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Studie ermittelt Potenzial der Solarthermie in Europa

Solare Wärme kann 2020 fünf Prozent des Bedarfs decken

20.04.2010, 06:17

Solarkollektor
Solarthermie gilt noch als schlafender Riese mit viel Potenzial. Bild: Bomatherm

Eine Studie des Instituts für Nachhaltige Technologien und der Technischen Universität Wien hat die Potenziale der Solarthermie vor dem Hintergrund betrachtet, dass der Endenergiebedarf in Europa bereits in neun Jahren zu 20 Prozent aus Erneuerbaren Energien gedeckt werden soll.

Dabei haben sich die Forscher drei Szenarien angeschaut. Im ersten wird so weiter gemacht wie bislang, im zweiten gibt es Finanzanreize und Bauverpflichtungen und im dritten werden Maßnahmen aus Förderung, Forschung und Entwicklung komplett umgesetzt. Eine weitere Randbedingung war die politische Vorgabe, dass durch Effizienz- und Einsparmaßnahmen der gesamte Energieverbrauch um 9 Prozent abnimmt im Vergleich zum Stand von 2006.

Beim pessimistischsten Szenario 1 wäre der Anteil der Solarthermie dann bei 2,9 Prozent, im optimistischsten bei 12 Prozent. Um diese Zahl zu erreichen, müsste der Markt für Solarthermie aber in jedem Jahr um 26 Prozent wachsen. Dann würde bis zum Jahr 2020 die Gesamtfläche an Sonnenkollektoren in Europa 388 Millionen Quadratmeter betragen, und es gäbe alleine im Binnenmarkt 470.000 Arbeitsplätze in diesem Segment. Das würde Investitionen in Höhe von 214 Milliarden Euro für Produktion, technische Planung, Verkauf und Installation voraussetzen.

Für Deutschland rechnen die Experten mit einem Bedarf an Niedertemperaturwärme von insgesamt 980 Terrawattstunden. Gut zwei Drittel entfallen auf die Erzeugung von Warmwasser und Heizungswärme in privaten Haushalten sowohl im Ein- als auch im Mehrfamilienbereich. Das Ziel, das sich die Bundesregierung steckt, ist ein Anteil von 18 Prozent Erneuerbarer Energien bei einem um zehn Prozent reduzierten Energieverbrauch bis zum Jahr 2020. Im optimistischsten Szenario der Wiener Forscher würde das ein jährliches Wachstum der Solarthermie von 21 Prozent erfordern. Dann hätte Solarthermie einen Anteil von 5 Prozent am Niedertemperaturwärmemarkt und würde 127.000 Menschen beschäftigen.

2006, im Ausgangsjahr der Studie waren es 0,3 Prozent Deckungsrate und 15.000 Beschäftigte. Im Moment reicht die Erzeugung solarer Wärme in Deutschland nach Angaben von Experten aus, um zirka 200.000 Haushalte zu versorgen. Bis 2030 könnte die solare Deckungsrate bei reduziertem Wärmebedarf in den optimistischen Szenarien bei 15 Prozent liegen.

Eine Voraussetzung für das Erreichen dieser Ziele ist allerdings ein konstantes Marktwachstum. Daran hatte es in den vergangenen Jahren gehapert: Auf gute Jahre (mit hohen Preisen für andere Energieträger) folgten schwierige Jahre mit Stagnation. Auch das Förderumfeld ist nicht immer einfach. Zuschüsse für Solarthermie gibt es unter anderem aus dem Marktanreizprogramm. Das war so beliebt, dass immer Geld aus den Folgejahren verwendet werden musste, um den Bedarf zu stillen. Nun ist die Zukunft des Programms unklar. pgl

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