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Kongress zu Verbindung von Fotovoltaik und Städtebau

Ressourcenschonung mit guter Architektur verbinden

17.11.2009, 09:09

Hauptquartier Solon
Hauptquartier von Solon verbindet Solarmodule mit spannender Architektur. Bild: Manfred Jarisch

Die Frage der Anwendungen für eine zeitgemäße Solartechnologie ist eng verbunden mit Aspekten moderner Gestaltung in Architektur und Stadtentwicklung. Das Thema stand auch im Mittelpunkt des vom Verein Solar Input initiierten Bauhaus Solar-Kongresses vom 11. bis 12. November 2009 in Weimar.

Experten diskutierten, wie aus beiden Feldern moderne Lösungen entwickelt werden können. Es gelte, den Status der Applikation und der Verhübschung zu überwinden – weg vom Additiven zum Integrativen, ein neues Design für eine Kultur der Nachhaltigkeit zu schaffen, erklärte der Rektor der Bauhaus-Universität Weimar Gerd Zimmermann. Seine Universität hat den Kongress wissenschaftlich begleitet. Sie plant zwei Junior-Professuren, bei denen Fragen der Integration energieeffizienter Technologien in die Architektur im Mittelpunkt stehen sollen.

"Wir brauchen Innovationen, welche die neuen, ressourcenschonenden Technologien mit modernem Design verbinden", betonte auch Hubert Aulich, Vorsitzender des Vereins Solar Input. "Dabei kann es nicht darum gehen, nach Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr zu bauen – für die Architektur muss weiterhin der gestalterische Entwurf und das Design im Vordergrund stehen", war sich die Londoner Architektin Annelie Kvick-Thompson mit der Mehrheit des Publikums einig.

Als zwingend notwendig bezeichnete der irische Architekt Brian Cody die Betrachtung von gesamten Systemen. "Beim Vergleich verschiedener alternativer Lösungen im baulichen Kontext müssen neben der Energieeffizienz im Betrieb auch die Herstellung, die Errichtung und die Entsorgung eines Gebäudes berücksichtigt werden", lautete seine zentrale These. "Energieeffiziente Architektur ist als Dreiklang aus minimiertem Energieverbrauch, optimalem Raumklima und hervorragender architektonischer Qualität zu verstehen." Am Institut für Gebäude und Energie an der Technischen Universität Graz hat er dafür eine Methode mitentwickelt, mit der die tatsächliche Energieeffizienz eines Gebäudes bestimmt werden kann.

Nach wie vor fehlt der Erfahrungsschatz mit dem integrativen Einsatz von Solartechnologie im Bauwerk. Vielen Planern fällt es außerdem schwer, Investition und Lifecycle dem Investor gegenüber plausibel darzustellen. Im Forschungsprojekt Energieoptimiertes Bauen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie wurden Neubau- und Sanierungsprojekte mit überdurchschnittlicher energetischer Qualität hinsichtlich ihrer Bau- und Nutzungskosten analysiert. In der Praxis hat sich dabei gezeigt, dass die Baukosten dieser Objekte im Mittel höchstens fünf Prozent über denen vergleichbarer Gebäude konventioneller Art liegen. Nutzungs- und Instandhaltungskosten sind meist geringer.

In der Immobilienwirtschaft hat man bereits erkannt, dass sich der grüne Wert von Immobilien als Maßstab etablieren wird, denn Investitionen in die Effizienz von Gebäuden amortisieren sich immer schneller.

Erklärtes Ziel ist es, eine deutschlandweite Solarenergieversorgung von zwölf Prozent bis 2020 zu gewährleisten. Die Zukunft, so waren sich die Veranstalter einig, soll nicht Desertec heißen: Vielmehr muss das Ineinandergreifen vieler Einheiten eine lokale Energieversorgung garantieren – dazu gehört eine geeignete Infrastruktur und auch der Ausbau der Elektromobilität. Die solare Stadt als Testfall könne ein Motor für die Energiewende werden.

Architektur und Städtebau müssen dabei ganzheitlich und nachhaltig gestaltet werden und gleichzeitig soziale Dimensionen mit einschließen. Das hat der Kongress noch einmal deutlich gemacht. Nachhaltigkeit kann eine neue Formensprache generieren und damit den Weg zu einer avancierten Baukultur eröffnen – nicht zuletzt eine Chance für die Architektur, wieder an gesellschaftlicher Relevanz zu gewinnen. Nicole Allé

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