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Anbieter von Tchibo-Modulen im Test mangelhaft

Öko-Test stellt Fotovoltaik gutes Zeugnis aus

31.03.2010, 06:15

Solarproduktion
Solarmodule schneiden im Leistungstest gut ab. Bild: Solarworld

Ökotest veröffentlicht in seiner Ausgabe vom April 2010 Testergebnisse zu Fotovoltaikmodulen. Drei deutsche und ein chinesischer Hersteller haben dabei sehr gut abgeschnitten. Am unteren Ende der Bewertungsskala waren mit einmal ausreichend und zweimal mangelhaft drei chinesische Anbieter zu finden. Unter den mangelhaft getesteten Modulen sind auch die von Sig Solar. Das Unternehmen ist Lieferant für Tchibo. Sig Solar ist sauer über den Test und sagt, es seien alte Module geprüft worden, die man bereits nicht mehr verkaufe.

Insgesamt waren die Tester mit den Ergebnissen ihrer Untersuchung zufrieden. Sie haben sich neun polykristalline und sechs monokristalline Module angeschaut. "Die meisten sind von guter und sehr guter Qualität", so die Tester in ihrer Bewertung. Die Kunden könnten zufrieden sein. Bis auf ein Modul erbrachten alle auf dem Teststand die versprochene Leistung. Einige haben sogar besser abgeschnitten als von den Herstellern angegeben.

Um die Fotovoltaik-Module neutral testen zu können, wurden sie nicht von den Herstellern bezogen, sondern selbst eingekauft. Einige Produkte wie die von Solarworld oder Conergy waren nach Angaben der Tester nicht zu haben und sind deshalb nicht auf den Prüfstand gekommen. Im Labor wurden die Fotovoltaikeinheiten dann unter voller Sonneneinstrahlung, aber auch bei diffuseren Lichtverhältnissen getestet. Außerdem wollten die Tester wissen, wie sehr sich die Leistung vermindert, wenn die Module warm werden. Hitze kann die Solarstromerträge stark vermindern. Bei vier der getesten Module ging die Leistung bei über 70 Grad um mehr als 20 Prozent zurück.

Sehr gut abgeschnitten haben beim Test die polykristallinen Module von Aleo Solar, Schott Solar und Sovello sowie die monokristallinen Module von Upsolar. Die Ergebnisse seien ein Beweis dafür, dass sich die Qualitätsstrategie auszahle, kommentierte Martin Heming, CEO der Schott Solar AG.

Weniger zufrieden waren die Testverlierer. Insbesondere bei Sig Solar "herrscht nach der Veröffentlichung Chaos", meinte ein Mitarbeiter. Das Unternehmen ist Lieferant von Tchibo. Bei Tchibo gibt es verbesserte Module des Anbieters noch bis Ende April 2010. Die Testergebnisse kommen so zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Jan-Christian Schröder, Geschäftsführer von Sig Solar ist sauer über den Test, der aus seiner Sicht eine Imagekatastrophe ist. Man habe selbst über 80 Module im gleichen Labor getestet.

Nach diesen Ergebnissen hätten die Module bei Ökotest im oberen Drittel landen müssen. Ökotest habe alte Module verwendet, sagt Schröder. Ökotest bestätigt dies, betont aber, diese seien im Handel angeboten worden. Durch die Verwendung der alten Module habe Ökotest "Äpfel mit Birnen verglichen", schimpft Schröder. Man habe die Module seitdem deutlich verbessert und außerdem auch bei der Garantie nachgelegt, betont Schröder. Ökotest gibt als Garantiezeit zwei Jahre an. Für die Tchibo-Module gibt es zehn Jahre Garantie, für andere Sig-Solar-Module sieben. Andere Hersteller bieten nach Angaben von Ökotest zwischen fünf und zehn Jahren Garantie.

Die Nachfrage sei enorm, fünf Megawatt Leistung könne man mit den Tchibo-Modulen bedienen, sagt Schröder. Der Preis pro Kilowatt Peak liegt zwischen 2.800 und 3.000 Euro. Man wolle kein Billiganbieter sein, betont Schröder. Allein acht Leute seien im Qualitätsmanagement in den Fabriken vor Ort. Auch Suntech, der zweite mit mangelhaft bewertete Hersteller gab an, dass alte Module getestet worden seien. Ökotest hat bereits angekündigt, dass man aktuelle Module einer Nachprüfung unterziehen werde.

Die Prüfer haben sich nicht nur die Module angeschaut, sondern auch versucht herauszufinden, wie die Gewährung von Leistungsgarantien in der Praxis erfolgt. Leistungsgarantie umfasst mehr als die reine Produktgarantie. Die Hersteller garantieren damit nicht nur, dass die Module funktionieren, sondern auch, dass sie mindestens zehn Jahre 90 Prozent der vollen Leistung erbringen. Da diese aber keine absolute Größe ist, sondern von Faktoren wie Ausrichtung, Neigung des Dachs und natürlich Sonnenscheindauer abhängt ist es schwierig, eine Minderleistung zu beweisen. Es ist für die Kunden in der Regel kaum oder nur unter sehr hohen Kosten möglich. "Die Ausgleichsleistung liegt im Ermessen des Herstellers", so Ökotest. Die Kunden können also nicht auf einen finanziellen Ausgleich für entgangene Erträge bestehen, sondern müssen sich auf eine Reparatur oder einen Tausch der Module einlassen.

Aus Sicht von Jörg Althaus, der für die Zertifizierung von Solarmodulen beim TÜV Rheinland verantwortlich ist, erlaubt der Test zwar Aussagen zum wichtigen Punkt der Leistungsfähigkeit von Modulen, sage aber nichts über deren Langlebigkeit aus. Er könne also nur ein Anhaltspunkt, sollte aber kein ausschließliches Kaufkriterium sein. Die Erhebung von Ökotest erfülle ihren Zweck, da sie die Verbraucher lehre, beim Kauf von Fotovoltaikanlagen genauer hinzuschauen, meint Althaus. pgl

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