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Dämmung und Energiegewinnung sind die Pole

Konzepte für energiesparende Häuser unterscheiden sich

28.11.2009, 03:46

Sonnenhaus Schweiz
Mehrfamilienhaus nach dem Sonnenhaus-Konzept in der Schweiz. Bild: Sonnenhaus Institut

Passivhaus, Sonnenhaus, Solaraktivhaus: hinter diesen Begriffen verbergen sich unterschiedliche Ansätze für eine Kombination energieeffizienten Bauens mit der Nutzung erneuerbarer Energien. Dabei geht es um mehr als den gleichen Wein in unterschiedlichen Schläuchen. Im Herangehen an Architektur, Haustechnik und Nutzerkonzepte arbeiten die Konzepte mit verschiedenen Ansätzen.

Für Passivhäuser bringt Berthold Kaufmann vom Passivhaus Institut Darmstadt das wichtigste Prinzip auf den Punkt: "Erste Priorität hat die Verringerung der Verluste über die Gebäudehülle: Gute Dämmung und Lüftung mit Wärmerückgewinnung, das sind einfachsten Maßnahmen mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis." Wenn der Bauherr dann noch Geld hat, solle er sich den Einsatz regenerativer Energien leisten.

Gerd Dasch, Architekt und Leiter des Sonnenhaus Instituts ist eine Optimierung der Gebäudehülle zu einseitig. Man könne für Gebäude, die einen höheren Heizwärmebedarf haben, dennoch einen geringeren Primärenergieverbrauch durch die Nutzung solarer Energiegewinne haben. Ein Schwerpunkt liegt für ihn auf der effektiven Nutzung von Solarthermie, also thermischer Solarkollektoren, die Sonnenwärme zum Heizen nutzen. Eine Besonderheit der Sonnenhäuser sind große Wasserspeicher.

Das Konzept erklärt Dasch so: "Wir bauen eine Heizung wie für ein normales Haus, dämmen aber besser und kommen dadurch mit niedrigeren Vorlauftemperaturen bei der Heizung aus." Die betrage nur 30 Grad, die Rücklauftemperatur liege fast bei Raumtemperatur. Damit wird der Kollektor gekühlt. "Bei diesen Temperaturen reicht schon Wintersonne mit diffusem Licht, um ausreichende Temperaturen zu erreichen", betont Dasch.

Außerdem ermögliche sein Hauskonzept eine größere Bandbreite an Konstruktionen aufgrund der geringeren Dämmstoffdicke als beim Passivhaus und erlaube unterschiedliche Formen der Lüftung bis hin zur reinen Fensterlüftung. Bislang wurden in Deutschland knapp 300 Häuser so gebaut, allein in diesem Jahr fast 130. In einer Studie hat sein Institut die Verbräuche von Passivhäusern, Sonnenhäusern und Häusern nach EnEV verglichen.

Die Sonnenkraft GmbH, der Architekt Stephan Fabi, das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) und der Fachbereich Architektur der Hochschule Regensburg haben in Regensburg ein so genanntes Solaraktivhaus fertiggestellt.

Es soll zeigen, wie ein Neubau mit geringem Energieverbrauch, marktüblicher Solar- und Heiztechnik sowie besonderer Architektur bereits heute realisiert werden kann. Hier ist das Konzept, so viel Sonnenenergie wie möglich zu gewinnen. Dazu dient auch die polygone Gebäudeform, bei der Solarkollektoren und Fotovoltaikmodule die verwinkelte Dachfläche zur Energiegewinnung nutzen. Die Gebäudehülle ist ein hochgedämmter Holzrahmenbau mit Doppel-T-Trägern aus Holzwerkstoff. Die Außenwände haben einen U-Wert von 0,14 W/m²K.

Der Baupreis liegt inklusive Photovoltaik bei 3.000 Euro pro Quadratmeter. Die Haustechnik verwendet praktisch alle Komponenten, die denkbar sind: Solarthermie, Photovoltaik, Wärmepumpe, Geothermie, kontrollierte Wohnraumlüftung und Fußbodenheizung. Die Gebäudeheizlast geben die Planer mit 4,7 kW an. Als Endenergiebedarf sind 18 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr geplant.

Der Nachteil bei diesem Ansatz: Er funktioniert nur bei einem Neubau. Und Neubauten entstehen derzeit in Deutschland kaum noch. Passivhausverfahren lassen sich dagegen auch bei der zentralen Aufgabe, der Sanierung des Gebäudebestands einsetzen. "Für den Klimaschutz ist es wichtig, dass nachweislich effiziente Konzepte jetzt und mit Breitwirkung umgesetzt werden", betont Kaufmann. Das Passivhaus zeige, wie das gehe. Das funktioniere aber auch mit Konzepten, die für Sonnenhäuser entwickelt worden sind, kontert Dasch. pgl

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