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Gutachten: Bei hohem Eigenverbrauch lohnt Netzeinspeisung nicht

Finanzministerium regelt Umsatzsteuer auf PV-Eigenverbrauch

11.12.2014, 09:05

PV-Anlage
Der Eigenverbrauch von Solarstrom lohnt sich laut Rechtsgutachten nur ohne gleichzeitige Netzeinspeisung. © Grund-Ludwig

Wer Solarstrom selbst verbraucht und sich gegen eine Befreiung von der Umsatzsteuer entschieden hat, zahlt die 19 Prozent Umsatzsteuer künftig auf den Preis, den er für Strom aus dem Netz bezahlt. Das geht aus dem neuesten Anwendungserlass des Bundesfinanzministeriums hervor, der seit langem erwartet worden war. Bislang war unklar, welche Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Umsatzsteuer anzuwenden ist. Meist wurden die deutlich unter dem Preis für Netzstrom liegenden Herstellungskosten angesetzt.

Der PV- und Speicher-Großhändler Fenecon hat den Erlass zum Anlass genommen, die auf die Energiebranche spezialisierte Kanzlei Becker, Büttner, Held (BBH) mit einem Rechtsgutachten zu beauftragen. "Wer seine Fotovoltaikanlage zur Einspeisung ins öffentliche Stromnetz anmeldet, zahlt am Ende beim Finanzamt drauf", heißt es in einer Pressemitteilung zu den Ergebnissen des Rechtsgutachtens.

Der Anwendungserlass führe in der Praxis dazu, dass die Abgabelast um 150 Prozent steige: Anstatt zwei Cent je Kilowattstunde Eigenverbrauch bei Herstellungskosten von rund 10 Cent müssten künftig rund fünf Cent an den Staat abgeführt werden. Das gelte für alle Anlagen, die Überschüsse in das Netz einspeisen und für die die Vorsteuer beim Anlagenkauf erstattet wurde – Stichwort "gewerblicher Betrieb".

Rechtsgutachten belegt auch Nachteile bei Einkommensteuer

Das Rechtsgutachten zeigt einen weiteren und noch größeren Nachteil für neue PV-Anlagen mit Eigenverbrauch, die Überschüsse in das Netz einspeisen: Da der Eigenverbrauch einer Privatentnahme gemäß Einkommensteuergesetz entspricht, entsteht ein sogenannter geldwerter Vorteil. Diesen müssen die Anlageneigentümer abzüglich der Abschreibung mit der jeweils gültigen Einkommensteuer versteuern. Ein individueller Einkommensteuersatz von zum Beispiel 30 Prozent bringt damit dem Fiskus pro selbst genutzter Kilowattstunde im Eigenverbrauch weitere vier bis acht Cent.

Hinzu kommt der Effekt der kalten Progression, also ein höherer allgemeiner Steuersatz durch die virtuelle Erhöhung des Einkommens. Mit weiteren Abgaben für Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer gehen pro selbstverbrauchter Kilowattstunde insgesamt zehn bis 15 Cent an den Staat. Sollten die Strompreise steigen, nehmen die Abgaben entsprechend zu.

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Kommentare zur Meldung

Kommentare 1 - 1 von 1.

kfritz - 02.02.2016, 15:05

Wurde bei der o.g. Rentabilitätsberechnung berücksichtigt, dass man bei Kleinanlagen (Umsatz unter 17.500 €) nach Geltendmachung des VSt-Abzugs für die Anschaffungskosten nach 5 Jahren ja ohne Vorsteuerberichtigung nach § 15a UStG auf die Kleinunternehmerregelung § 19 umsteigen kann?

 

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