt die solare Wärme typischerweise zwischen 20 und 30 Prozent des Wärmebedarfs, bis zum Jahr 2030 sollen es 100 Prozent sein. 105 Millionen Euro an Forschungsbudget für Niedertemperatur-Solarthermie seien dafür bis 2013 notwendig, so die Forscher.

Erste Ansätze für Häuser, die auf die Nutzung solarer Wärme setzen, gibt es bereits. So setzt das Sonnenhaus Institut stärker auf solare Wärme anstatt auf Dämmung. Die Sonnenkraft GmbH, der Architekt Stephan Fabi und das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE haben in Regensburg ein so genanntes Solaraktivhaus fertiggestellt. Hier ist das Konzept, so viel Sonnenenergie wie möglich zu gewinnen. Dazu dient auch die polygone Gebäudeform, bei der Solarkollektoren und Fotovoltaikmodule die verwinkelte Dachfläche zur Energiegewinnung nutzen. Die Gebäudehülle ist ein hochgedämmter Holzrahmenbau. Die Außenwände haben einen U-Wert von 0,14 W/m²K.

Diese Ansätze sollen weiterentwickelt werden, um bis 2030 einen solaren Deckungsgrad von 100 Prozent zu erreichen. Um voranzukommen, seien vergleichende Detailstudien notwendig, die unterschiedliche Baukonzepte, Dämmstandards, Speicherkonzepte und Systemtechniken vergleichen, sagen die Forscher. Entwickeln wollen sie dazu auch Simulations- und Planungswerkzeuge. Weiterentwickeln wollen die Forscher auch Ansätze, die Fotovoltaik und Solarthermie kombinieren. Die gibt es bereits teilweise in Produktreife, etwa beim Solardach von Systaic, das auf der Fachmesse Deubau erstmals in Kombination mit einer Wärmepumpe gezeigt worden ist.

Als zweiten zentralen Schwerpunkt sehen die Forscher Wärmespeicher. Dabei geht es zum einen darum, neue Materialien für Latentspeicher zu finden. Latentspeicher nutzen den Phasenübergang zur Speicherung von Wärme. Ein weiteres Thema, bei dem noch Optimierungsbedarf besteht ist die Be- und Entladetechnik großer Speicher ohne Wärmeverluste sowie die flexible Gestaltung großer Speicher. Diese flexible Gestaltung ist insbesondere in der Sanierung nötig, wenn große Wasserspeicher in bestehenden Gebäuden untergebracht werden sollen.

Um das zu erreichen, sei aber eine deutliche Erhöhung ihrer Forschungsbudgets notwendig. Zum Vergleich ziehen sie Österreich heran. Dort würden 6 Millionen Euro in die Forschung zur Niedertemperatur-Solarthermie gesteckt, zusätzlich 5 Millionen Euro in die Entwicklung von Wärme- und Stromspeichern. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl Deutschlands wäre das ein Volumen von 60 beziehungsweise 50 Millionen Euro. pgl

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