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Grünen-Politiker Hans-Josef Fell widerspricht

Oettinger: Fotovoltaik stößt im Land an Grenzen

29.07.2011, 00:00

Roto Solardach
Oettinger sieht Grenzen für Fotovoltaik. © Roto

In einem Gespräch mit der Passauer Neuen Presse hat EU-Industriekommissar Günther Oettinger erneut dafür plädiert, eine europäische Strategie zur Förderung erneuerbarer Energie zu entwickeln. Die deutsche Solarförderung sei zwar zu Beginn ein innovatives Modell gewesen, sagte Oettinger im Interview mit dem Blatt. In Deutschland stoße die Fotovoltaik jedoch an ihre Grenzen. "Wir sind kein Sonnenland", sagte Oettinger. Andere Standorte in Europa seien geeigneter für Fotovoltaik, betonte der EU-KOmmissar.

Dem widerspricht Hans-Josef Fell, Solarexperte der Grünen. Anders als EU-Kommissar Oettinger behauptet, werde Solarstrom in Zukunft mit zu den billigsten Stromquellen gehören, da nach 20 Jahren abgeschriebene Solarstromanlagen auf Kosten für die Stromproduktion von 0,5 bis 1 Cent pro Kilowattstunde kommen, abgeschriebene Kohle- und Atomkraftwerke produzieren den Strom fünf bis zehnmal teurer. "Oettinger sollte wissen, dass die Einspeisevergütung für große Fotovoltaik-Dachanlagen in Deutschland bereits 2013 rund 4 Cent pro Kilowattstunde unter der Vergütung von Offshore-Windkraft aus der Nordsee liegen wird", betont Fell.

Griechenland biete nur 10 bis 30 Prozent mehr Solarstromertrag gegenüber guten deutschen Standorten. Dezentraler Solarstrom aus Deutschland sei damit nicht teurer, wenn man bedenke, dass griechischer Solarstrom erst über teure Leitungen nach Deutschland transportiert werden müsste.

Es sei richtig, dass Griechenland und andere krisengebeutelte Länder einen Fokus auf den Ausbau der erneuerbaren Energien setzen sollten, um Wirtschaftskraft zu schaffen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien in den EU-Ländern sollte jedoch nicht gegeneinander ausgespielt werden, fordert Fell. Oettinger gefährde mit seinen Forderungen rund 80.000 Arbeitsplätze in der Fotovoltaikbranche, warnt er.

An Fotovoltaik als kostengünstige Stromquelle glaubt jedoch auch der Energieexperte Holger Krawinkel vom Bundesverband der Verbraucherzentralen nicht. "Wenn der Ausbau zu einem großen Teil durch Photovoltaik-Anlagen erfolgt, wird es extrem teuer. Wenn man jedoch stärker auf Windräder an Land setzt, kann das den Kostenanstieg erheblich dämpfen", bekräftigte er seine PV-kritzische Position in einem Interview mit dem Handelsblatt. pgl

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