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Erste serienreife Notschalter sind für die Intersolar avisiert

Fotovoltaik-Dach kann zur Falle für Feuerwehr werden

17.05.2010, 06:45

Löschen eines Dachs mit PV-Anlage
Feuerwehren droht beim Löschen von PV-Dächern manchmal ein Stromschlag. Bild: Weidner

Fotovoltaikanlagen können zur gefährlichen Falle für Feuerwehren werden. Auch wenn sie im Brandfall den Wechselstrom am Hauptschalter abgeschaltet haben, fließt weiter Gleichstrom von den Modulen bis zum Wechselrichter. Im Sommer 2009 hat sich deshalb ein Feuerwehrmann in Rösrath bei einem Brand einen ernsten Stromschlag zugezogen. Einige Hersteller haben nun spezielle Notschalter entwickelt, um den Stromfluss möglichst nahe am Modul zu unterbinden. Erste Produkte sind auf der Münchner Solarfachmesse Intersolar im Juni 2010 zu sehen.

Die Solteq GmbH präsentiert in München das System SMS01, das auf Knopfdruck  für Wartungsarbeiten oder im Brandfall die Fotovoltaikanlage vollautomatisch herunterfährt, so dass die Feuerwehr einen eventuellen Brand löschen kann. Dabei werden die Module direkt am Modul redundant durch einen Halbleiter und ein Relais kurzgeschlossen. Auch bei einem Ausfall der Versorgungsspannung sei eine sichere Abschaltung gewährleistet, sagt der Hersteller. Das Verfahren wurde zum Patent angemeldet.

Bereits auf der Intersolar 2009 hatte Eaton Moeller das Modell eines feuerfesten Notausschalters für Fotovoltaik-Anlagen gezeigt, das nun in serienreifer Ausführung zu sehen sein wird. Der Sicherheitsschalter wird in der Nähe der Solarmodule in die Gleichstromleitung eingefügt und lässt sich wie das Modell von Solteq manuell oder mit einer Fernbedienung auslösen. "Santon hat ein ähnliches Produkt in Entwicklung", berichtet Holger Thiem von der Feuerwehr München im Gespräch mit dem Online-Magazin EnBauSa.de.

Thiem hat in den vergangenen Jahren mit seinen Wehren unterschiedliche Möglichkeiten getestet, um die Gefahr von Stromschlägen beim Löschen von PV-Anlagen zu minimieren. Eine Idee war beispielweise, die Module abzudecken. Wenn sie kein Licht bekommen, produzieren sie auch keine Spannung mehr. "Für Kleinanlagen mit wenigen Quadratmetern oder bei technischen Hilfeleistungen an Freilandanlagen könnte diese Möglichkeit je nach Einzelfall in Frage kommen", resümiert Thiem. 

Doch nicht nur bei der Abschaltung, auch beim Aufbau von Fotovoltaik-Anlagen seien Verbesserungen möglich, erklärte Thiem auf der Tagung des Ostbayrischen Technologie Transfer Instituts (OTTI) im März 2010. So dürften Module nicht über das komplette Dach hinweg mögliche Brandabschnitte überdecken.


Kennzeichnung von Häusern mit Fotovoltaik

Nicht zuletzt könnte eine Kennzeichnung von Häusern mit PV-Anlagen mehr Sicherheit bringen. Die schlägt die Deutsche Komission für Elektrotechnik, Elekektronik und Informationstechnik im DIN und der VDE vor. Als erste simple Maßnahme wurde ein Hinweisschild entwickelt, das am Zählerschrank angebracht ist und die Wehren darauf hinweist, dass eine Fotovoltaikanlage installiert ist. "Besonders bei hohen Gebäuden ist das von unten nicht immer und nicht schnell genug zu erkennen", sagt Thiem gegenüber EnBauSa.de. Ein bayrischer Energieversorger habe bereits 20.000 Exemplare gedruckt und beginne damit, die Gebäude seiner Kunden damit auszustatten, sagt Thiem weiter.

Für schwierig hält Thiem auch das Fehlen verbindlicher Baunormen für dachintegrierte Fotovoltaik-Systeme. Die gibt es bislang nur für aufgeständerte Anlagen. Für Fotovoltaik, die die Dachhaut ersetzt oder in die Dächer eingebaut ist sind diese Normen bei der Arge Bau, der Arbeitsgemeinschaft der für Städtebau, Bau- und Wohnungswesen zuständigen Minister und Senatoren der 16 Bundesländer, erst noch in Arbeit. Einzelne Wehren wie die der Stadt Schwerte raten deshalb aus Brandschutzgründen von dachintegrierten Systemen ab. pgl

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