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Wissenschaftler und Journalisten gehen in die Offensive

Offene Briefe mahnen Merkel zum Atomausstieg

09.04.2011, 00:00

Mit einem Appell haben sich mehr als 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewendet. "Wir befürchten, dass die Wissenschaft zu lange in der Auseinandersetzung um die Kernkraft in Deutschland geschwiegen hat, in der Hoffnung, dass bis zum Ausstieg aus der Kernenergie nichts passieren wird. Jetzt ist es an der Zeit, dass wir unsere Stimme erheben und klar zum Ausdruck bringen, dass es keine sicheren Kernkraftwerke geben kann, nicht in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft, und zwar aus physikalischen und technischen Gründen", schreiben sie in ihrem Appell.

Schon die Unfälle von Windscale 1957, Lucen 1969, Three Mile Island 1979 und von Tschernobyl 1986 sowie der "Beinahe GAU" von Forsmark in 2006 hätten gezeigt, dass das Restrisiko in der Vergangenheit etwa alle 10 Jahre Wirklichkeit geworden sei. Unbeherrschbare Zustände komplexer Technologien seien eine prinzipielle, naturwissenschaftliche Problematik, sagen sie. "Wir können aus naturwissenschaftlichen Gründen niemals wissen, wie sicher unsere Kernkraftwerke wirklich sind, denn wir sind nicht in der Lage, ihre Sicherheit zu berechnen", argumentieren die Fachleute.  

Bei weiterem Ausbau der erneuerbaren Energien werde in kurzer Zeit die durch Kernkraftwerke eingespeiste Strommenge von 140 TWh/a vollständig zu ersetzen sein. Dieses bedinge den Ausbau der Infrastruktur wie Stromnetze und Speichermöglichkeiten um zum Beispiel den Austausch mit Wasserkraft in der Schweiz und Norwegen zu ermöglichen. "Wir brauchen die Kernkraft nicht als Brückentechnologie zur Einführung der erneuerbaren Energien. Der bereits in den letzten Jahren beobachtete rasche Zubau der Erneuerbaren wird durch die geringe Flexibilität der Kernkraftwerke eher behindert", so der Brief. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die den Brief unterschreiben wollen, können sich an die Initiatoren wenden.

Einen offenen Brief an die Kanzlerin hat auch der Journalist Franz Alt verfasst. "Erneuerbare Energien brauchen erneuerbare Regierungen - Du sollst den Kern nicht spalten" hat er seinen Appell betitelt. Er sei wegen der Atompolitik der CDU 1988 aus der Partei ausgetreten, weil er als Christ und Humanist das atomare Glücksspiel nach Tschernobyl vor seinem Gewissen nicht mehr verantworten konnte, schreibt der Buchautor und Fernsehjournalist. Alt erinnert die Kanzlerin an ihre spontane Reaktion, als ihr 2009 die Verbände der Erneuerbaren Energien eine Studie überreicht hatten, die aufzeigt, dass Deutschland bis 2020 bereits 47 Prozent seines Stroms ökologisch erzeugen kann. "Aus meiner Zeit als Umweltministerin weiß ich, dass ihre Prognosen nicht nur immer eingetroffen sind, sondern übertroffen wurden", zitiert Alt die Kanzlerin. Er fordert sie auf, sich den Slogan "Bürger - zu Sonne, zur Freiheit" zu eigen zu machen. pgl

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