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Solarboom 2009 führt zu einer Senkung der Vergütung

Für Strom aus Photovoltaik gibt es ab 2010 weniger Geld

03.11.2009, 08:19

Indach-Anlage
Für Solarstrom wird 2010 weniger gezahlt. Bild: Monier

Der Fotovoltaikboom hat Konsequenzen: Ab 2010 sinkt die Einspeisevergütung für Solarstrom. Die Einspeisevergütung ist der Betrag, den Betreiber von Solaranlagen für den von ihnen erzeugten Strom bekommen. Bei kleineren Anlagen bis zu 30 Kilowatt Leistung gibt es 9 Prozent weniger. Nun werden 39,14 Cent pro Kilowattstunde bezahlt. Für größere Anlagen sinkt die Vergütung um 11 Prozent.

Die Einspeisevergütung für Fotovoltaik wird von der Bundesnetzagentur festgelegt. Sie erhebt dazu jährlich die installierte Solarleistung, denn die Einspeisevergütung ist an das installierte Volumen von Fotovoltaikstrom gekoppelt. "Der Schwellenwert von 1.500 Megawatt, der eine stärkere Absenkung der Vergütungssätze zur Folge hat, wurde mit einer gemeldeten installierten Leistung von zirka 2.340 Megawatt deutlich überschritten", sagte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur.

Betreiber von Fotovoltaikanlagen müssen der Agentur seit 2009 Standort und Leistung ihrer Anlage melden. Für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. September 2009 wurden rund 1.471 Megawatt gemeldet. Für den Umsatz der restlichen Monate zieht die Agentur die Angaben der Verteilnetzbetreiber aus dem Vorjahr heran. Die Verteilnetzbetreiber sind für die "letzten Meilen" im Stromnetz bis zu den Hausanschlüssen zuständig. Nach deren Angaben wurden im letzten Quartal 2008 Fotovoltaikanlagen mit einer Leistung von rund 869 MW neu in Betrieb genommen.

Verbraucher, die jetzt noch eine Solaranlage kaufen wollen, um sich die höheren Einspeisevergütungen zu sichern haben wahrscheinlich keine guten Karten: Module und Wechselrichter sind derzeit kaum zu haben. "Die produzierenden Solarfirmen haben angesichts des schwachen ersten Halbjahres ihre Produktionskapazitäten deutlich drosseln müssen. Von der enormen Nachfrage der letzten Wochen sind einige Hersteller nun überrascht worden. Sie können ihre Kapazitäten nicht schnell genug in ausreichendem Maße wieder hochfahren, um dem Ansturm gerecht zu werden," sagt Carsten Körnig vom Bundesverband Solarwirtschaft.

Er warnt jedoch auch vor einer überstürzten Reaktion: "Das Gesetz garantiert Anlagenbetreibern über 20 Jahre hinaus auch für das angebrochene Jahr seit dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme eine Einspeisevergütung. Die Eile bei der Anlageninstallation sollte zudem nicht auf Kosten der Qualität gehen und nur von ausgewiesenen Fachbetrieben erfolgen."

Die deutsche Fotovoltaikbranche kann die Reduzierung verkraften, meint Körnig: "Die Gewinnmargen werden trotz Umsetzung der gesetzlichen Förderabsenkung für die Betreiber von Solarstromanlagen nach unserer Einschätzung weiterhin attraktiv bleiben, da auch die Produktionskosten in den letzten Monaten gesenkt werden konnten." Es werde wohl auch nicht zu einer Reduzierung der Nachfrage kommen.

Heftige Debatte um die Höhe der Fotovoltaikvergütung hatte es im Vorfeld der Regierungsbildung gegeben. Vor allem in der FDP ist die Höhe der Einspeisevergütung umstritten. Schwarz-Gelb hatte entsprechende Gespräche mit Verbraucherschützern und der Fotovoltaikbranche angekündigt.

Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) weist zudem Aussagen zurück, dass die Strompreise durch die Umlagen aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) steigen. Das gelte trotz höherer Umlage: Nach den Berechnungen des Verbands zahlen Verbraucher pro Kilowattstunde künftig 2 Cent für die Vergütung des Stroms aus Erneuerbaren Energien statt wie bisher 1,2 Cent.

Während die durchschnittlichen Haushaltsstrompreise in den letzten zehn Jahren um 9,3 auf 23,2 Cent pro Kilowattstunde gestiegen seien, habe sich der Anteil der EEG-Umlage im gleichen Zeitraum lediglich von 0,2 auf 1,1 Cent pro kWh erhöht. Der eigentliche Preistreiber sei die Stromproduktion aus fossilen Brennstoffen, sagt BEE-Geschäftsführer Björn Klusmann. pgl

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