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Produktion in Deutschland wäre nicht mehr wirtschaftlich

ISE: Reduzierte Einspeisevergütung ist riskant

17.02.2010, 11:36

Der Bundesverband Solarwirtschaft hat sich wissenschaftliche Unterstützung für seine Argumentation gegen die geplante Reduzierung der Einspeisevergütung gesichert. Wissenschaftler des Fraunhofer Instituts für solare Energiesysteme haben im Auftrag des Bundesverbands Solarwirtschaft untersucht, in welchem Umfang eine zusätzliche Absenkung der Einspeisevergütung für Solarstrom angemessen wäre. "Unsere Berechnungen zeigen, dass für Solarstrom-Anlagen bis 30 Kilowatt Spitzenleistung eine einmalige zusätzliche Absenkung von sechs Prozent und für Anlagen bis 100 Kilowatt von zehn Prozent angemessen wäre", sagt ISE-Institutsleiter Eicke Weber.

Das Fraunhofer ISE geht davon aus, dass bei der jetzt geplanten Rückführung der Einspeisevergütung die Produktion in Deutschland zu großen Teilen nicht mehr wirtschaftlich wäre. "Dies würde sehr wahrscheinlich zu einem Arbeitsplatzabbau in Deutschland führen", erklärt Weber. Die Preise für Solarstromanlagen sind im letzten Jahr deutlich stärker gesunken als die Kosten. Das ISE sieht die Gefahr von Dumping-Preisen durch asiatische Hersteller, die von dortigen günstigen Krediten profitieren. Diese Position ist umstritten.

Die baden-württembergische LBBW teilt die Bedenken der Freiburger Forscher, andere Wirtschaftsinstitute halten die Reduzierung für tragbar. Eine Prognos-Studie, die den Vorschlägen von Umweltminister Röttgen zugrunde liegt, beschreibt die Auswirkungen auf die Produktionsstandorte gar nicht.

Die Studie der Freiburger Forscher kommt auch zu dem Ergebnis, dass die Unternehmen die Kostenreduktionen in den Jahren seit 2005 nur teilweise an die Kunden weitergegeben haben und deshalb hohe Gewinne ausweisen konnten. Davon sei aber für die nächsten Jahre nicht mehr auszugehen. Bei ihrer Abschätzung der Kostenentwicklung für Fotovoltaik verwenden die Freiburger das Modell der Lernerfahrungskurve. Das geht davon aus, dass sich der Preis immer um denselben Faktor reduziert, wenn sich die verkaufte Menge verdoppelt. Als Faktor für Fotovoltaiksysteme nehmen sie 15 Prozent an. Bei doppelter Produktion sinken die Kosten also um 15 Prozent. Im Durchschnitt der letzten neun Jahre hat die Kostenreduktion laut diesen Berechnungen zwischen fünf und zehn Prozent gelegen.

Die deutschen Hersteller arbeiten derzeit daran, die Produktionskosten zu senken und das Auslandsgeschäft aufzubauen. "Wir verkaufen im Moment noch überwiegend in Deutschland, bauen aber das Auslandsgeschäft aus", berichtet beispielsweise Ina von Spies vom Modulhersteller Q-Cells im Gespräch mit EnBauSa. Derzeigt liegt die Expoertquote von Q-Cells bei zirka 45 Prozent. In spätestens zwei Jahren rechne man damit, dass das Auslandsgeschäft einen wesentlich höheren Anteil zum Umsatz beitrage. "Die entscheidende Frage ist aus meiner Sicht auch eine der Industriepolitik, auf welche Branchen setzt man", sagt von Spies. Zudem fordert sie mehr Unterstützung der Politik bei einer Öffnung ausländischer Märkte: "Wir haben es nicht mit einem fairen Markt zu tun. Auch die Chinesen müssen den Markt öffnen, bislang ist es kaum möglich, dort Anlagen zu bauen", so von Spies weiter.

Die Freiburger Solar-Experten des ISE betonen, dass deutsche Fotovoltaik-Unternehmen gegenüber ihren asiatischen Konkurrenten nur dann wettbewerbsfähig bleiben, wenn sie ihren technologischen Vorsprung halten und ausbauen können. "Dies setzt verstärkte Anstrengungen im Bereich Forschung und Entwicklung voraus", erklärt Weber. Von einer Erhöhung der Mittel würde natürlich auch das ISE selbst profitieren, es ist eines der wichtigen Forschungsinstitute in diesem Bereich. Die Bundesregierung hat im derzeitigen Haushaltsansatz die Mittel für die Fotovoltaikforschung reduziert. pgl

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