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Solarstrom könnte 2011 so viel kosten wie konventioneller Strom

Geringere Einspeisevergütung 2010 nützt Asien

19.01.2010, 14:17

Mann im Garten vor Haus mit Fotovoltaikanlage
Privatleuten könnte die Entscheidung für Fotovoltaik bald schwerer fallen. Bild: Suntechnics

Eine Reduzierung der Einspeisevergütung in der derzeit diskutierten Höhe von bis zu 20 Prozent könnte die deutschen Hersteller in die Bredouille bringen und den ostasiatischen Herstellern den Einstieg in Deutschland erleichtern. Das sagt nicht nur der Bundesverband der Solarwirtschaft (BSW), sondern auch eine Studie der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Verbraucherschützer warnen aber vor den hohen Folgekosten der Einspeisevergütung in den nächsten Jahren. Eine Entscheidung durch Umweltminister Röttgen soll in den nächsten Tagen fallen.

"Bis etwa 10 Prozent zusätzlich zu der bisherigen Absenkung plus eine Flexibilisierung ab 2011" hält LBBW-Solarexperte Wolfgang Seeliger gegenüber EnBauSa für verkraftbar für die deutschen Hersteller von Fotovoltaik-Modulen. "Eine Absenkung des Einspeisetarifs um zweistellige Prozentbeträge wird die europäische Modulindustrie aus dem Wettbewerb katapultieren", meint Seeliger weiter.

Er geht davon aus, dass bei der Realisierung von Fotovoltaik-Projekten eine Rendite von 7 Prozent die kritische Schwelle sei. Die könnten Projekte mit in Deutschland hergestellten Modulen dann nicht mehr erreichen. Ostasiatische Hersteller könnten dagegen mit einer Reduzierung der Einspeisevergütung um bis zu 20 Prozent gut zurechtkommen.

Bei den deutschen Herstellern läuten deshalb die Alarmglocken. 5 Prozent zusätzlich seien möglich, meint der Branchenverband der Solarwirtschaft. Selbst für Frank Asbeck, Geschäftsführer von Solarworld, der im vergangenen Jahr als einziger deutscher Hersteller ein weiteres Abschmelzen der Solarförderung für möglich gehalten hat, sind fünf Prozent das Limit des Verkraftbaren. Schon alleine die Debatte um die Reduzierung der Einspeisevergütung hatte die Aktien der Unternehmen unter Druck gebracht.

Denkbar wäre neben einer Reduzierung der Einspeisevergütung auch, die Länge der Festschreibung für die Solarförderung zu ändern. Sie beträgt bislang 20 Jahre. Das sei aber für die deutschen Unternehmen auch nicht besser verkraftbar als eine Reduzierung der Höhe der Einspeisevergütung. "Eine Absenkung im zweistelligen Prozentbereich ist aus unserer Sicht kontraproduktiv.

Die derzeit diskutierte höhere Degression werden gerade Modulhersteller, die in Deutschland ansässig sind, nicht mittragen können", sagte Udo Möhrstedt, Chef von IBC Solar. Eine zusätzliche Reduktion der Fördersätze für Fotovoltaikanlagen im zweistelligen Prozentbereich noch in diesem Jahr würden große Teile der deutschen Solarwirtschaft nicht überleben, so der BSW. Rund 50.000 Arbeitsplätze stünden in Deutschland auf dem Spiel. Auch die Börse reagiert nervös: Die Landesbank Berlin hat nach Angaben der Börsenzeitung die Bewertung für den Hersteller Phönix Solar von Kaufen auf Halten zurückgestuft.

Aus Sicht der Verbraucher sei eine Reduzierung der Einspeisevergütung für Solarstrom aber notwendig, vor allem, um die Kosten in den nächsten Jahren im Rahmen zu halten, mahnt der Bundesverband der Verbraucherzentralen. "Die Mehrkosten werden alleine für die im Jahr 2009 gebauten Anlagen über 10 Milliarden betragen, bis zum Jahr 2013 fallen voraussichtlich 40 Milliarden an, wenn die Vergütung nicht zügig und deutlich abgesenkt wird", so das Papier der Verbraucherschützer. Sie fordern eine höhere Flexibilität bei der Einspeisevergütung. Die Einspeisevergütung wird bislang schon stärker zurückgefahren, wenn eine bestimmte Menge an Solarstromanlagen gebaut wird.

Schon bislang werden die Anlagen bei der Bundesnetzagentur gemeldet. Wird eine bestimmte Kapazität erreicht, wird die Einspeisevergütung im kommenden Jahr stärker gesenkt. Die Reduzierung erfolgt aber nur innerhalb eines engen Rahmens. Werden die Zubaumengen im betreffenden Jahr um mehr als zehn Prozent überschritten, dann solle die Höhe der Solarförderung komplett neu verhandelt werden, fordern die Verbraucherschützer. Sie treten auch dafür ein, dass die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) enthaltenen Sonderregelungen für energieintensive Unternehmen gestrichen werden. Sie betreffen die EEG-Umlage, das sind die Kosten, die Netzbetreiber für den Aufwand für die Einspeisung des Stroms aus erneuerbaren Energien geltend machen. Sie wird auf die Kunden umgelegt. "Die Unternehmen sollten genauso wie Privathaushalte zukünftig die volle EEG-Umlage bezahlen", so die Verbraucherschützer.

Ohnehin werden die Preise für Solarstrom in den nächsten Jahren deutlich fallen. "2013 erreicht Solarstrom bei unverminderter Entwicklung Steckdosenpreis", sagt der BSW. Die Preisgleichheit könne möglicherweise schon früher erreicht werden, aber auf Kosten einer verkleinerten europäischen Produktionsbasis, so die Studie der LBBW. Allerdings könnte es in den nächsten Monaten auch erst einmal eine Preiserhöhung bei der Fotovoltaik geben, wenn sich viele Kunden entscheiden, Anlagen zu den noch günstigeren Bedingungen zu installieren. Bereits Ende 2009 hatte die Jahresendralley zu einer Knappheit von Fotovoltaik-Modulen und höheren Preisen geführt. pgl

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