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Systempreise werden weiter sinken – KfW erhöht Zinsen

Fotovoltaik-Montagesysteme werden teurer

10.03.2011, 10:40

SMA-Wechselrichter
Wechselrichter sind momentan vergleichsweise billig zu haben. Bild: SMA

Die Preisentwicklung auf den weltweiten Rohstoffmärkten für Metalle beginnt, sich auf den Markt für Fotovoltaik-Montagesysteme auszuwirken. So wird der Montagesysteme-Hersteller Schletter zum 1. April 2011 seine Preise erhöhen. Bei den Aluminiumprofilen werde die Preiserhöhung voraussichtlich acht Prozent betragen, so das Unternehmen. Im Schnitt machen die Montagesysteme rund zehn Prozent der gesamten Anlagekosten aus, je nach Anlagenart fällt der Anteil höher oder auch deutlich niedriger aus.

An der von der Solarwirtschaft angestrebten weiteren Senkung der Systempreise werde die Preiserhöhung bei den Montagesystemen nichts ändern, sagt Hans Urban, Leiter des Geschäftsbereichs Solarmontagesysteme. "Bei Wechselrichtern und Solarmodulen, deren Preisentwicklung weniger von Rohstoffpreisen und mehr von neuen technologischen Entwicklungen beeinflusst wird, gibt es noch ein hohes Preissenkungspotenzial." Auch der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) betont, es bleibe bei dem Ziel, die Systemkosten von Fotovoltaik-Anlagen bis 2020 zu halbieren.

Vor allem Wechselrichter seien derzeit eher günstig, berichtet Christof Biba, in der Geschäftsleitung von Wagner & Co. Solartechnik für den Bereich Fotovoltaik zuständig, im Gespräch mit EnBauSa.de. "Da haben viele Anbieter noch einiges am Lager", vermutet er. Im Fotovoltaik-Boomjahr 2010 waren vor allem diese Komponenten knapp. Die Modulpreise dagegen seien zwar zu Beginn des Jahres 2011 deutlich gesunken, nun jedoch eher stabil. Gleiches gilt bei Wagner für die Montagesysteme. "Wir halten unsere Preise für die Installateure im Gestellbereich stabil, obwohl die Einkaufspreise variieren", erläutert Biba. Insgesamt seien die Systempreise derzeit auf einem Niveau, bei dem sich eine Fotovoltaik-Anlage für den Endkunden nach wie vor lohnt. 

Schlechte Stimmung unter Solarteuren

Dennoch sei es momentan sehr ruhig auf dem Markt. Der massive Zubau von Fotovoltaik-Leistung scheint durch die Senkung der Einspeisevergütung zum Jahresbeginn gestoppt worden zu sein. Das Photovoltaik-Magazin berichtete Ende Februar, die Stimmung unter den Solarteuren sei so schlecht, dass einige schon über einen Marktausstieg nachdenken. Die mäßige Nachfrage zeigt sich auch an der geringen Zahl an Angebotsanfragen für Fotovoltaik-Anlagen, die derzeit bei EnBauSa.de eingehen.

Biba rechnet daher nicht damit, dass die Einspeisevergütung schon zur Jahresmitte ein weiteres Mal drastisch gekürzt wird. "Bislang haben wir für 2011 mit einer Degression bei den Einspeisetarifen von sechs bis neun Prozent gerechnet. Tatsächlich könnte es weniger sein. Ich gehe nicht von einem Boom im zweiten Halbjahr aus", sagt er.

Ende Februar hatte der Deutsche Bundestag eine weitere Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes verabschiedet, die vorsieht, dass die Solarstromförderung ab 1. Juli 2011 um drei bis 15 Prozent zusätzlich gekürzt werden kann. Berechnungsgrundlage für die mögliche Förderkürzung ist die Entwicklung der Nachfrage nach Fotovoltaik-Anlagen von März bis Mai. Auf Basis dieses Zeitraums wird die Entwicklung für das Gesamtjahr prognostiziert. Im Falle eines sehr starken Marktes wird ein Teil der ursprünglich erst für den Jahresanfang 2012 vorgesehenen Reduzierung der Fördersätze auf den 1. Juli vorgezogen. Wenn die Prognose einen Zubau von weniger als 3,5 GWp für 2011 erwarten lässt, erfolgt die Anpassung der Fördersätze erst zum Jahresanfang 2012.

Auch Hans Urban von Schletter geht davon aus, dass die Boom-Zeiten vergangener Jahre vorbei sind. "Trotzdem bin ich sicher, dass das erste Halbjahr zufriedenstellend laufen wird", ergänzt er. Im ersten Halbjahr 2011 könnten die Systempreise für Fotovoltaik-Anlagen sicher noch der Degression der Einspeisevergütung folgen, im zweiten Halbjahr vermutlich auch noch. Ab 2012 werde es jedoch schwierig, so Urban.

Während die Anlagenpreise weiter sinken, sorgen steigende Kreditzinsen für höhere Finanzierungskosten. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) etwa hat die Zinssätze im Programm 270 "Erneuerbare Energien" nach einem Zinserhöhungsschritt am 16. Dezember 2010 zum 11. Februar erneut erhöht. Eine Fotovoltaik-Anlage konnte Anfang Dezember 2010 im Programmteil Standard bei einer Kreditlaufzeit von 20 Jahren, drei tilgungsfreien Jahren und 10 Jahre Zinsbindung noch zu 2,8 Prozent nominell finanziert werden. Inzwischen beträgt der entsprechende KfW-Zins 3,6 Prozent. 

Im Programm 270 werden neben Fotovoltaik-Anlagen auch Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung, die neben Strom auch Wärme erzeugen, und Anlagen zur Wärmeerzeugung gefördert. "Die Erhöhung der Zinssätze um 20 bis 30 Basispunkte im Februar war aufgrund der deutlich gestiegenen Kapitalmarktzinsen notwendig", begründet die KfW ihren Schritt. Im Marktvergleich biete die KfW aber auch nach der Zinserhöhung sehr günstige Konditionen an, da auch die Geschäftsbanken die Erhöhung ihrer Refinanzierungskosten an ihre Kunden weitergeben.

Zuwachs bei Intersolar

Während die Stimmung am Fotovoltaikmarkt nicht so gut ist, verzeichnet die Intersolar Europe erneut Zuwächse bei Ausstellungsfläche und Ausstellerzahl. Mit insgesamt 15 Messehallen belegt die Messe vom 8. bis 10. Juni 2011 in München drei Hallen mehr als im Vorjahr. Auf 165.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche rechnen die Veranstalter mit über 2.000 internationalen Ausstellern. Erheblichen Zuwachs verzeichnet den Veranstaltern zufolge der Bereich der Wechselrichter- und Systemanbieter. Erstmalig findet die Sonderschau PV ENERGY WORLD statt, die sowohl die Möglichkeiten der solaren Netzintegration thematisiert, also der Einspeisung des Solarstroms in das bestehende Stromnetz und die Speicherung des Solarstroms, als auch den Energiemix der Zukunft in Deutschland und die Rolle der Fotovoltaik vorstellt.

Von unserer Redakteurin Silke Thole

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