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Intersolar Awards am ersten Messetag verliehen

Fotovoltaik gewinnt zugunsten der Solarthermie

10.06.2010, 05:53

Preisverleihung Intersolar Award 2010
Solare Kühlung, Speicherung und Fassadenkollektoren brachten Intersolar Awards ein. Bild:Grund-Ludwig

Die Intersolar ist eröffnet, die Verbände haben Bilanz über 2009 und die ersten Monate des Jahres 2010 gezogen. Der Markt für Fotovoltaik brummte 2010 aufgrund der Vorzieheffekte auf dem deutschen Markt, Solarthermie hat im Moment wenig Chancen. Es sei zum ersten Mal wirklich zu einer Konkurrenz zwischen beiden Technologien gekommen, sagte Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft zum Messeauftakt in München.

Die Messe spiegelt die immer noch dynamische Entwicklung der Solarbranche. Die Zahl der Aussteller, die ihre Produkte noch bis zum 11. Juni 2010 in den Münchner Messehallen zeigen, ist erneut um ein Drittel gestiegen. Zur besseren Orientierung der Besucher haben die Organisatoren die Produktgruppen wie Wechselrichter oder Solarthermie in einzelnen Hallen konzentriert.

Mit einem deutlichen Appell an die Politik startete Körnig in den ersten Messetag und warnte vor der von der Bundesregierung geplanten Reduzierung der Einspeisevergütung für Solarstrom in Höhe von 16 Prozent zum 1. Juli 2010. "Wenn man bei einem Flugzeug die Turbinen im Landeanflug zu stark drosselt riskiert man einen Absturz", lautete sein Vergleich. Vor allem die deutschen Unternehmen treffe eine Reduzierung der Solarstromförderung. Die Reduzierung ist umstritten. Der Bundesrat hat den Vermittlungsausschuss angerufen. Die letztliche Entscheidung liegt aber beim Bundestag. Körnig sprach davon, dass Solarstrom bereits in zwei Jahren zu gleichen Preisen produziert werden könne wie konventioneller Strom.

Der Solarstromanteil soll nach Körnigs Vorstellungen in Deutschland bis zum Jahr 2020 bei einem Anteil von 10 Prozent liegen. Derzeit sind es bundesweit zirka 2 Prozent, in den südlichen Bundesländern aber schon deutlich mehr. Bis 2013 will die Branche rund 13 Milliarden Euro in den Ausbau von Forschung und Produktionsstätten in Deutschland stecken, versprach Körnig. So hat beispielsweise First Solar passend zum Intersolar-Auftakt den Ausbau der Produktionskapazitäten in Frankfurt/Oder und eine Verdoppelung der dortigen Produktionskapazitäten angekündigt.

Für die Solarthermie, die nach 2009 wohl 2010 erneut deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen muss, gab es ein Trostpflaster. Die Mittel aus dem Marktanreizprogramm für Erneuerbare Energien sollen nun wohl ab Juli 2010 freigegeben werden. Das verriet Körnig in seiner Rede zur Verleihung der Intersolar Awards, die als Oskar der Branche gelten. In den Bereichen Solarthermie und Fotovoltaik wurden drei gleichrangige Auszeichnungen vergeben. Erstmals gab es die Trophäen auch für das Segment Produktionstechnologien.

Im Bereich der Solarthermie konnte sich Fsave Solartechnik aus Kassel eine der Auszeichnungen sichern. Das junge Tüftlerteam des Startups hat Wärmepufferspeicher entwickelt, die den Einsatz von Solarthermie in Bestandsgebäuden einfacher machen. Mit der Idee hatten die Erfinder bereits vor zwei Jahren bei einem hessischen Gründerwettbewerb den ersten Preis gewonnen. Die zweite Auszeichnung ging an Invensor. Das Berliner Unternehmen hat 2008 kommerzielle Adsorptions-Kälteanlagen auf den Markt gebracht und 2009 die ersten Anlagen im Bereich solarer Kühlung in Betrieb genommen. Das hatte ihm bereits einen Preis des Bundesumweltministeriums eingebracht. Die jetzige Auszeichnung auf der Münchner Intersolar spiegelt auch die steigende Relevanz solarer Kühlanlagen wider. Eine solarthermische Lösung mit Vakuumröhren für Fassaden hat einem Team des Instituts für Baukonstruktion der Universität Stuttgart, der Ritter Energie- und Umwelttechnik, der Hydro Building Systems und der Frener & Reifer Metallbau die Auszeichnung als dritter Award-Gewinner im Bereich Solarthermie eingebracht.

Im Segment der Fotovoltaik konnte SMA nach dem Vorjahr auch 2010 wieder punkten. Ausgezeichnet wurde das Unternehmen für seinen Wechselrichter Sunny Central 800 CP. Entscheidend für die Prämierung waren die Kombination aus intelligentem Lüftungskonzept, guter Energieausbeute und installationsfreundlicher Ausführung des Geräts, so Laudator Michael Powalla vom Stuttgarter Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung. Der Schweizer Anlagenbauer ABB wurde für innovative Ideen mit dem Intersolar Award belohnt, die die Energieausbeute von Fotovoltaikmodulen erhöhen sollen. Bei Teilausfällen einzelner Modulstränge stellt der Hochleistungsautomat S800 sicher, dass der Rest weiter seinen Dienst versieht. Die dritte Auszeichnung in der Fotovoltaik ging an Gehrlicher Solar. Die Bayern haben ein spezielles Transportsystem für große Fotovoltaikmodule auf den Markt gebracht. Es verkürzt die Zeiten, die für den Transport und die Anlieferung der Module benötigt wird. pgl

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