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Bislang wird nur ein kleiner Teil des Marktes abgebildet

Neues Testsiegel vergibt Noten für Solarmodule

03.02.2011, 00:00

Bislang wird mit dem Test nur ein geringer Teil der Produkte erfasst. Bild: Schott

Der TÜV Rheinland und der Verlag Solarpraxis AG  haben erste Ergebnisse eines Qualitätstests für Fotovoltaik-Module vorgelegt. Sie wollen damit für Transparenz im Markt sorgen. Noch ist aber nur ein geringer Teil der marktüblichen Produkte bewertet.

"Hunderte Hersteller bieten derzeit tausende von Modultypen an. Für Hausbesitzer, Handel, Installationsfirmen oder Banken ist es bisher kaum möglich, fundierte Informationen über gute Qualität der PV-Module zu erhalten", schreiben sie in der Vorstellung des Tests. Ihr Ansatz soll die Orientierung erleichtern.

Der Test soll gängige Zertifikate ergänzen, erklärt Willi Vaaßen, Geschäftsfeldleiter Regenerative Energien beim TÜV Rheinland im Gespräch mit EnBauSa.de. Ziel des Tests ist es außerdem, für mehr Transparenz über die Herkunft von Modulen zu sorgen. Viele Unternehmen verwendeten bislang OEM-Zertifkate, das sei zwar zulässig, mache aber Transparenz schwierig, so Vaaßen.

Das jetzige Prüfverfahren wurde gemeinsam von Unternehmen und Verbänden entwickelt und soll ein unabhängiges Prüfsiegel werden. Die Durchführung der Tests erfolgt durch den TÜV Rheinland. "Fairness und Neutralität garantiert ein unabhängiger Beirat, der offen ist für Vertreter aller Hersteller und Forschungsinstitute", so die Akteure.

Bisher gab es umfassende Tests für Fototoltaik-Module, die mehr abfragen als Leistungsdaten nur in großem zeitlichem Abstand von oft mehreren Jahren. PV+Test misst rund 25 Parameter an den Modulen und bewertet anschließend zahlreiche Eigenschaften. So wird nicht nur die Leistung von Modulen überprüft, sondern auch deren Alterungsbeständigkeit, Handhabung und elektrische Sicherheit.

In der ersten Runde waren acht Modultypen auf dem Prüfstand. Schotts Polysolar 290 und Sharps monokristallines Modul NU-180E1 können sich nun mit der Note 1- Testsieger nennen, vier weitere haben mit einem "Gut" abgeschnitten. Mit den Ergebnissen ist Vaaßen insgesamt zufrieden, er sei froh, dass es so sei wie es sei und ein positives Bild zeige, sagt er. Man könne im Test auch feststellen, wer auf Qualitätssicherung setze. So mache es einen Unterschied, ob die Unternehmen selbst ihre Produkte in Klimakammern unter die Lupe nähmen oder nicht.

Bislang bilden die untersuchten Module nur einen geringen Teil des Marktes ab, das werde sich aber nach dem Start schnell ändern, ist Vaaßen sicher. Einige chinesische Hersteller, die derzeit noch komplett fehlen, hätten schon Interesse bekundet. Um mehr Akzeptanz zu bekommen wurde mittlerweile das Verfahren geändert. Wer seine Produkte testen lässt und mit den Ergebnissen unglücklich ist, kann die Veröffentlichung untersagen. Dann wird das Ergebnis nur anonym in der Gesamtauflistung genannt. Davon haben beim jetzigen Test zwei Hersteller Gebrauch gemacht.

Für den Test haben die Prüfer jeweils fünf Module eines Typs eingekauft und unter die Lupe genommen. In einer Eingangskontrolle wurden sie einem Lumineszenztest unterzogen, um Transportschäden auszuschließen. Da die Tests aufwändig und teuer sind müssen die Hersteller, deren Produkte auf den Prüfstand sollen, dafür 25.000 Euro pro Produkt bezahlen. "Darin sind alle Kosten für Test, Beschaffung und die Module enthalten", sagt Vaaßen.

von unserer Redakteurin Pia Grund-Ludwig

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