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BSW wünscht sich Fassadenbonus bei der Einspeisevergütung zurück

Gebäudeintegrierte Fotovoltaik boomt bei Nachbarn

19.08.2010, 09:46

Fotovoltaik-Anlage
In Deutschland findet sich Fotovoltaik vornehmlich auf dem Dach. Bild: Aleo Solar

Gebäudeintegrierte Fotovoltaik ist auf dem Vormarsch, berichtet Greentech Media. Wachsende Märkte beobachten die Marktforscher vor allem in Belgien, Frankreich, Italien und der Schweiz – alles Länder, in denen es für Strom aus gebäudeintegrierten Fotovoltaik-Anlagen eine besonders attraktive Einspeisevergütung gibt. Auch in Deutschland gab es zwischen 2004 und 2009 einen Fassadenbonus. Angesichts der Entwicklung in den Nachbarländern wird der Ruf nach einer Neuauflage lauter. Unabhängig davon arbeiten deutsche Unternehmen an neuen Lösungen für die Gebäudeintegration.

Beispielsweise stellten auf der Fachmesse Intersolar im Juni 2010 Gehrlicher Solar und Schüco Solar BIPV-Fassaden vor. Gehrlicher Solar nennt sein neu entwickeltes Fassadensystem Gehrtec Front. Es kombiniere Hochleistungsmodule und Leichtbauwerkstoffe, so der Hersteller. Das Fassadenbefestigungselement, das in die tragende Unterkonstruktion verschraubt wird, kommt von Sto Verotec. Daran werden die gleichfalls vertikal verlaufenden Gehrtec Trägerschienen befestigt. Diese Kombination sorge dafür, dass sich Fassadenunebenheiten leicht überbrücken lassen, so der Hersteller. Montiert werden soll auf der Konstruktion dann ein Energiegewinnungssystem von Solar Edge, bei dem Abschattungen oder Spiegelungen von Nachbargebäuden durch die Regelung der einzelnen Module ausgeglichen werden. Wie teuer dieses System sein wird, wird sich bei der Markteinführung zeigen, die für Ende 2010 geplant ist.

Bereits zu haben ist die Anlehnfassade von Schüco für Lagerhallen und ähnliche Gebäude. Die Dünnschichtmodule der Fassade lassen sich auch in Warm- und Kaltfassaden integrieren – beispielsweise als semitransparente Fensterflächen oder als vorgehängte Fassadenelemente. Laut Schüco überzeugen die Pro Sol TF Module architektonisch durch eine homogene Optik, variable Transparenzgrade und anwendungsgerechte Glasformen. Sie können bis zu einer Größe von 2,20 m x 2,60 m (5,7 m2) produziert werden.

Marktbeobachter sind überzeugt, dass BIPV, das steht für Building Integrated Photovoltaics, auch hierzulande eine Zukunft hat. Als Begründung führen sie die Europäische Gebäuderichtlinie an, die ab 2020 bei Neubauten den Fast-Null-Energiestandard vorschreibt. Größere Gebäude, die eine zu geringe Dachfläche haben, um ausreichend Solarenergie zu gewinnen, könnten dieses Kriterium nur erfüllen, wenn sie Fotovoltaik und Solarthermie in die Fassade integrieren.

Derzeit lässt sich in Deutschland allerdings noch keine wachsende Nachfrage nach gebäudeintegrierter Fotovoltaik feststellen. Und auch in den anderen europäischen Märkten wird die Nachfrage nicht durch die Gebäuderichtlinie befeuert. "Je nach Land ist die Nachfrage nach BIPV gross, aber mehrheitlich nur, weil die Einspeisevergütung für solche Anlagen grösser ist", nennt Giorgio Hefti, Chef der Schweizer Tritec International AG den eigentlichen Grund für das Wachstum. In Deutschland hersche leider noch immer "Geiz ist geil-Stimmung", weshalb die Nachfrage nach BIPV hier noch sehr bescheiden sei.

Das würde der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) gerne ändern – und fordert die Politik seit der Streichung des Fassadenbonus aus dem EEG im Jahr 2009 immer wieder auf, das Instrument wiederzubeleben. "Die Förderung von BIPV könnte nicht nur für die Solarwirtschaft sondern auch energiewirtschaftlich interessant sein, wenn durch die Solarstromproduktion auf Ost- und Westfassaden die heute vorhandenen Solarstrom-Erzeugungsspitzen in den Mittagsstunden geglättet werden", so BSW-Geschäftsführer Karsten Körnig. Dass die Forderung nach einem Fassadenbonus Gehör findet, ist jedoch angesichts der Diskussionen im Zuge der Senkung der Einspeisevergütung derzeit eher unwahrscheinlich. sth

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