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Firstsolar und Solarworld schneiden in Studie gut ab

Fotovoltaik holt bei Nachhaltigkeit auf

22.02.2010, 10:54

Waferbearbeitung Solarworld
Solarworld und Firstsolar erhalten für Fotovoltaik-Produktion gute Umweltnoten. Bild: Solarworld

Die Fotovoltaik-Industrie hat ein grünes Image. Inwieweit das auch für die Produktionsbedingungen, umweltverträgliche Herstellungsverfahren, Arbeitsbedingungen und Recycling-Konzepte gilt, hat das Consulting-Unternehmen Murphy and Spitz untersucht. Im Vergleich zu manchen anderen Branchen seien die Nachhaltigkeitsberichte der Solarbranche noch verbesserungsbedürftig. Firstsolar und Solarworld haben gut abgeschnitten, Sunpower habe bei vielen Fragen gemauert, so der Bericht.

Die Analyse unterscheidet bei den Umweltauswirkungen zwischen klassischer Silizium-Technologie und Dünnschicht-Technologien. Bei Silizium-Technologie ist die Herstellung des Reinstsilizium für die Umweltbilanz am wichtigsten. Der Energieaufwand hierfür ist hoch. Außerdem entfallen auf ein Kilogramm Reinstsilizium 19 Kilogramm so genannter Nebenstoffe. Das Reinstsilizium beziehen die Modulhersteller von Dritten. Die müssten auf jeden Fall nach der Umweltnorm ISO 14001 zertifiziert sein und auch die Weiterverwendung der Nebenprodukte sicherstellen, fordert die Studie. Das müssten die PV-Unternehmen auch nachprüfen. Was geschieht wenn ein Lieferant Umweltauflagen nicht einhält, musste der Modulhersteller Suntech erfahren. Dessen chinesischer Zulieferer hatte Abfälle und Nebenprodukte einfach vor das Werksgelände gekippt. Die Veröffentlichung dieser Tatsache hat auch für Suntech zu Imageproblemen geführt.

Generell lasse sich aber nicht sagen, dass chinesische Unternehmen sich nicht an Umweltauflagen halten. Die Standardisierung nach ISO 14001 sei dort bei großen Unternehmen Standard, das Land hat insgesamt die meisten zertifizierten Firmen. Teilweise gäbe es aber kleinere Zulieferer ohne Zertifikate, in anderen Fällen würden bestehende Gesetze nicht immer durchgesetzt. Murphy and Spitz spricht sich nicht nur dafür aus, die Einhaltung dieser Norm bei der Gewährung der Einspeisevergütung zu verlangen. Außerdem müsste sie für alle wesentlichen Prozessschritte auch von Dritten verlangt werden.

Während der Verarbeitung komme es dann vor allem auf den sachgerechten Umgang mit den gefährlichen und giftigen Chemikalien an. Es sei aber auch ein "Verzicht auf Blei in Loten und Pasten möglich, nur einzelne Hersteller tun es", bemängeln die Autoren der Studie.

Beim Dünnschichtverfahren werden keine Scheiben aus vorgefertigten Blöcken geschnitten. Das Material wird viel mehr in dünnen Schichten auf einem Trägermaterial aufgebracht. Kritisch sind hier aus Sicht von Murphy and Spitz die verwendeten Stoffe amorphes Silizium, Kupfer-Indium-Diselenid und Cadmium-Tellurid. Besonders bei Cadmium-Tellurid werde die Gefahr diskutiert, welche Stoffe beispielsweise entstehen, wenn die Module brennen. Das sei noch nicht abschließend geklärt.

Gleichzeitig legen die Autoren jedoch Wert darauf, den Punkt möglicher Umweltauswirkungen in das richtige Verhältnis zu setzen. So seien etwa Module aller Technologien in der Lage, nach spätestens zwei Jahren eine positive Energiebilanz aufzuweisen. Dann haben sie die Energie erzeugt, die zu ihrer Herstellung aufgewendet wurde. Bei einigen Modularten ist diese Zeit sogar noch wesentlich kürzer.

Ein weiterer Punkt, der in die Umweltbilanz einfließt ist das Recycling. Bislang gibt es keine gesetzliche Verpflichtung zur Rücknahme von Fotovoltaik-Modulen, aber eine freiwillige Selbstverpflichtung im Rahmen des europaweiten Zusammenschlusses PV Cycle. Die Unternehmen, die diesem Verbund angehören, bezahlen seit 2010 einen Betrag von 24 Cent pro in der EU verbrauchtem Kilogramm an Fotovoltaik-Systemen. "In Deutschland gibt es bereits jetzt elf Rücknahmestellen bei großen Händler und Installateuren. Bis Ende des Jahres 2010 könnten es zwischen 50 und 60 sein", erklärt Jan Clyncke, Managing Director bei PV Cycle gegenüber EnBauSa. Im Moment gebe es noch keine riesigen Mengen, aber man wolle frühzeitig Erfahrung sammeln. Das sei komplex, da man Lösungen auch für kommende Technologien finden müsse. Im Moment konzentriere man sich auf Europa. "Ich könnte mir aber vorstellen, dass sich unsere Erfahrungen gut auf die USA oder Asien übertragen lassen", meint Clyncke.

Insgesamt erteilen die Autoren von Murphy and Spitz First Solar bei der Zertifizierung von Umwelt- und Arbeitsschutz, Recycling und Kooperation gute Noten. Solarworld schneidet bei der Berichterstattung, dem Recycling, der Transparenz sowie der Lieferantenbewertung positiv ab. Bei den chinesischen Herstellern Suntech, Yingli und Trina Solar stellen die Autoren heraus, dass diese alle nach ISO 14001 zertifiziert sind. Die Performance lasse sich nicht immer bewerten, da entsprechende Informationen nicht vorliegen. Die amerikanische Sunpower könne dagegegen nicht einmal die ISO-Zertifizierung nachweisen. pgl

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