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Energiegenossenschaft startet Modell für Direktverbrauch

Mieter nutzen Strom vom Dach

10.02.2014, 09:45

Seit Dezember 2013 werden die ersten Mieter der Siedlung "Neue Heimat" in Nußloch bei Heidelberg mit Solarstrom vom eigenen Dach versorgt. Die Heidelberger Energiegenossenschaft eG (HEG) betreibt auf sieben Mehrfamilienhäusern Bürgersolaranlagen.

Auf über 3.000 qm Dachfläche werden rund 380.000 kWh Strom pro Jahr erzeugt, genug um alle Wohneinheiten der Häuser bilanziell zu versorgen. Der Ökostromzertifizierer Grüner Strom Label e.V. unterstützt das Pilotprojekt mit Fördergeldern aus der Grüner Strom-Zertifizierung.

Mit dem Projekt gehen die HEG und die Baugenossenschaft Familienheim Heidelberg neue Wege. Es ist das erste Direktverbrauchskonzept einer Energiegenossenschaft auf Mehrfamilienhäusern in Deutschland.

Um es umsetzen zu können, entwickelten die Planer ein spezielles Zähler- und Messsystem. Die Mieterinnen und Mieter der "Neuen Heimat" erhalten so die Möglichkeit, den vor Ort erzeugten Solarstrom preiswert zu beziehen. Dafür bietet die HEG allen Bewohnern einen speziellen Ökostromtarif an, der zu etwa einem Drittel aus dem Solarstrom vom Dach besteht.

"Das Projekt setzt die Idee einer von Bürgern getragenen ökologischen Energieversorgung vorbildhaft um", so Antje Fehr, Produktmanagerin beim Grüner Strom Label e.V. (GSL). "Es zeigt, dass auch Mieter direkt vom Ausbau erneuerbarer Energien profitieren. Zum einen können sie sich über die Genossenschaft unkompliziert und mit kleinen Beträgen an den Solaranlagen beteiligen. Zum anderen können sie günstig produzierten Ökostrom vom Dach des Wohnhauses beziehen."

Das Modell entfaltet über die Siedlung hinaus Wirkung. "Uns war wichtig, dass das Verfahren auch auf andere Energiegenossenschaften übertragbar ist", sagt Andreas Gißler, Vorstand der HEG. "Die zahlreichen Anfragen, die schon jetzt an uns gerichtet werden, zeigen uns den großen Bedarf für ein solches Referenzprojekt." Quelle: Grüner Strom Label / pgl

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